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Banken Shareholder-Value-Denken rächt sich

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Einiges spricht dafür, dass die Banken sich auch auf Druck ihrer Aktionäre in riskante Geschäfte gestürzt haben. Die Forscher verglichen die Performance der Institute mit gängigen Indizes zur Shareholder-Value-Orientierung eines Unternehmens und stellen fest: Je aktionärsfreundlicher ein Institut geführt war, desto stärker kam es in der Krise unter die Räder und desto mehr Schrottpapiere musste es abschreiben. Dieser Befund widerspricht der These, Verstöße gegen die Grundsätze guter Unternehmensführung ("Corporate Governance") seien eine Kernursache der Finanzkrise.

Dass eher das Gegenteil der Fall war, legt auch eine zweite Studie nahe, die René Stulz zusammen mit Rüdiger Fahlenbrach aus Lausanne veröffentlicht hat. Je enger die Bezahlung von Bankchefs an die kurzfristigen Interessen der Aktionäre gekoppelt war, desto heftiger kam ein Geldinstitut in der Krise unter die Räder, stellen die Forscher fest. "Eine plausible Erklärung dafür ist, dass Vorstandschefs mit größeren Anreizen zur Maximierung des Shareholder-Value größere Risiken eingegangen sind."

Auch die Finanzmarktregulierung im Heimatland eines Geldinstituts spielt eine gewisse Rolle dafür, wie es durch die Krise kam. Die Forscher stellen einen auf den ersten Blick paradoxen Zusammenhang fest: Je strenger die Bankenaufsicht in einem Land, desto stärker brachen die Aktienkurse der Banken in der Krise ein. Beltratti und Stulz deuten dies aber nicht als Indiz dafür, dass Finanzmarktregulierung per se negativ sei. Wahrscheinlicher sei, dass strengere Aufsichtsbehörden Banken in der Krise stärker auf die Finger schauten. Dafür spricht, dass Banken in Ländern mit mächtiger Aufsicht sich für einen Euro Abschreibungen mehr neues Eigenkapital besorgen mussten. Zudem sollte man die Bedeutung der Regulierung für die Performance nicht überinterpretieren. Verglichen mit unternehmensspezifischen Faktoren wie der Eigenkapitalausstattung und der Verschuldung ist ihr Einfluss auf die Bank-Performance eher gering, zeigt die Studie.

Generell gilt: Je traditioneller und konservativer ein Geldhaus bis Mitte 2007 agierte, desto weniger Federn musste es in der Krise lassen. "Banken, die in der Krise besser performten, hatten mehr und besseres Eigenkapital", stellen die Wissenschaftler fest. Zudem verfügten sie über mehr Spareinlagen im Verhältnis zu ihren Vermögenswerten, spekulierten weniger mit geliehenem Geld und waren für ihre Refinanzierung weniger auf kurzfristige Geldmarktkredite angewiesen.

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