Niedriglöhne und hohes Armutsrisiko OECD verlangt von Deutschland weitere Reformen

Wirtschaftlich sei in Deutschland vieles in Butter, lobt der Industrieländer-Club OECD – wenn da nicht der riesige Niedriglohnsektor und schlechten Aufstiegschancen wären. Sonst sei das dauerhafte Wachstum in Gefahr.
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IWF-Chefin Christine Lagarde, Bundeskanzlerin Angela Merkel und OECD-Chef Angel Gurria bei der Vorstellung des OECD-Wirtschaftsberichts in Berlin. Quelle: Reuters

IWF-Chefin Christine Lagarde, Bundeskanzlerin Angela Merkel und OECD-Chef Angel Gurria bei der Vorstellung des OECD-Wirtschaftsberichts in Berlin.

(Foto: Reuters)

BerlinDie OECD fordert von der großen Koalition rasche Reformen, um ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum zu sichern und das Armutsrisiko zu bekämpfen. „Um nachhaltige Erfolge zu erzielen, muss der Reformprozess gerade auch in guten Zeiten weitergehen. Für Deutschland heißt das: Das Land muss jetzt handeln“, sagte der Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Angel Gurría, am Dienstag in Berlin.

Die OECD erwartet für Deutschland 2014 ein Wachstum von 1,9 Prozent, im Jahr darauf von 2,3 Prozent. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sprach von einer guten Prognose, aber auch der Mahnung an Schwarz-Rot, sich nicht auszuruhen: „Wir glauben, dass ganz Vieles davon angelegt ist in der Politik der großen Koalition, aber manches auch noch fehlt.“

In dem alle zwei Jahre vorgelegten Bericht stellt die OECD fest, dass das relative Armutsrisiko und die Einkommensungleichheit in den vergangenen Jahren weitgehend unverändert geblieben seien. Deutschland habe zwar eine der geringsten Arbeitslosenraten. Der stark wachsende Niedriglohnsektor aber sei ein Problem. Gurría kritisierte erneut das deutsche Bildungssystem. Aufstiegschancen junger Menschen seien in keinem anderen OECD-Land so abhängig vom Wohlstand des Elternhauses.

Die OECD - ein Zusammenschluss von 34 Industrieländern - regt Steuerentlastungen und geringere Sozialabgaben vor allem für Geringverdiener an. Gurría lobte ausdrücklich die geplante Einführung eines allgemeinen Mindestlohns. Steuersubventionen sollten aber gestrichen und das Rentenpaket von Union und SPD aus Steuermitteln und nicht über die Sozialkassen finanziert werden.

Gabriel betonte, die OECD erkenne an, dass die deutsche Volkswirtschaft bemerkenswert widerstandsfähig sei. Umgekehrt sei zu begrüßen, dass der Bericht auch kritisch auf Probleme sozialer Ungleichheit und die Gefahr einer Spaltung am Arbeitsmarkt hinweise.

„Wir sind immer noch nicht übern Berg“
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3 Kommentare zu "Niedriglöhne und hohes Armutsrisiko: OECD verlangt von Deutschland weitere Reformen"

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  • Wieder steht Deutschland am Pranger! Wieder kommt/en Frau Merkel, unsere Politiker ungestraft davon!!!!!!

  • Was hat sich die OECD überhaupt in Deutschland einzumischen? Ich wüsste nicht, dass ich die gewählt hätte!

  • dieses Merkelsche Demokratische “Fraktions-Zwang-Parlament” + “US Washingtons D.C.” gibt mit diesen GEHEIMEN TTIP / TAFTA / TISA(*1) dem Land/Bürger und Europa den REST

    (...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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