Quote in Aufsichtsräten Frauen-Revolution von oben ist fragwürdig

Geht es den Verfechtern einer Frauenquote tatsächlich um Gleichberechtigung, oder nur um Gleichmacherei? Streng wirtschaftlich betrachtet stellt sich die Frage, ob eine Pflichtquote nicht großen Schaden anrichten kann.
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Die Frauenquote in Aufsichtsräten ist umstritten – denn das letztliche Ziel ist nicht ganz klar. Quelle: dapd

Die Frauenquote in Aufsichtsräten ist umstritten – denn das letztliche Ziel ist nicht ganz klar.

(Foto: dapd)

Die Frauenquote für Aufsichtsräte ist derzeit das Schlachtfeld, auf dem der Kampf für und wider gesetzliche Regeln zur Gleichberechtigung im Beruf ausgetragen wird. Die Diskussion dreht sich fast nur um Freiwilligkeit versus zwingende Quote. Eine Diskussion darüber, ob Aufsichtsräte die richtigen Institutionen sind, um mit Frauenquoten anzufangen, findet dagegen kaum statt. Warum eine Quote für Aufsichtsräte und nicht für Vorstände oder Führungskräfte allgemein?

Um eine Antwort geben zu können, ist es wichtig, ob man Männer und Frauen im Wesentlichen als gleich ansieht oder davon ausgeht, dass sie sich unterscheiden - zum Beispiel in Sachen Risikofreude. Wenn Letzteres der Fall wäre, wie die Autoren vieler statistischer Studien fälschlicherweise nahelegen, wenn Frauen von Natur aus vorsichtiger und umsichtiger agierten als Männer, wäre der Aufsichtsrat ein guter Ort, um mit Frauenquoten anzufangen.

Vorsicht und Umsicht sind wichtige Eigenschaften für Aufsichtsräte. Vielleicht meint Arbeitsministerin Ursula von der Leyen das, wenn sie sagt: "Wenn die Länder Europas international wettbewerbsfähig bleiben wollen, dann geht das nicht ohne Frauen an der Spitze." Oder EU-Kommissarin Viviane Reding, wenn sie sagt. "Frauen werden gebraucht, wir können dieses Talent nicht verschleudern und Frauen sind gut für das Geschäft."

Wenn Frauen aber in vergleichbarer sozialer und beruflicher Position nicht grundsätzlich anders agieren als Männer, dann wird der Fokus auf Aufsichtsräte fragwürdig. Der Nutzen aus der "Diversität" ist dann gering im Vergleich zum möglichen Schaden aus der Quote.

Denn: Da Frauen in Führungspositionen rar sind, sind auch geeignete Kandidatinnen für Aufsichtsräte rar. Wenn man mit Quoten ganz oben anfängt, schöpft man kein ungenutztes Potenzial aus, sondern läuft Gefahr, zweitklassige Kräfte an die Spitze zu ziehen. Da es sich um wenige Stellen handelt, kann die Quote für Aufsichtsräte auch kaum einen Beitrag zur Chancengleichheit leisten.

Wenn es um die Nutzung von Potenzialen geht statt um "Diversity-Management", muss man auf den unteren Hierarchiestufen anfangen, nicht ganz oben.

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32 Kommentare zu "Quote in Aufsichtsräten: Frauen-Revolution von oben ist fragwürdig"

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  • Sie verstehen aber schon, dass gerade die TOP-Frauen dieses Geblubbere darüber ziemlich überflüssig finden, dass irgendwelche anderen Frauen angeblich irgendwas nicht wollen - wenn sie selbst ständig ausgebremst werden? Wir haben diese Ausreden satt. Seit mehr als 5 Jahrzehnten.

  • Ich stehe in der Mitte des Berufslebens, arbeite seit über 1 1/2 Jahrzehnten in einem Bereich in dem überwiegend Frauen tätig sind, in Sachen Einsatzfreude und Originalität waren die Kolleginnen eher enttäuschend. Es gibt auch Top weibliches Führungskräfte, aber die meisten Frauen scheinen den Stress und diese Art Job einfach nicht zu wollen, oder wenn doch, dann leiden Sie unter hemmungsloser Selbstüberschätzung. Weibliche Führungskräfte haben nach meiner Beobachtung im Mittel gesehen einen geringeren Drang neues oder überhaupt was zu wagen. So würden 50 % von diesen Type den Firmen nicht gut tun.

  • Wenn die hier so wütend kommentierenden tollen Männer auch so wie bisher einfach unbestritten die Mehrleister sind - dann müssen sie doch gaaaaar keine Angst haben, dass ihnen irgendeine Quotenfrau in die Quere kommt, weil für die ganz vielen tollen, souveränen Männer die 50% Anteil für die Mehrleister-Funktionen doch erhalten bleiben. Warum regen sie sich also so auf? Weil sie eigentlich wissen, dass gerade sie eben keine Chancen haben bei fairen und leistungsbezogenen Bedingungen.

  • Sie haben ihre Tabletten vergessen einzunehmen ?

  • Eine sehr liebe Frage aber auch sehr naiv: in den obersten Führungsgremien gibt es nur wenige "Sitze" oder Jobs. Guten Abend!

  • Wieso braucht man/frau für etwas Selbstverständliches eine Zielbeschreibung? Es ist ganz einfach: Männer und Frauen möchten gemeinsam für unsere Gesellschaft und Wirtschaft verantwortlich sein. In fast allen Bereichen funktioniert das fantastisch und selbstverständlich - Wieso nicht in den höchsten Führungs- und Entscheidungsgremien? oder unseren deutschen Aufsichtsräten?

  • Haben Sie sich umoperieren lassen? Oder ist es Verzweiflung über jahrzehntelanges Singleleben?

  • Also Zusammen,
    Während und nach WW2 waren es die Frauen, welche das Ganze am Laufen gehalten haben.
    In 10-15 Jahren wird hier jede Hand m/w gebraucht um überhaupt über die Runden zu kommen.
    Wenn Frauen heute 110% bringen müssen um sich gegen männliche Bewerber durchzusetzen bleiben Neid und Missgunst leider nicht aus.

  • Was bitte ist denn "Hochschlafe" - ?? - Die Quote macht Frauen zu (gesellschaftlich) behinderten Menschen!! Gründet doch einen Verband, einen Verein GEGEN QUOTENBEHINDERUNG. Oder genau! Eine Partei! ;-)) Damit man(n) wenigstens weiß, was man(n) wählen kann.

  • Uiii...klingt ja wie Wikileaks-Leader. Aber eben, nur am Tippseln im Blog. Na denn...guten Sonntagabend im kleinbürgerlich-phantasiebehauchten Biederismus.

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