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Umfrage Kauflaune der Konsumenten sinkt – Konjunkturerwartung bessert sich dennoch

Die Deutschen werden vorsichtiger beim Geldausgeben, dennoch bleibt das Konsumklima stabil. Das ist das Ergebnis einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung.
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Konsumklima-Barometer fällt, Konjunkturoptimismus steigt trotzdem Quelle: dpa
Menschen mit Einkaufstüten

Die Kauflaune der Deutschen sinkt – das Konsumklima-Barometer fällt auf 10,4 Punkte.

(Foto: dpa)

BerlinDie Stimmung der deutschen Verbraucher hat sich den zweiten Monat in Folge eingetrübt. Das Konsumklima-Barometer für April fiel um 0,3 auf 10,4 Punkte, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Dienstag zu ihrer monatlichen Umfrage unter 2000 Verbrauchern mitteilte. Einen schlechteren Wert gab es zuletzt vor knapp zwei Jahren.

Der Fall der Konjunkturerwartung ist dagegen vorerst gestoppt. Nachdem diese zuletzt fünf Mal in Folge gesunken war, stieg der Indikator nun um sieben Zähler auf 11,2 Punkte. Die Konsumenten schätzen die Aussichten für die deutsche Konjunktur damit zwar wieder etwas optimistischer ein. Sie senkten aber ihre Einkommenserwartungen und ihre Bereitschaft zu größeren Ausgaben. „Dennoch ist davon auszugehen, dass der Konsum in diesem Jahr eine wichtige Stütze der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland sein wird“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

„Dies setzt allerdings voraus, dass die Verunsicherung, die durch Brexit und Handelskonflikt entstanden ist, nicht weiter zunimmt.“ Die GfK rechnet in diesem Jahr mit einem Anstieg der privaten Konsumausgaben von 1,5 Prozent. Hoffnung auf eine besseres Konsumklima macht der gestiegene Konjunkturoptimismus. Dieses Barometer stieg erstmals nach zuvor fünf Rückgängen in Folge.

Auch in der deutschen Wirtschaft hellte sich das Geschäftsklima zuletzt auf, nachdem es sich sechs Monate in Folge eingetrübt hatte, wie das Ifo-Institut bei seiner Manager-Umfrage herausfand. Eine Rezession dürfte damit vermieden werden, doch rechnen die meisten Experten in diesem Jahr nur mit einem mageren Wirtschaftswachstum. Das Ifo-Institut etwa erwartet nur ein Plus von 0,6 Prozent, nachdem es 2018 noch zu 1,4 Prozent gereicht hatte.

Der guten Konsumlaune können die mauen Konjunkturaussichten bislang wenig anhaben. „Die stabile Lage auf dem Arbeitsmarkt mit einer weiter steigenden Erwerbstätigkeit sorgt dafür, dass die Verbraucher auch künftig bereit sein werden, ihr Geld auszugeben – zumal das Sparen aufgrund der Niedrigzinsphase keine attraktive Alternative ist“, erklärte Bürkl.

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren ist wegen der mauen Weltwirtschaft jedoch so schlecht wie seit sechseinhalb Jahren nicht mehr. Das Barometer für die Exporterwartungen fiel im März auf 1,4 Punkte von 7,2 Zählern im Vormonat, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag zu seiner Umfrage unter 2300 Unternehmen mitteilte. Das ist der niedrigste Wert seit Oktober 2012. „Die abkühlende Weltkonjunktur macht der deutschen Exportindustrie zu schaffen“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Besonders in der Autoindustrie sind die Aussichten trüb. „Es werden Exportrückgänge erwartet“, sagte Fuest. Ähnliches gelte für die Metallindustrie. Im Maschinenbau werden zwar keine Zuwächse mehr bei den Ausfuhren erwartet, aber auch keine Rückgänge. „Weiterhin gut aufgestellt im Auslandsgeschäft ist die chemische Industrie“, sagte der Ifo-Chef. „Sie sieht weiteren Aufträgen entgegen.“ Zuwächse erwarte auch die Elektroindustrie.

Der deutschen Industrie bläst der Wind derzeit kräftig ins Gesicht. Der Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften USA und China schürt die Sorge vor einem weltweiten Abschwung. Hinzu kommt das Risiko eines harten Brexit, der den Warenverkehr empfindlich stören könnte: Großbritannien ist einer der wichtigsten Abnehmer von Produkten „Made in Germany“.

Brexit 2019
  • rtr
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