Wachstumsprognose Institute erwarten stabilen Aufschwung in Deutschland

Die handelspolitischen Konflikte trüben die Aussichten der Unternehmen, allerdings nur kurzzeitig. Die Wachstumsprognose ist weiterhin optimistisch.
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Für 2020 wird ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um 430.000 erwartet. Quelle: dpa
Mittelständisches Unternehmen

Für 2020 wird ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um 430.000 erwartet.

(Foto: dpa)

BerlinDas DIW-Institut senkt seine Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft leicht. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr um 1,8 Prozent zulegen, sagte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Donnerstag voraus. Bislang war es von 1,9 Prozent ausgegangen. Für das kommende Jahr werden wie bisher 1,7 Prozent erwartet, für 2020 dann wieder 1,8 Prozent.

„Von einem Einbruch kann keine Rede sein“, sagte DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. „Die Unternehmen investieren jedoch vorerst nur zögerlich - unter anderem, weil ihre Absatzerwartungen auch angesichts der handelspolitischen Konflikte getrübt sind.“

Die Zahl der Beschäftigten wird der Prognose zufolge 2020 um rund 1,1 Millionen höher liegen als im vergangenen Jahr. Gleichzeitig wird ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um 430.000 auf 2,1 Millionen vorausgesagt. Von der guten Konjunktur profitieren auch die öffentlichen Haushalte.

Für dieses Jahr wird ein Rekordüberschuss von 60 Milliarden Euro erwartet, der in den kommenden Jahren nur etwas kleiner ausfallen soll. „Das sollte jedoch nicht vergeudet, sondern bedacht in die Zukunft investiert werden“, forderte DIW-Präsident Marcel Fratzscher. „Bei Forschung und Bildung, der Verkehrsinfrastruktur und Digitalisierung gibt es nach wie vor Handlungsbedarf.“

Auch andere große Institute wie das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) und das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) rechnen bis 2020 mit stabilen Wachstumsraten von bis zu zwei Prozent. „Insgesamt mehren sich die Zeichen, dass die deutsche Wirtschaft in die Spätphase des Aufschwungs eintritt, da deutlich angespannte Kapazitäten, die sich etwa in Engpässen bei Personal sowie Vorleistungs- und Ausrüstungsgütern bemerkbar machen, einer kräftigeren Ausweitung der Produktion im Wege stehen“, sagte IfW-Experte Stefan Kooths.

Besonders ausgeprägt zeige sich dies in der Bauwirtschaft, die zuletzt den höchsten Preisanstieg seit 25 Jahren verzeichnet habe.

  • rtr
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