Ökonomen warnen Südländer-Virus bedroht Deutschland

Die Einschläge in der Schuldenkrise kommen immer näher: Jüngste Wirtschaftsdaten für die Euro-Zone verheißen nichts Gutes. Auch Deutschland könnte nach Ansicht von Ökonomen in den Abwärtsstrudel geraten.
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Kein Ende der europäischen Schuldenkrise in Sicht: Geht auch Deutschland bald die Luft aus? Quelle: dpa

Kein Ende der europäischen Schuldenkrise in Sicht: Geht auch Deutschland bald die Luft aus?

(Foto: dpa)

BerlinInzwischen ist es schon eine Binsenweisheit, dass das größte Wachstumshemmnis für die europäischen Krisenstaaten die harten Sparprogramme sind, die ihnen von den Euro-Rettern abverlangt werden. Die Herausforderung besteht darin, trotz des Schulden- und Risikoabbaus und des in Gangsetzens von Reformen weiter zu wachsen. Dass es dabei nicht einfach ist, ein Gleichgewicht zwischen Haushaltskonsolidierung und Wachstum zu finden zeigt die wirtschaftliche Entwicklung der Euro-Zone, die katastrophal schlecht ist.

Die Wirtschaftsleistung in den 17 Euro-Staaten ist im dritten Quartal geschrumpft, wie das Statistikamt Eurostat in Luxemburg mitteilte. Demnach sank das Bruttoinlandsprodukt zwischen Juli und September um 0,1 Prozent. In Deutschland und Frankreich war noch ein leichtes Plus von jeweils 0,2 Prozent zu verzeichnen. Doch in den klammen Südländern Spanien, Portugal, Griechenland gab es einen teilweise drastischen Rückgang der Wirtschaftskraft.  

Dass Sparmaßnahmen das Wirtschaftswachstum stärker als erwartet gebremst haben, werten manche Ökonomen als Warnsignal. Denn am Ende könnten alle verlieren – auch ökonomische Schwergewichte wie Deutschland. Für den Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, steht deshalb auch außer Frage, dass die Austeritätspolitik gescheitert ist.  Doch offenkundig  hätten die wirtschaftspolitischen Handlungsträger immer noch nicht  die  „verheerende Wirkung ihrer Austeritätsstrategie“  verstanden, sagte Horn Handelsblatt Online. „Dies droht nun auch jene Volkswirtschaften in den Abwärtsstrudel zu ziehen, die  wie  Deutschland  der Rezession bisher  getrotzt  haben.“

Helfen kann derzeit aus Horns Sicht nur ein Strategiewechsel, der die gesamtwirtschaftliche Nachfrage  im Euro-Raum schone und  sich stattdessen auf  die notwendigen Reformen wie die Einführung eines  tragfähigen Steuersystems in Griechenland  fokussiere. „Erste noch zu zögerliche Ansätze dieses Wechsels sind in der Verlängerung des Zeitraums  für  die Budgetziele  in Griechenland erkennbar“, sagte Horn.

Anders als Horn sieht der Konjunkturchef des Münchner Ifo-Instituts, Kai Carstensen, wenig Möglichkeiten, am derzeitigen Kurs für die Krisenländer etwas zu verändern. „Eine einfache Alternative zum Reform- und Konsolidierungsprozess in Südeuropa gibt es nicht, denn schuldenfinanzierte Konjunkturprogramme – so sie denn überhaupt wirken – werden von den Kapitalgebern nicht mehr finanziert“, sagte Carstensen Handelsblatt Online. „Je schneller die Strukturreformen umgesetzt werden, desto eher wird sich Südeuropa aus der Krise arbeiten können.“

Probleme der Südländer könnten sich noch verschärfen
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36 Kommentare zu "Ökonomen warnen: Südländer-Virus bedroht Deutschland"

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  • @ Henry,

    eine Frage als Antwort auf Ihre Frage: Wieso funktioniert es in der Schweiz, Kananda, USA?
    Weil diese Staaten eine Währungsunion und (wichtig) eine Fiskalunion haben.
    Das ist der grosse Unterschied und auch die Lösung.

  • @Henry

    Das beschäftigt nicht nur Sie,Henry.
    Nur eine Handvoll Ökonomen hat es so formuliert.
    Die große Masse hat es ignoriert.
    Die Poltik hat zu Gunsten der Masse die Handvoll ignoriert.
    Weil sie es so WOLLTE
    Die selben Ökonomen,die heute mit dem Manko "Wechselkurse"
    argumentieren,haben damals versagt.
    Es ist auch eine Katastrophe für die Zunft,das hilft nur
    niemandem.Es ist nicht mehr relevant.
    Jetzt muß man sehen,wie man aus der Schei.... rauskommt.
    Mit der gegenwärtigen Koalitionsregierung und den
    Verantwortlichen in den EU-Gremien keine Chance.
    Da hilft nur abwählen und rausschmeissen,und sonst nichts.
    Und am Besten die Zunft mit dazu,wegen erwiesener Unfähigkeit

  • "Ein Abweichen vom Reformkurs hält Hinze allerdings für falsch. „Die Strukturreformen müssen soweit sie nicht unmittelbar nachfragewirksam sind, also Verwaltungsreformen, Privatisierungen, Deregulierungen betreffen, weiter konsequent umgesetzt werden“, sagte er. „Dann könnte man bei anderen Einsparmaßnahmen weniger stringent verfahren.“ "

    Ach der Herr Ökonom wieder,wer wars diesmal? Hinze,aha.
    Ich habe keine Ahnung wo er seine Tage verbringt.
    Aber woher er hat,das GR Verwaltungsreformen, Privatisierungen, Deregulierungen irgendwo angefangen hat
    ist mir ein absolutes Rätsel.
    Seine Schlüsse sind mal wieder falsch.
    Unpräzise und völlig nutzlos.
    Früher waren die Herren Ökonomen ja noch wenigstens präzise und nutzlos.
    Das scheinen sie inzwischen auch schon aufgegeben zu haben.
    Quacksalber und Scharlatane,Labertaschen und Schwätzer
    unpräzise wissenschaftliche Stümper,ignorieren ist das
    Einfachste,was man mit ihren "Weisheiten" noch schmerzfrei
    überstehen kann.Nachprüfbahre Zahlen werden schlicht nicht
    zur Kenntnis genommen.Falscher Input=falscher Output.
    Was war D. mal,ein Wissenschaftsstandort?
    Muß in einer anderen Zeit gewesen sein.

  • wahlalternative2013.de zeichnen!

    verpflichtet Sie zu nichts, liefert aber moralische Unterstützung für die Freien Wähler,
    die einzige eurokritische bürgerliche Partei!!

  • 'Joker1' sagt
    ---------------
    Wieso geht Deutschland nicht den Weg den dieser Sau-Soros
    vorschlägt?
    Deutschland verläßt die Eurozone, schnell.
    ---------------

    Weil es besser wäre den Euro zu behalten - allerdings nur solange sich alle Mitglieder auch über die Folgen eine stabilen Währung in klaren sind, wie sie in den europäischen Verträgen vereinbart wurde.

    Ein Austritt aus dem Euro ist weder notwendig noch rechtlich möglich, solange sich die EZB an ihre Verpflichtung zur Erhaltung der Geldwertstabilität hält.

    Eine Verpflichtung Deutschland zur Finanzierung Griechenlands oder anderer Schuldenstaaten gibt es nicht.

    Die bisherigen Finanzierungshilfen sind rein freiwillig gegeben worden.

    Man kann damit auch jederzeit wieder aufhören, wenn es sich - wie im Falle Griechenlands - als zwecklos erweist.

    ...

    Bei den Vorschlägen des Herrn Soros ist zu beachten daß er als Jude nicht notwendigerweise im besten Interesse Deutschlands agiert.

  • O-Ton 'george.orwell'
    -----------------------
    "Wenn das eine "mathematische Tatsache" ist, können Sie es uns sicher auch vorrechnen."

    Besser: Ich kann es Ihnen ZEIGEN:
    -----------------------

    Wenn sie behaupten etwas sei eine "mathematische Tatsache" ohne es vorrechnen zu können dann mangelt es Ihnen eklatant an mathematischem Verständnis.

    "Zeigen" ist nicht "besser" sondern unmathematisches Geschwätz.

    +++

    O-Ton 'george.orwell'
    -----------------------
    Trotz (oder auch wegen) aller Sparbemühungen steigt die Verschuldung in Greichenland ebenso wie zB in Deutschland immer weiter an.

    Die Griechen bezahlen mit den "Rettungspakten" lediglich Zinsen.
    -----------------------

    Falsch - die Griechen bestreiten mit den Rettungspaketen nicht nur den Schuldendienst sondern obendrein auch noch die Fütterung der Kleptokraten:

    Haushaltsdefizit - Zinsausgaben
    ===============================

    2010: 24,070 Mrd. - 13,193 Mrd.

    2011: 19,815 Mrd. - 15,024 Mrd.

    Und auch dieses Jahr wird das Haushaltsdefizit die Zinszahlungen wieder um viele Milliarden übersteigen - obwohl die aufgrund des Schuldenerlasses deutlich zurückgegangen sind.

    Das Geld wird vom griechischen Staat nach wie vor mit vollen Händen verteilt:

    Die Ausgaben für die Beamtengehälter sind von 2001 bis 2011 um 70,9% (Deutschland: 16,3%) gestiegen, die Sozialleistungen gar um 109,8% (Deutschland: 17,2%).

    Selbst wenn man Griechenland ALLE Schulden SOFORT erlassen würde könnte es seinen üppigen Haushalt immer noch nicht finanzieren.

    Das ginge allenfalls dann, wenn die Griechen 'mal anfangen würden Steuern zu bezahlen anstatt sich in der Schattenwirtschaft zu bereichern.

  • @Rechner
    ausgezeichnete Darstellung.
    Wieso geht Deutschland nicht den Weg den dieser Sau-Soros
    vorschlägt?
    Deutschland verläßt die Eurozone, schnell. Dann können die
    Südländer mit der Atommacht Frankreich Geld drucken soviel
    sie wollen und Schulden machen bis zum Erbrechen.
    Die Deutsche Polit- und Banksterkaste sollte dorthin
    umgesiedelt werden, ohne Vermögen und Pensionhsansprüche.

  • 'george.orwell' sagt
    --------------------
    Wettbewerbsfähigkeit durch Lohndumping in Zeiten der Globalisierung führt lediglich zu einer Abwärtsspirale, die in eine totale Verarmung mündet.
    --------------------

    Völliger Unsinn.

    Bloß wer billige chinesische Waschmaschinen kauft kann eben in der Waschmaschinengerstellung auf die Dauer nicht mehr vedienen als ein chinesischer Arbeiter.

    Wobei sich die Löhne in China ja stark erhöhen. Während in Deutschland die Löhne nicht steigen, aber die Waschmaschinen billiger geworden sind. Letzteres kommt auch hier dem Lebensstandard der werktätigen Massen zugute.

    +++

    'george.orwell' sagt
    --------------------
    Auch dies geht nur solange wie noch Menschen da sind, die es sich leisten können zu konsumieren.
    --------------------

    Offensichtlich konnten sich Menschen weltweit 2010 leisten sehr viel mehr zu konsumieren als 2000.

    Auch wenn einige dieser Menschen (PIGS) sich das Geld dafür leider in Deutschland beliehen haben.

    Das geht in Zukunft natürlich nicht mehr.

    Dafür können aber die Deutschen dann das Geld das sie jetzt den PIGS nicht mehr leihen selbst ausgeben.

    Der Gesamtkonsum bleibt also gleich - bloß wird das Geld jetzt wieder von denen ausgegeben die es verdient haben und nicht mehr von denen die es sich geliehen haben.

    +++

    'george.orwell' sagt
    --------------------
    Was nutzt es, wenn Europa "wettbewerbsfähig" ist, aber der Wohlstand der arbeitenden Bevölkerung in Europa immer weiter nach unten abgleitet?
    --------------------

    Da verallgemeinern Sie unzulässig:

    Die unverdienten Zuwächse im Lebensstandard bei den PIGS müssen abgebaut werden, während er in Deutschland steigt. Und zwar dadurch, daß wir den PIGS nicht mehr leihen und das Geld lieber selbst ausgeben.

    Das ist ein Zurückverteilungseffekt.

    Für Europa insgesamt bleibt das Wachstumn an Lebensstandard das sich durch die Skaleneffekte der internatoonalen Arbeitsteilung ergeben.

  • @ Rechner

    "Wenn das eine "mathematische Tatsache" ist, können Sie es uns sicher auch vorrechnen."

    Besser: Ich kann es Ihnen ZEIGEN: Trotz (oder auch wegen) aller Sparbemühungen steigt die Verschuldung in Greichenland ebenso wie zB in Deutschland immer weiter an.

    Die Griechen bezahlen mit den "Rettungspakten" lediglich Zinsen.

    Wenn also die Vermögen immer weiter ansteigen - spiegelbildlich zu den Schulden - so wird früher oder später, eher früher, der Punkt erreicht, an dem nichteinmal mehr die Zinsen bezahlt werden können.

    Wäre der Zins nicht künstlich gedrückt (Ausfallrisiko..), so würde dieser Punkt schon morgen in den meisten Staaten erreicht.

  • Wenn ich den Experten Namens Horn lese denke ich immer an Irrsinn. Herr Horn ist ein Links Ideologe.

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