Geschichte des Unternehmertums Vom Zwiebelhändler zum Milliardär

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Das Revolutionäre an der Handelsgesellschaft, die die Handelsroute nach Russland per Schiff erschließen wollte, war nicht die Geschäftsidee, sondern ihre Rechtsform. Die Gründer verkauften 240 Unternehmensanteile zu 25 Pfund das Stück – die erste moderne Aktiengesellschaft war geboren.

Das eingenommene Startkapital reichte für drei Schiffe und eine Ladung Handelsgüter. Auf der Jungfernfahrt Richtung Russland kenterten zwei Schiffe im Eis der weißen See, nur Expeditionsleiter Richard Chancellor erreichte das Ziel. Er baute einen florierenden Handel mit Zar Iwan auf.

Nach zehn Jahren hatte sich der Kapitalstock der Aktiengesellschaft beinahe versechsfacht, wie versprochen erhielten die Aktionäre ihre Dividenden. Der Erfolg der neuartigen Aktiengesellschaft löste einen Gründungsboom aus. Waren Unternehmer bislang auf Kredite oder finanzielle Unterstützung von Partnern angewiesen, ermöglichte die Aktienfinanzierung größere Investitionen.

Aus historischen Beispielen wie diesen leiten die drei Autoren Ratschläge für die Wirtschaftspolitik von heute ab: Weil kulturelle und religiöse Rahmenbedingungen kaum zu beeinflussen seien, empfehlen die Ökonomen den Politikern, die ganze Kraft darauf zu verwenden, das Rechtssystem und Institutionen wie das Bankenwesen möglichst unternehmerfreundlich zu gestalten.

Was den Politikern in schweren Zeiten Mut machen könnte: Manchmal sorgen Zufälle oder gar Katastrophen für einen Wachstumsschub: Als die Niederlande im 16. und 17. Jahrhundert von verheerenden Überschwemmungen und spanischen Feldzügen heimgesucht wurden, trieb es die Landbevölkerung massenweise in die Städte. Aus unternehmerischer Sicht war das ein Glücksfall.

Um sich in den Mittelalter-Metropolen zu versorgen, entwickelten die Menschen eine ungeahnte kreative Energie. 1620 führte jeder zehnte Bewohner des rohstoffarmen Landes seinen eigenen Betrieb. Ein goldenes Zeitalter des Unternehmertums.

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