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Wegen Mers-Virus und sinkender Exporte Südkoreas Zentralbank senkt Leitzins auf Rekordtief

Südkorea senkt den Leitzins auf ein neues Rekordtief. Die Zentralbank sah sich zu dieser Maßnahme gezwungen, da die Exporte weiterhin schrumpfen und wegen des Mers-Virus jetzt auch die Konsumausgaben sinken.
11.06.2015 - 08:40 Uhr Kommentieren
Südkoreas Zentralbanker begründet seine Maßnahme vor allem mit sinkenden Export-Zahlen. Quelle: ap
Lee Ju-Yeol

Südkoreas Zentralbanker begründet seine Maßnahme vor allem mit sinkenden Export-Zahlen.

(Foto: ap)

Seoul Nach dem Ausbruch der Atemwegserkrankung Mers in Südkorea hat die Zentralbank des Landes die geldpolitischen Zügel weiter gelockert. Der Geldmarktausschuss der Bank of Korea beschloss am Donnerstag, den Leitzins von 1,75 Prozent auf das Rekordtief von 1,5 Prozent herabzusetzen. Es handelte sich um die erste Zinssenkung im Land seit März. In einer Erklärung sprach die Notenbank von einem „vorsorglichen“ Schritt, um einer negativen Wirtschaftsentwicklung vorzubeugen. Im April hatte die Bank of Korea ihre diesjährige Wachstumsprognose für Asiens viertgrößte Volkswirtschaft von 3,4 auf 3,1 Prozent herabgesetzt.

Zwar gebe es weitere Anzeichen einer Erholung der US-Wirtschaft und einer Verbesserung in der Euro-Zone, hieß es. Doch der Rückgang der südkoreanischen Exporte habe sich beschleunigt und der Verbrauch sei seit dem Mers-Ausbruch im vergangenen Monat geschrumpft. Die Gesundheitsbehörden meldeten bis zum Donnerstag 122 Patienten und neun Todesfälle infolge von Mers. Es handelt sich um den bislang schwersten Ausbruch der Krankheit außerhalb Saudi-Arabiens, wo das Coronavirus (Mers-CoV) erstmals 2012 nachgewiesen worden war. Alle Ansteckungen erfolgten bisher in Krankenhäusern. Die Behörden weisen zudem darauf hin, dass alle der an der Krankheit Verstorbenen schon zuvor gesundheitliche Probleme gehabt hätten. Fast 3500 Menschen wurden bisher unter Quarantäne gestellt, die meisten zu Hause. Fast 2500 Schulen waren zuletzt geschlossen.

Bei dem Mers-Virus handelt sich um einen seit dem Jahr 2012 bekannten neuen Stamm aus der Gruppe der Coronaviren. Die Erkrankung geht häufig mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Husten und Kurzatmigkeit einher. Bei schweren Verläufen kann sich eine Lungenentzündung entwickeln, auch kann es zu Nierenversagen kommen. Allerdings ist Mers nicht so leicht zwischen Menschen übertragbar wie etwa die Atemwegserkrankung Sars, an der in Asien im Jahr 2003 hunderte Menschen starben.

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    Zahl der Mers-Todesopfer steigt weiter

    • dpa
    • afp
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