Notenbanken Schulterschluss im Kampf gegen Inflation

Die großen Notenbanken sorgen sich um die drohende Inflation. Die EZB ist angesichts des Ölpreises in Alarmbereitschaft und auch die Fed blickt besorgt in den Nahen Osten. Jetzt üben die Institute den Schulterschluss.
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Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank und US-Notenbankchef Ben Bernanke kämpfen gemeinsam gegen die drohende Inflation. Quelle: dpa

Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank und US-Notenbankchef Ben Bernanke kämpfen gemeinsam gegen die drohende Inflation.

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Basel/ArlingtonDie großen Notenbanken der Welt üben im Kampf gegen die Inflation den Schulterschluss. „Wir sind alle dem Ziel verpflichtet, die Inflationserwartungen weiterhin fest zu verankern“, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Montag nach einem Treffen bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel. Die Einigkeit im Ziel bedeute jedoch nicht, dass man überall dieselben Mittel anwenden müsse. In der US-Notenbank Fed gibt es etwa mit Blick auf die Unruhen in Ölförderländern wie Libyen und Bahrain Bedenken, sich zu früh auf einen Stopp ihres umstrittenen Bond-Ankaufprogramms festzulegen.

Der Chef der Federal Reserve von Atlanta, Dennis Lockhart, hält zwar eher Vorsicht bei einer Verlängerung der bis Mitte des Jahres befristeten Ankäufe für angebracht. „Da es aber Risiken gibt, bevorzuge ich Flexibilität bei unserer geldpolitischen Haltung“, sagte Lockhart auf einer Konferenz in Arlington im Bundesstaat Virginia. Sein Kollege Richard Fisher von der Fed in Dallas ist hingegen bereit, bei dem Programm vorzeitig die Reißleine zu ziehen.

„Falls sich bis Juni herausstellen sollte, dass es sich als nachweislich kontraproduktiv erweisen sollte, werde ich dafür stimmen, das Programm zu stutzen oder nicht mehr fortzuführen.“ Die Fed hatte im November eine zweite Runde ihrer in der Krise begonnenen Geldmengenausweitung beschlossen, um der schwächelnden Wirtschaft auf die Beine zu helfen. Das insgesamt 600 Milliarden Dollar schwere Programm soll im Juni auslaufen.

Fed-Chef Ben Bernanke sieht zwar mittlerweile Anzeichen für einen selbsttragenden Aufschwung in den USA, doch wird das Land nach seiner Ansicht noch Jahre mit einer hohen Arbeitslosigkeit leben müssen. Kritiker werfen der Notenbank vor, mit der Dollarschwemme durch die Bondkäufe mittelfristig Inflationsrisiken und eine Vermögenspreisblase heraufzubeschwören.

EZB in Alarmbereitschaft

In Europa ist die EZB angesichts des Ölpreishöhenflugs in Sachen Inflation in Alarmbereitschaft. Trichet hatte nach der jüngsten Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) überraschend eine Zinserhöhung im April als „möglich, aber nicht sicher“ bezeichnet. Da die Inflationsrate deutlich über die Stabilitätsmarke der EZB gesprungen sei, müsse der Rat nun „hohe Wachsamkeit“ an den Tag legen. Die Zentralbank treibt die Sorge um, dass der durch steigende Öl- und Nahrungsmittelpreise angetriebene Teuerungsschub die Preiswertstabilität mittelfristig gefährden könnte.

Die EZB will daher auf jeden Fall verhindern, dass sich die Inflationserwartungen aus der Verankerung lösen und es zu einer Lohn-Preis-Spirale kommt. Derzeit liegt der Leitzins bei rekordniedrigen 1,0 Prozent. Die große Mehrheit der von Reuters befragten Volkswirte rechnet nun für April mit einer Anhebung um einen Viertelprozentpunkt.

  • rtr
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