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Exzessive Kreditvergabe führt zu Spekulationsblasen. Immer mehr Volkswirte sind sich einig, dass Geldpolitik grundlegend umdenken muss. Dabei besinnt sich das Fach auf eine alte Denkschule zurück: den Monetarismus.

Kommentare

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  • Nun ich finde die Diskussion ja interessant, das geht aber
    alles an der Frage vorbei,woher kommt denn der Zins für einen geschöpften Kredit? -aus einem neuen Kredit- oder?
    Der Rest ist dann Mathe- Zins und Zinseszinsrechnung. Wenn dann die Nullen nicht mehr ausreichen kommt es zum Absturz, also Inflation, Währungsreform ec. oder Krieg. Wenn ich die Presse verfolge werden gerade die Fahnen
    für letzteres aufgestellt, denn dann interessieren einem
    Patrioten die Nullen nicht mehr.

  • "Nicht die klassische Geldmenge, sondern ihr Gegenstück, die Kreditvergabe, halten sie für zentral. Kreditzyklen sind für sie eine wichtige Ursache für das konjunkturelle Auf und Ab - Banken, die übermäßig Darlehen vergeben, bedrohten die Stabilität von Finanzsystem und Realwirtschaft."
    War die Ausdehnung der umlaufenden Geldmenge in Zeiten des Goldstandards noch direkt abhängig von der Fähigkeit der Notenbank, jeden Geld-Schuldschein in Gold einzutauschen, hat heute die Finanzwirtschaft die virtuelle Geldschöpfung zum Geschäftsmodell gemacht zum Betreiben von virtuellen Wettgeschäften (vgl. Derivate). Die Finanzindustrie hat mit der Wirklichkeit (Realwirtschaft) nichts mehr zu tun. Abhilfe bietet nur noch eine Regulierung dergestalt, dass jede Bank zur Aufnahme billigen Geldes bei der Notenbank die eigene Existenzberechtigung damit nachzuweisen hat, dass mindestens 80% der eigenen Bilanzsumme aus Finanzierung der Realwirtschaft bestehen. Damit wäre die Zockerei sofort am Ende.

  • Diese Erkenntnisse hatte Ludwig von Mises im Wesentlichen bereits im Jahre 1912 in seiner "Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel" und in seiner "Geldwertstabilisierung und Konjunkturpolitik" aus dem Jahr 1928 (beides unter mises.org downloadbar).
    Die gleichen Gedanken hatte auch F.A Hayek.
    Da beide aber die Banken und Bankpolitiken stark kritisiert hatten wurden sie von den (gelenkten) Mainstraem-Ökonomen totgeschwiegen.
    Beide belegen stichhaltig, dass die Geldschöpfung der Banken Hauptursache für die meisten Krisen ist.
    (interssant dazu ist auch der empirische Beweis in Jesus Huerta de Soto: Money Bank Credit and Economic Cycles).

  • Permanent wird an der eigentlichen Ursache unserer Misere (In Europa wie in USA wie in Japan bald auch in China)vorbei argumentiert. Wir geben seit Jahrzehnten mehr aus als wir einnehmen. Wenn das für echte Investitionen bestimmt wäre (Sachanlagen, Bildung), wäre das völlig o.k., so wie es die Verfassser unseres Grundgesetzes bestimmt hatten. So doof waren die gar nicht... Die Notenbanken haben in dem Spiel gar nichts verloren, die sollen sich auf ihre eigentliche Geldmengenkontrolle konzentrieren, so wie die alte DM-Bundesbank.

  • Auf den Verwendungszweck (der Kredite) kommt es an. Diese Teilüberschrift bringt es auf den Punkt. Aber das hätte meine Oma auch vermutet! Dazu braucht man weder Wirtschaftswissenschaftler noch Neo-Monetaristen.

    Die Frage ist, wie stellt man es sicher. Rating hat im Kern versagt. Das steht fest. Das Problem ist zu einem großen Teil, dass wir in vielen Bereichen zu sehr und zu Apparatchiks werden - zu (Geschäfts-)Prozessknechten - die nur Formalismen erfüllen und weitgehend den eigenen Verstand und die Verantwortung abschalten. Wirtschaft wird in den oberen Etagen als Konsenzveranstaltung statt als Wettbewerb betrieben. Das ist ein Fehler.

  • Das sehe ich auch so! Das Problem wird hier korrekt geschildert, eine Lösung aber nicht angeboten! Wenn der - ich nenne ihn mal - "Spekulationskredit" eben 15% bringt, der lumpige Unternehmenskredit aber nur 6% dann wird wohl jeder Banker den Spekulationskredit vorziehen. Es ist eben auch ein Unterschied, ob man ein Haus / Wohnung kauft um selber drinn zu wohnen, es bestenfalls noch zu vermieten oder aber nur darauf wartet, bis irgendein Trottel das Objekt zu einem 20% höheren Preis übernimmt. Erschwerend hinzu kommt noch, dass eine Bank bei Vergabe der Mittel oft die spätere Entwicklungen gar nicht steuern kann.

  • In Zeiten der Not siegt wieder einmal der Verstand über die Gier. Das wird sich allerdings erfahrungsgemäß spätestens dann wieder ändern, wenn sich die Boni der leitenden Personen an den von Aktionären gesetzten, gewinnmaximierten Zielen orientieren. Der Mensch ist eben so - wo man viel verdient muss doch noch mehr zu holen sein. So entstehen die Blasen von denen gesprochen wird. Nämlich in den Köpfen derer, die einfach den Hals nicht voll bekommen können. Dagegen ist allerdings bislang kein Kraut gewachsen. Somit ist es in der Natur der Sache, dass sich das neue Wirtschafts- /Banken- Geldsystem wie ein Phoenix aus der Asche erheben, sich im Laufe der Zeit verändern und zum Schluss wieder in einem großen Knall vergehen wird.

  • Zentralbanken steuern direkt lediglich das Verhalten der Privatbanken; dies vermögen sie auch nur bedingt zu tun. Ihre Instrumente zielen darauf ab, die Menge an Zentralbankgeld und den Zins für Zentralbankgeld bei den Privatbanken zu beeinflussen. Dabei sind die restriktiven Wirkungen in der Regel wirksamer als die extensiven.

    Auf Geld und Zins im Bereich der Unternehmen, der Privathaushalte, der Finanzintermediäre (ohne Banklizenz) und nicht zuletzt der Staatshaushalte haben sie nur indirekt und damit auch nur höchst unvollkommen Einfluß. Dies bedeutet weiterhin, daß sie Umfang und Konditionen von Krediten innerhalb dieser Nichtbankenbereiche ebenfalls nicht sicher steuern können bzw. eher bedingt restriktiv.

    Es ist eine Grundwahrheit, daß jeder Kredit seinen ökonomischen Sinn lediglich aus seinen zukünftigen Einkommensentstehungen heraus findet. Dies kann auch indirekt geschehen, wenn z. B. heutige Konsumkredite zu höheren bzw. mehr Einkommen in der Zukunft führen.

    Wenn heutige Kredite nicht mehr Einkommen schaffen werden, dann belasten sie lediglich spätere Einkommen über Zins und Tilgung und schränken andere Verwendungen in der Zukunft deutlich ein. Darlehensverwendungen sind damit der wichtige Dreh- und Angelpunkt; aber die Zentralbanken sind reichlich überfordert, von ihnen hier wirksame Kontrollen zu verlangen.

  • Seit 12 Jahren bin ich als selbstständiger "Immobilienspekulant" der Bad Boy meiner Bank. Vorher war ich der Berater in Immofragen derselben Bank. Alle Kredite pünktlich bezahlt, steigende Werte änderten nichts. Es führte dazu alles mit erheblichen Gewinnen zu verkaufen und im Ausland nun engagiert zu sein. Wenn nun der altersschwache Monetarismus als heilsbringende Zukunft dargestellt wird, muss hier niemand die Folgen darstellen. Eines ist sicher: Europa ist ein schnell sinkendes Schiff, schlimm ! Noch schlimmer ist die Konzeptionslosigkeit von Konsorten die hier kolportiert werden oder Politikern, deren Namen man sich kaum nennen traut. Es ist jeder Fachmann geworden auf dem Schiff, welches sinkt. Der Kapitän ist von der FDJ. Er rammt den Eisberg. Wir sind unsinkbar, wir müssen nur die Köpfe heben, dann sehen wir die Wasseroberfläche.

  • Und wo bitte ist hier das Problem der gierigen Politiker gelöst, die endlos Schulden machen (müssen) und den Staat zum Raubtier hochpäppeln?

    Können die Monetaristen auch verhindern, dass der Staat Zinsen bietet, die oberhalb des realen Wirtschaftswachstums liegen und somit entscheidend zur Geldknappheit beiträgt und nebenbei dadurch den Steuerzahler sanft enteignet?

    Und zu guter Letzt, wie soll so verhindert werden, dass sich Großkapitalisten nicht nur über das Geldverleihen an den Staat durch Zinseszinsen exponentiell bereichern, sondern auch durch den Einfluss auf die Geldmenge entscheiden können, wann die nächste Wirtschaftskrise stattfindet?

    An wen gehen die zig Milliarden Zinsen, die jedes Jahr der Bund zu zahlen hat?

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