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ZEW-Barometer Börsenprofis blicken überraschend optimistisch auf deutsche Konjunktur

Zum sechsten Mal in Folge ist das ZEW-Barometer gestiegen. Analysten erwarten künftig wieder stärkeres Wirtschaftswachstum in Deutschland.
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Das ZEW-Barometer ist nun wieder im positiven Bereich, Experten bewerten deutsche Konjunktur positiv. Quelle: dpa
Containerterminal in Hamburg

Das ZEW-Barometer ist nun wieder im positiven Bereich, Experten bewerten deutsche Konjunktur positiv.

(Foto: dpa)

BerlinZumindest die Börsenprofis blicken optimistisch in die konjunkturelle Zukunft. Knapp 200 Analysten und institutionelle Anleger, die das ZEW-Institut jeden Monat befragt, erwarten künftig wieder stärkeres Wirtschaftswachstum in Deutschland und auch in Europa. Das ZEW-Barometer klettert im April zum sechsten Mal in Folge, von minus 3,6 Punkten auf 3,1 Punkte.

Der Stimmungsindikator liegt damit erstmals nach einem Jahr wieder im positiven Bereich – auch wenn er noch weit entfernt vom Durchschnitt der Boomjahre, um die 20 Punkte, entfernt liegt. Aber vergleicht man die Börsianer-Stimmung mit der am Tiefpunkt im letzten Oktober, so notiert das Barometer um 28 Punkte höher.

Überbewerten sollte man diesen einzelnen Frühindikator allerdings nicht – zumal seit Monaten die harten Daten des Statistischen Bundesamts für die Industrie und vor allem für die Exportwirtschaft schlecht sind. Entsprechend beurteilen auch die Börsenprofis die Gegenwart – im Gegensatz zu ihren Zukunftshoffnungen – schlecht.

Der Wert des „Lageindikators“ sank entsprechend um 5,6 Punkte auf 5,5 Punkte. „Der Ausblick für die deutsche Wirtschaft für die nächsten sechs Monate ist damit nach wie vor sehr verhalten“, so das ZEW.

Die leichte Verbesserung der Erwartungen „beruht vor allem auf der Hoffnung, dass sich das weltwirtschaftliche Umfeld weniger schlecht als bisher vermutet entwickeln wird“, sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. Dazu beigetragen haben dürfte die Verschiebung des Brexits um fast sechs Monate.

Wambach mahnte gleichzeitig, die neuesten Zahlen für Auftragseingänge und Produktion der deutschen Industrie ernst zu nehmen. „Sie zeichnen das Bild einer eher schwachen Konjunkturentwicklung“, sagte er.

Dem will wohl auch das Bundeswirtschaftsministerium Rechnung tragen: Wie es dort heißt, werde die offizielle Wachstumsprognose der Bundesregierung für dieses Jahr am Mittwoch einmal mehr nach unten korrigiert: von 1,0 auf 0,5 Prozent. Die Forschungsinstitute, der Sachverständigenrat und der Internationale Währungsfonds hatten ihre Erwartungen für die Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zuletzt auf 0,8 Prozent nach unten korrigiert.

Im Gegensatz zur stagnierenden Industrie stehen im Binnenmarkt die Zeichen allerdings weiterhin auf Wachstum: Der Bau und die Dienstleistungen boomen, am Arbeitsmarkt nimmt die Zahl der Arbeitsplätze weiter, wenn auch langsamer als bisher, zu.

Ökonomen wie IfW-Chef Gabriel Felbermayr halten deshalb nichts von Schwarzmalerei. „Es gibt natürlich ein Überschwappen auf andere Branchen, wenn die Industrie nachhaltig schrumpft“, sagte er. „Aber bisher haben wir das Glück, dass die Industrie wohl ein paar Quartale schrumpfen kann, ohne dass man es am Arbeitsmarkt groß merkt“, schätzt er die Lage ein.

Bisher herrsche Fachkräftemangel, die Zuwanderung sei nicht mehr besonders hoch. „Und die durchaus kräftigen Lohnsteigerungen sollten den Konsum stärken“, sagte er.

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