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ZEW-Index Konjunkturoptimismus bei Börsianer steigt: „Hoffen auf besseres Umfeld“

Börsianer schätzen die deutschen Konjunkturaussichten so gut ein wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Auch die Konjunkturlage bewerteten sie besser.
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Mit Containern beladene Lastwagen stauen sich auf der Köhlbrandbrücke im Hamburg. Quelle: dpa
Konjunktur

Mit Containern beladene Lastwagen stauen sich auf der Köhlbrandbrücke im Hamburg.

(Foto: dpa)

Berlin Börsianer schätzen die deutschen Konjunkturaussichten so gut ein wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Das Barometer ihrer Erwartungen für die nächsten sechs Monate stieg im November überraschend kräftig um 20,7 Zähler auf minus 2,1 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 200 Analysten und Anlegern mitteilte. An der Börse sorgte das für leichte Gewinne, der Dax stieg um 75 Punkte an.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg auf minus 13,0 Zähler gerechnet. Auch die Konjunkturlage bewerteten die Börsianer besser, allerdings nur leicht.

„Die Hoffnung steigt, dass sich das internationale wirtschaftspolitische Umfeld in der näheren Zukunft verbessern wird“, sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. „Die Chancen auf ein Abkommen zwischen Großbritannien und der EU und damit auf einen geregelten Austritt Großbritanniens sind inzwischen erkennbar größer geworden.“

Hinzu komme, dass Strafzölle auf Autoimporte aus der EU in die Vereinigten Staaten weniger wahrscheinlich seien als vor einigen Wochen. „Auch eine Einigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China scheint etwas näher zu rücken“, sagte Wambach.

Das Bruttoinlandsprodukt war im zweiten Quartal wegen schwächelnder Exporte um 0,1 Prozent geschrumpft. Im abgelaufenen Sommerquartal dürfte es erneut ein Minus gegeben haben, womit Deutschland erstmals seit dem Jahreswechsel 2012/13 in eine Rezession rutschen würde. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht dazu am Donnerstag eine erste Schätzung.

Ökonomen zum Anstieg der ZEW-Konjunkturerwartungen

  • Thomas Gitzel (VP Bank): „Der wirtschaftliche Ausblick verbessert sich. Das muss nicht weiter verwundern. Einige wirtschaftliche Stolpersteine scheinen aus dem Weg geräumt. Die Handelskonflikte entspannen sich, es besteht mittlerweile Aussicht auf einen geregelten Austritt Großbritanniens aus der EU und die Notenbanken unterstützen weiterhin mit niedrigen Zinsen. Möglicherweise liegt also vorerst das Schlimmste an Hiobsbotschaften hinter der deutschen Volkswirtschaft.
    Auch im kommenden Jahr werden die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Die Umstellung vom Verbrennungsmotor auf die Elektromobilität ist für die deutsche Automobilwirtschaft mit einem tiefgreifenden Strukturwandel verbunden. Davon betroffen sind auch nachgelagerte Industrien wie der Maschinenbau. Das Potenzialwachstum wird damit geschmälert.“
  • Jens-Oliver Niklasch (LBBW): „Der zweite kräftige Anstieg des ZEW-Indikators nach September lässt einen die Konjunkturwende nach oben wittern. Die Hoffnungen auf einen glimpflichen Ausgang des Handelsstreits, ein möglicher Soft-Brexit, die jüngsten Zahlen aus der Industrie sowie die Rekordjagd an den Aktienmärkten dürften die befragten Finanzmarktexperten optimistisch gestimmt haben.
    Das ist in der Summe verständlich, aber mit Blick auf den wenig veränderten Index der Lageeinschätzung ist zunächst Vorsicht angezeigt. Vor allem in Sachen Handelsstreit ist die Kuh noch nicht vom Eis. Aber man muss auch sagen: Es sah vor drei Monaten in der Tat deutlich schlechter aus als heute.“

Mehr: Die Hoffnung auf eine weitere Verschiebung der US-Autozölle stützt am Dienstag den Dax. Auch das unerwartet gute ZEW-Konjunkturbarometer hilft dem Leitindex.

Der Handelsblatt Expertencall
  • rtr
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