Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

World Economic Outlook IWF sagt globale Wirtschaftsflaute voraus

Der Internationale Währungsfonds sieht die Wirtschaft fast aller Länder im Abschwung. Der globalen Wirtschaft droht demnach das schwächste Wachstum seit der Finanzkrise.
Update: 15.10.2019 - 18:24 Uhr Kommentieren
Die Weltwirtschaft läuft immer langsamer. Der IWF korrigiert seine Prognosen nach unten. Insbesondere Deutschland ist davon betroffen. Quelle: E+/Getty Images
Hafen in Hamburg

Die Weltwirtschaft läuft immer langsamer. Der IWF korrigiert seine Prognosen nach unten. Insbesondere Deutschland ist davon betroffen.

(Foto: E+/Getty Images)

Washington, Berlin Die Wirtschaft befindet sich im Abschwung – und das weltweit. Laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) hat sich das Wachstum in 90 Prozent aller Staaten gegenüber dem Vorjahr abgeschwächt. Die Weltwirtschaft wird in diesem Jahr mit drei Prozent sogar so schwach wachsen wie seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr, schreibt der IWF im neuen Weltwirtschaftsausblick.

In Deutschland befindet sich die Industrie bereits in der Krise. Binnenkonsum, Bau und Dienstleistungen tragen das Wachstum allein. Deshalb senkt auch die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose für 2020 spürbar von 1,5 auf ein Prozent ab, wie das Handelsblatt erfuhr. Auch der IWF rechnet für 2020 nur noch mit einem Plus von 1,2 Prozent. Für das laufende Jahr sagt der IWF – wie die Bundesregierung – ein Wachstum von 0,5 Prozent voraus.

„Die konjunkturelle Entwicklung ist besorgniserregend“, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf dem Maschinenbau-Gipfel. Gerade der Maschinenbau sei „so etwas wie ein Frühindikator“. Merkel machte für die Abschwächung vor allem Handelskonflikte verantwortlich. Laut IWF kommen die Unsicherheit beim Brexit sowie Schwächen der Autoindustrie hinzu.

Vor diesem Hintergrund fordern der IWF und Ökonomen insbesondere Deutschland zu höheren Investitionen auf. „Bei öffentlichen und privaten Investitionen sollte mehr passieren“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Das Bundesfinanzministerium weist diese Kritik zurück. „Die gesamtstaatlichen Bruttoanlageinvestitionen sind 2018 um 8,7 Prozent gestiegen und damit deutlich stärker als die Staatsausgaben und das Bruttoinlandsprodukt“, heißt es in einem internen Papier des Ministeriums, das dem Handelsblatt vorliegt

In den Jahren nach der Finanzkrise war der Internationale Währungsfonds (IWF) sehr glücklich über den Gleichklang der Weltwirtschaft: Fast alle Länder verzeichneten stetig kräftigere Wachstumsraten. Vor allem China, wo das Wachstum meist stärker ausfiel als erwartet, zog die Weltwirtschaft aus der Finanzkrisen-Depression.

Zehn Jahre später ist Gleichklang für die IWF-Ökonomen Anlass zur Sorge. „Die Weltwirtschaft befindet sich in einem synchronen Abschwung“, lautet der erste Satz im neuen Weltwirtschaftsausblick. Selbst auf China ist nicht mehr Verlass. Zum dritten Mal in diesem Jahr korrigiert der IWF seine Prognose nach unten: von 3,2 auf 3,0 Prozent.

Grafik

Gegenüber der Juli-Prognose werden alle Regionen laut IWF weniger stark wachsen: Sowohl die Gruppe der Industriestaaten als auch die der Schwellen- und Entwicklungsländer werden jeweils 0,2 Prozentpunkte weniger stark wachsen. Deutschland ist besonders von der schwächelnden globalen Konjunktur betroffen. Statt mit 1,7 rechnet der Fonds für 2020 nur noch mit 1,2 Prozent Wachstum, 2019 werden es nur 0,5 Prozent sein.

Wer schuld an der Malaise ist, ist für den IWF ziemlich klar: US-Präsident Donald Trump. Warnungen vor einer „anhaltenden Unsicherheit in Bezug auf die Handelspolitik“ ziehen sich wie ein roter Faden durch den Bericht des IWF. Doch auch wenn Trump mit seiner protektionistischen Politik den Abschwung maßgeblich ausgelöst hat, zeigt vor dem IWF-Treffen Ende dieser Woche alle Welt auch auf Deutschland.

Europas größte Volkswirtschaft besitze als eines der wenigen Länder ausreichend finanziellen Spielraum, um sich mit höheren staatlichen Ausgaben gegen einen Abschwung zu stemmen, findet der IWF, finden Länder wie die USA oder Frankreich und finden auch viele Ökonomen. Doch die Bundesregierung weist die Kritik zurück.

Vor 21 Monaten hatte Trump die ersten Strafzölle eingeführt, damals zunächst auf Waschmaschinen und Solarmodule aus China. Anfänglich als schnelles Druckmittel gedacht, sind Handelsschranken auf Stahl, Technik oder Kleidung nun Dauerzustand. Würden die Strafzölle zwischen den USA und China nicht aufgehoben, warnt der IWF, droht das globale Bruttoinlandsprodukt um 700 Milliarden US-Dollar zu schrumpfen.

Doch schon jetzt hat der Handelskonflikt den Welthandel hart ausgebremst. Nach einem Wachstum von 3,6 Prozent im Jahr 2018 werde die globale Wirtschaft diesem Jahr mit drei Prozent deutlich geringer wachsen.

Das sind die Prognosen für Deutschland, USA und China
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: World Economic Outlook - IWF sagt globale Wirtschaftsflaute voraus

0 Kommentare zu "World Economic Outlook: IWF sagt globale Wirtschaftsflaute voraus"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.