Wirtschaftsboom Experten halten Trumps Politik für einen Konjunktur-Treiber

Die Steuerreform des US-Präsidenten beflügelt laut Experten die US-Wirtschaft. Einbußen durch die Handelskonflikte fallen dadurch kaum ins Gewicht.
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Von Trump wirtschaftsfreundlichen Kurs dürfte die Konjunktur nachhaltig profitieren, sagt ein US-Notenbanker. Quelle: AP
Donald Trump

Von Trump wirtschaftsfreundlichen Kurs dürfte die Konjunktur nachhaltig profitieren, sagt ein US-Notenbanker.

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WashingtonDie Politik von US-Präsident Donald Trump hat nach Einschätzung eines führenden Währungshüters positive Effekte auf die Konjunktur. „Ich gehe definitiv davon aus, dass der politische Wechsel einen Einfluss hatte“, sagte der Präsident der Notenbank von St. Louis, James Bullard, am Mittwoch zu Journalisten.

Laut Bullard hätten die deutliche Senkung der Unternehmenssteuern und die Verbesserung des Geschäftsklimas zur positiven Wirtschaftsentwicklung beigetragen. Von dem wirtschaftsfreundlichen Kurs der Regierung dürfte die Konjunktur nachhaltig profitieren. In diesem Jahr wird die US-Wirtschaft wohl um rund drei Prozent wachsen.

Beflügelt von den Steuersenkungen war die amerikanische Wirtschaft im Frühjahr so kräftig gewachsen wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 4,2 Prozent – fast doppelt so schnell wie im ersten Vierteljahr.

Experten gingen zuletzt davon aus, dass die Steuersenkungen im Volumen von 1,5 Billionen Dollar der Konjunktur auch künftig derart viel Schub verleihen werden, dass sie negative Folgen des von Trump ausgelösten Handelsstreits wegstecken kann.

Dem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht „Beige Book“ der Fed zufolge, haben US-Unternehmen wegen des globalen Handelsstreits in den vergangenen Wochen ihre Investitionen zurückgefahren oder verschoben. Die Auswirkungen der von Trump verhängten Schutzzölle seien bisher aber offenbar moderat, teilte die Fed mit.

Das DIW geht in seiner Herbstprognose indes davon aus, dass auch aufgrund der Handelskonflikte die Wachstumsraten für die Weltwirtschaft schrumpfen, von 4,2 Prozent in diesem Jahr auf 3,7 Prozent 2020.

Bullard verwies auch darauf, dass es derzeit am Arbeitsmarkt gut laufe. Er hielt an seiner Einschätzung fest, dass die US-Notenbank die Leitzinsen nicht weiter anheben sollte. Es bestehe nämlich nur eine geringe Gefahr, dass die Inflation sprunghaft ansteige. Bullard ist in diesem Jahr nicht stimmberechtigt im Offenmarktausschuss der Fed, der über die Zinsen entscheidet.

Die einflussreiche Notenbank-Direktorin Lael Brainard sagte dagegen, dass die US-Notenbank den Schlüsselzins noch ein oder zwei Jahre schrittweise anheben könne, ohne den gegenwärtigen Aufschwung abzuwürgen. Trumps Steuersenkungen und die höheren Staatsausgaben stützten die Konjunktur. Schrittweise Zinserhöhungen seien deshalb wahrscheinlich angemessen.

Brainard stieß damit ins gleiche Horn wie US-Notenbankchef Jerome Powell. Dieser hatte sich vor kurzem für eine Fortsetzung des bisherigen Kurses der behutsamen Zinserhöhungen ausgesprochen. Die Wirtschaft zeige sich stark und die Inflation liege nahe beim Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank, sagte er Ende August.

Die Dollar-Wächter haben 2018 ihren Leitsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld bereits zwei Mal angehoben – zuletzt im Juni auf das aktuelle Niveau von 1,75 bis 2,00 Prozent. Die Finanzmärkte rechnen mit den nächsten Zinsschritten der Fed am 26. September und im Dezember.

  • rtr
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