Verbraucherpreise in Deutschland Minimale Inflation dank billiger Energie

Günstige Preise für Sprit und Heizöl halten die Teuerungsrate im Mai gerade einmal knapp über der Nulllinie. Auch für Lebensmittel musste nicht mehr bezahlt werden als im April. Doch das wird nicht so bleiben.
Benzin verbilligte sich um Mai um zwölf Prozent, leichtes Heizöl kostete ein Viertel weniger. Quelle: picture alliance
Zapfsäule an einer Tankstelle

Benzin verbilligte sich um Mai um zwölf Prozent, leichtes Heizöl kostete ein Viertel weniger.

(Foto: picture alliance)

BerlinDie Inflation in Deutschland bleibt wegen billigerer Energie und stabiler Lebensmittelpreise minimal. Waren und Dienstleistungen kosteten im Mai durchschnittlich 0,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, bestätigte das Statistische Bundesamt am Freitag eine frühere Schätzung.

Im April waren die Verbraucherpreise sogar um 0,1 Prozent gefallen. Die Teuerungsrate verharrt damit weit unter dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die erst bei Werten von knapp zwei Prozent von stabilen Preisen spricht.

„Dämpfend auf die Gesamtteuerung wirkte wie bereits in den Vormonaten die Preisentwicklung von Energie“, erklärten die Statistiker. „Der Preisrückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat hat sich jedoch den dritten Monat in Folge leicht abgeschwächt.“

Leichtes Heizöl kostete diesmal ein Viertel weniger, während sich Kraftstoffe wie Benzin um zwölf Prozent verbilligten.

Was seit 2010 teurer wurde – und was billiger
Verbraucherpreisindex
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Obst, Haushaltsgeräte, Urlaubsreisen: Jeden Monat ermittelt das Statistische Bundesamt über 300.000 Einzelpreise für insgesamt 600 Produktgruppen in ganz Deutschland. Sie sollen den gesamten Verbrauch eines privaten Haushalts repräsentieren. Daraus errechnet das Bundesamt den Verbraucherpreisindex: Er misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die von Privatpersonen für Konsumzwecke gekauft werden. Was wurde seit 2010 teurer – und was billiger?

Teurer: Obst
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Mit einer Preissteigerung von 25,3 Prozent in den vergangenen sechs Jahren gehört Obst zu den Zugpferden des Index’. Denn insgesamt stiegen die Preise für alle Produktgruppen zusammengenommen lediglich um sieben Prozent.

Teurer: Bekleidung
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Auch Textilien wurden seit 2010 deutlich teurer, wenn auch in geringerem Maße als Obst. Insgesamt stiegen die Preise für Bekleidung in den vergangenen sechs Jahren um 23 Prozent.

Teurer: Strom
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Es betrifft jeden – und staunen lässt es auch niemanden mehr: Die Strompreise haben seit 2010 kräftig angezogen. Im Dezember 2015 mussten Verbraucher rund 24,6 Prozent mehr für die gleiche Menge Strom bezahlen als noch sechs Jahre zuvor.

Teurer: Personen-Schiffsverkehr
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Mit dem Kreuzfahrt in die Südsee: 2010 war das deutlich günstiger als heutzutage. Mit einer Preissteigerung von satten 40,1 Prozent haben sich die Kosten für den Personen-Schiffsverkehr so drastisch erhöht wie in keiner anderen Produktgruppe.

Teurer: Pauschalreisen
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Wer auf das Kreuzfahrtschiff verzichtet, kommt deshalb trotzdem nicht unbedingt günstiger in die Ferien: Auch Pauschalreisen haben sich seit 2010 um 21,3 Prozent verteuert.

Teurer: Zeitungen
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Sinkende Auflage, steigender Preis: Auch Zeitungen und Zeitschriften werden immer teurer. Im Vergleich zu 2010 müssen Verbraucher heute 26,4 Prozent mehr für gedruckte Medienprodukte bezahlen.

Die Preise für Nahrungsmittel stagnierten, nachdem sie in den Vormonaten noch gestiegen waren. Für Obst wurde 1,8 Prozent und für Gemüse 2,8 Prozent mehr verlangt. „Deutlich billiger wurden hingegen Molkereiprodukte“, gab das Bundesamt bekannt. Quark verbilligte sich beispielsweise um 13,1 Prozent, H-Milch um 9,4 Prozent sowie Butter um 15,2 Prozent.

Der zuletzt gestiegene Ölpreis dürfte sich Experten zufolge in der zweiten Jahreshälfte bemerkbar machen, so dass um den Jahreswechsel herum Inflationsraten um die zwei Prozent zu erwarten seien.

Die EZB will in der Euro-Zone eine Deflation - einen Preisverfall auf breiter Front mit negativen Folgen für die Wirtschaft - unbedingt vermeiden. Mit einem Bündel von Maßnahmen versucht sie, die Kreditvergabe in Schwung zu bringen. So setzte sie im März ihren Leitzins auf null. Das billige Geld soll die Nachfrage stimulieren und die Preise anschieben.

  • rtr
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