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Welthandel Handelsstreit mit USA trifft Chinas Industrie - Geschäfte flauen ab

Der Druck auf die chinesische Regierung steigt. Einziger Lichtblick im September bleibt der Dienstleistungssektor.
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Zuletzt traten US-Abgaben auf chinesische Waren im Volumen von 200 Milliarden Dollar in Kraft. Quelle: AP
Chinesische Wirtschaft

Zuletzt traten US-Abgaben auf chinesische Waren im Volumen von 200 Milliarden Dollar in Kraft.

(Foto: AP)

PekingDer Handelsstreit mit den USA hinterlässt Bremsspuren in Chinas Konjunktur. Die Industrie der zweitgrößten Volkswirtschaft verlor im September merklich an Schwung, wie zwei am Sonntag veröffentlichte Umfragen unter Einkaufsmanagern zeigen. Demnach gibt es insbesondere einen deutlichen Rückgang der Auslandsnachfrage. Ökonomen erwarten, dass die Führung in Peking sich mit weiteren Schritte gegen eine wirtschaftliche Abschwächung stemmen wird.

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) der Statistikbehörde sank auf 50,8 Punkte von 51,3 im August. Er blieb damit den 26. Monat in Folge über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Allerdings hatten Analysten lediglich mit einem minimalen Rückgang auf 51,2 Punkte gerechnet.

Der private Caixin/Markit-PMI, der sich eher auf kleinere und mittelgroße Firmen konzentriert, zeichnet sogar ein trüberes Bild. Das Barometer fiel auf 50,0 Punkte und deutet damit auf eine stagnierende Geschäftstätigkeit hin. Der letzte Monat ohne Wachstum war dieser Umfrage zufolge Mai 2017. Der Teilindex für neue Exportaufträge signalisiert den stärksten Rückgang seit zweieinhalb Jahren.

„Die anhaltend abgeschwächte Nachfrage beginnt sich auf die Produktion der Unternehmen auszuwirken“, sagte Volkswirt Zhengsheng Zhong vom Analysehaus CEBM Group.

Sein Kollege Tang Jianwei von der Bank of Communications sieht daher nun die Politik am Zug. Er sprach von einem zunehmenden Außendruck auf die chinesische Wirtschaft. „Und der wird nächstes Jahr weiter steigen“, sagte Tang. Er sagte für das dritte Quartal eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums auf 6,6 von 6,7 Prozent im vorangegangenen Vierteljahr voraus.

Belastet von steigenden Finanzierungskosten und einer gedämpften Investitionstätigkeit hatte sich die Konjunktur bereits abgekühlt, bevor in diesem Jahr der Handelsstreit mit den USA ausbrach. Inzwischen haben beiden Seiten umfangreiche Zölle gegeneinander verhängt. Zuletzt traten US-Abgaben auf chinesische Waren im Volumen von 200 Milliarden Dollar in Kraft.

Weitere Gespräche über eine Entschärfung der Lage waren geplatzt. Die chinesische Regierung versucht mit verschiedenen Maßnahmen die heimischen Firmen zu stützen. So sollen etwa die Kreditvergabe für kleinere Betriebe begünstigt, Steuern gesenkt und Infrastrukturprojekte beschleunigt werden.

Ausländische Investoren werden mit Steuervergünstigungen gelockt. Wenn sie ihre Gewinne in China reinvestieren, werden sie von der Einkommensteuer befreit. Eine entsprechende Regelung wird nun auf weitere Wirtschaftsbereiche ausgedehnt, wie das Finanzministerium am Wochenende mitteilte. Zugleich signalisierte die Zentralbank, mit einer umsichtigen Geldpolitik weiter für günstige Finanzierungsbedingungen zu sorgen.

Ein Lichtblick in der Volksrepublik ist der Dienstleistungssektor. Er forcierte im September sein Wachstum deutlich, wie aus dem offiziellen PMI für den Bereich hervorgeht. Der Index zog auf 54,9 von 54,2 Punkten im August an.

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