Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Container-Terminal Bremerhaven

Von einer Rezession wollen die RWI-Konjunkturforscher nicht sprechen.

(Foto: dpa)

Wirtschaft Die schwache Industrieproduktion dämpft Deutschlands Konjunktur immer weiter

Im Dezember und Januar schrumpfte das produzierende Gewerbe. Wirtschaftsforscher ziehen daraus Konsequenzen und senken ihre Prognosen.
1 Kommentar

Berlin Die deutsche Wirtschaft wird in diesem Jahr wohl kein Wachstum mehr von einem Prozent erreichen. Das Essener RWI-Institut, das Christian Schmidt leitet, der Chef der Wirtschaftsweisen, senkte an diesem Montag seine Prognose von 1,4 auf 0,9 Prozent.

Am Donnerstag hatte bereits das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (IWH) in Halle seine Jahresprognose sogar auf 0,5 Prozent gesenkt. Die OECD rechnet seit der vergangenen Woche nur noch mit 0,7 Prozent Zunahme des Bruttoinlandsprodukts.

Als Ursache der stärker als erwarteten Abkühlung machen alle Ökonomen die Industrieproduktion aus, die vor allem wegen des weltweit schwächeren Exportgeschäfts seit dem vergangenen Herbst schwächelt.

Mit einer Konjunkturabkühlung haben laut OECD alle Euro-Staaten zu kämpfen – auch deshalb sinken die Exportchancen der deutschen Industrie. „Die Entwicklung in der Industrie dürfte auch in diesem Jahr nicht allzu dynamisch sein“, schreibt deshalb das RWI.

Darauf deuteten am Montag auch die neuen Zahlen zur Industrieproduktion hin. Diese nahm laut Statistischem Bundesamt um 1,2 Prozent ab. Auch im Zweimonatsvergleich Dezember/Januar gegenüber Oktober/November schrumpfte die Produktion im produzierenden Gewerbe um 0,3 Prozent.

Angesichts dieser Zahlen „ist weiterhin von einer gedämpften Industrieproduktion auszugehen“, erwartet das Bundeswirtschaftsministerium. Im Januar hatte die Bundesregierung im Jahreswirtschaftsbericht ihre Prognose bereits auf ein Prozent gesenkt. Wie das Handelsblatt berichtete, rechnet das Bundesfinanzministerium intern allerdings inzwischen nur noch mit 0,8 Prozent Wachstum.

Grafik

Die RWI-Konjunkturforscher halten allerdings nichts von übertriebenem Pessimismus. „Für eine Rezession gibt es keine Anzeichen“, betonte RWI-Chef Roland Döhrn. Denn auch wenn die deutsche Wirtschaft im zweiten Halbjahr 2018 „mehr oder weniger stagnierte“, erwartet er durchaus wieder Wachstum in diesem Jahr. Auch international gelte: „Die Konjunktur schwächelt zwar, sie wird aber durch eine Reihe von Faktoren gestützt.“

Die starken Sonderfaktoren zum Beispiel, die Ende 2018 das Wachstum bremsten, verlieren ihre Wirkung. Das RWI nennt hier die Probleme der deutschen Autoindustrie, den neuen Abgasstandard WLTP umzusetzen, und Produktionsausfälle in der chemischen Industrie wegen des Niedrigwassers im Rhein.

Und die Binnenkonjunktur läuft dank guter Beschäftigungslage und exzellenter Baukonjunktur weiterhin gut. „Am Arbeitsmarkt wird sich der Beschäftigungsaufbau voraussichtlich fortsetzen, aber etwas an Tempo verlieren“, sagte Döhrn. Das RWI erwartet, dass die Arbeitslosenquote in diesem Jahr auf 4,8 Prozent sinken wird.

Startseite

Mehr zu: Wirtschaft - Die schwache Industrieproduktion dämpft Deutschlands Konjunktur immer weiter

1 Kommentar zu "Wirtschaft: Die schwache Industrieproduktion dämpft Deutschlands Konjunktur immer weiter"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Vielleicht kommt dieser Dämpfer zum richtigen Zeitpunkt; sollen doch aktuell diverse Wohltaten an diverse Bevölkerungsteile gießkannenmäßig verteilt werden, ohne Rücksicht auf die Finanzierbarkeit in der Zukunft.

Serviceangebote