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Weltkonjunktur Trump lähmt die Wirtschaft der Welt – aber nicht das US-Wachstum

Die OECD korrigiert ihre Wachstumsprognosen für die Euro-Zone und viele Schwellenländer nach unten – die Unsicherheiten im Handelskonflikt schwächen die Exporte.
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Donald Trump lähmt die Wirtschaft der Welt – nur nicht in den USA Quelle: AP
Containerterminals fürchten die Langeweile

Die schwächelnden Exporte machen der Weltkonjunktur zu schaffen.

(Foto: AP)

BerlinTrump gewinnt. Jedenfalls erwarten das Konjunkturforscher der OECD. Den USA schadet die Unsicherheit, die der US-Präsident mit seinen Handelskonflikten ausgelöst hat, demnach vorerst nicht. Die OECD-Experten erwarten dort in diesem Jahr unverändert 2,9 Prozent Wachstum.

Für nächstes Jahr korrigierten sie ihre Prognose für die Vereinigten Staaten um 0,1 Prozentpunkte leicht nach unten und erwarten dann noch 2,7 Prozent. Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus den USA deuteten allerdings auf ein eher höheres Wachstum hin, vor allem im ersten Halbjahr wuchs die Wirtschaft dank der US-Steuerreform kräftig.

Aber in der Euro-Zone und vor allem in Schwellenländern bremst sie das Wachstum bereits jetzt und auch im nächsten Jahr. Ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum in diesem und im nächsten Jahr korrigierte die OECD deshalb nach unten. Etwas stärker als noch im Mai erwartet soll die Wirtschaft nach der aktualisierten Prognose nur in Saudi-Arabien stärker wachsen. Für Deutschland und Frankreich sowie die gesamte Euro-Zone korrigierten die Ökonomen die Wachstumsaussichten für dieses und nächstes Jahr um 0,2 Prozentpunkte nach unten, für Italien fällt das Wachstum gar um 0,3 Prozentpunkte schwächer aus.

Bei vielen Schwellenländern soll die Abkühlung noch stärker ausfallen: Brasilien, die Türkei, Mexiko und Südafrika werden laut OECD erheblich langsamer als noch im Mai wachsen. Allerdings: In eine Rezession gerät in dieser Modellrechnung von den untersuchten Ländern nur Argentinien, der Rest der Welt soll weiterhin wachsen, wenn auch etwas schwächer.

„Das weltweite Wirtschaftswachstum ist im ersten Halbjahr stabil geblieben, aber es gibt Anzeichen, dass es seinen Höhepunkt überschritten hat“, schreiben die Konjunkturbeobachter in ihrer neuen Prognose, die am Donnerstag in Paris veröffentlicht wurde. Sie sehen vor allem einen bremsenden Faktor: Die Auftragseingänge exportorientierter Industrieunternehmen schwächeln in vielen Ländern – wegen der Unsicherheit, die Trump mit Strafzöllen weltweit verbreitet.

Die OECD drückt dies höflicher aus, schließlich sind die USA ein wichtiges Mitglied in diesem Industrieländer-Club. Sie spricht von „steigenden Handelsanspannungen“ und „erhöhten Handelspolitik- Unsicherheiten“. Dies seien die wesentlichen Ursachen dafür, dass sich bereits im ersten Halbjahr das weltweite Wachstum des Handelsvolumens auf drei Prozent abkühlte, gegenüber fünf Prozent im Vorjahreszeitraum.

„Eine weitere Zunahme der Handelsanspannungen hätte erhebliche Auswirkungen auf die globalen Investitionen, auf Arbeitsplätze und den Lebensstandard“, warnen die Experten. Sie würden den Welthandel, die Investitionen und die Exporte weiter bremsen.

Der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt, drückte diese Sorge anlässlich der letzten Eskalation im US-chinesischen Handelskonflikt deutlicher aus. „Die jetzt eingeführten Zölle zwischen den Vereinigten Staaten und China sind Teil einer besorgniserregenden Kette protektionistischer Maßnahmen“, sagte Schmidt dem Handelsblatt. „Aus Sicht der deutschen Volkswirtschaft ist dieser Trend besonders in langfristiger Perspektive beunruhigend, denn sie hat die internationale Arbeitsteilung so intensiv wie keine andere umarmt“, sagte er.

Diese deutsche Exportindustrie spürt den Trump-Unsicherheitsfaktor bereits, bleibt es aber trotz der Risiken und der Prognose-Korrektur nach unten laut OECD zunächst bei „solidem Wachstum“ von 1,9 Prozent in diesem und 1,8 Prozent im nächsten Jahr. Denn die Binnenkonjunktur läuft weiterhin ausgesprochen gut – mit einer Zunahme an Jobs, höheren Löhnen und Investitionen in Infrastruktur.

Die OECD liegt damit mit ihrer Prognose im Rahmen der deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute, die für dieses Jahr entweder 1,8 oder 1,9 Prozent Wachstum erwarten. Für nächstes Jahr liegen die Prognosen für Deutschland recht weit auseinander, zwischen 1,4 und 2,0 Prozent. Auch dies ist ein Zeichen für Unsicherheit.

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