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Rolle der Chefvolkswirte Die Wahlkampf-Show der Ökonomen

Je wichtiger die Wirtschaftsthemen im Wahlkampf wurden, desto wichtiger wurde ihre Rolle: Zusammen mit den Präsidentschaftsbewerbern Obama und McCain haben die Chefvolkswirte Austan Goolsbee und Holtz-Eakin am jeweiligen Wirtschaftsprogramm gearbeitet. Beide vertreten eine undogmatische Wirtschaftspolitik - beide ähneln verblüffend den Kandidaten.
  • Christine Mattauch
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Seinen Chef hat der demokratische Chefökonom Austan Goolsbee in den letzten Wochen kaum gesehen. Ein Indiz, dass der Einfluss der Chefökonomen durchaus begrenzt ist. Foto: Reuters Quelle: Reuters

Seinen Chef hat der demokratische Chefökonom Austan Goolsbee in den letzten Wochen kaum gesehen. Ein Indiz, dass der Einfluss der Chefökonomen durchaus begrenzt ist. Foto: Reuters

(Foto: Reuters)

NEW YORK. Wenigstens über ihre Anzüge scheinen die beiden sich abgesprochen zu haben - schließlich wollen sie sichergehen, dass sie sich unterscheiden. Austan Goolsbee trägt Dunkelblau mit hellblauem Schlips. Douglas Holtz-Eakin kommt in Grau, die Krawatte ist goldfarben. Ansonsten reden sie nicht miteinander, nicht einmal hier, im Auditorium der New Yorker Columbia University. Fragen des Publikums beantworten sie, aber keine Debatte untereinander, keine Diskussion.

Austan Goolsbee ist Chefökonom des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama, Douglas Holtz-Eakin ist sein republikanischer Gegenspieler. Schon lange bevor die heiße Phase des Wahlkampfs begann, haben sie mit den Politikern am jeweiligen Wirtschaftsprogramm gearbeitet. Sie haben mit ihnen diskutiert und Papiere geschrieben, sie haben Ideen geboren und wieder verworfen. Je wichtiger die Wirtschaftsthemen im Wahlkampf wurden, desto wichtiger wurde ihre Rolle.

Doch natürlich wissen beide Ökonomen, dass die künftige Wirtschaftspolitik des Präsidenten am Ende ganz anders aussehen kann, als sie es aufgeschrieben haben. Papier ist geduldig, und Wahlkampf ist Wahlkampf.

Die Welt der Wirtschaftswissenschaft ist auch in den USA überschaubar, und so kennen sich Goolsbee und Holtz-Eakin seit fast 20 Jahren. Beide haben an Eliteuniversitäten studiert: Goolsbee in Yale und am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Heute hat er einen Lehrstuhl an der traditionell eher für besonders konservative Ökonomen bekannten University of Chicago. Holtz-Eakin studierte an der Denison University in Ohio und promovierte in Princeton. Bevor er zu McCain ins Wahlkampfteam wechselte, arbeitete er am angesehenen Peterson Institute for International Economics in Washington.

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