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Stimmt es, dass... Ist die Staatsschuldenkrise eine Folge der Bankenkrise?

Kritiker der öffentlichen Miesen verweisen reflexhaft auf stetig ansteigende Schulden seit den 50er Jahren. Doch das überzeugt nur begrenzt, denn seitdem ist die Wirtschaft gewachsen und die Währung im Wert gesunken.
14 Kommentare
Waren die Banken Schuld an den vielen Schulden? Ein genauer Blick lohnt sich. Quelle: dpa

Waren die Banken Schuld an den vielen Schulden? Ein genauer Blick lohnt sich.

(Foto: dpa)

Unser aufmerksamer Leser Wolfgang Junkes hält den Zusammenhang zwischen belasteten Bankbilanzen und öffentlichen Schulden für eine reine Schutzbehauptung, wie sie Politiker gern in Talkshows zum Besten geben und empfiehlt einen Blick auf die Website des Bundes der Steuerzahler. In der Tat sieht man auf der dort dargestellten Grafik zur Staatsverschuldung, wie die Zunahme der Staatsschulden seit 1950 beständig steiler geworden ist. Nach der Wiedervereinigung verstärkt sich dies vorübergehend, aber einen Effekt der Bankenkrise kann der Augenschein nicht entdecken.

Die Grafik ist ein sehr schönes Beispiel dafür, wie man mit geeigneten Schaubildern desinformieren kann. Der Anstieg von 1950 bis 1955 um umgerechnet 11 Milliarden Euro auf 21 Milliarden Euro, immerhin 110 Prozent, ist fast nicht erkennbar. Die Zunahme von 2000 bis 2005 um 12 Prozent, in Prozent ausgedrückt also ein Neuntel der Zunahme in der ersten Hälfte der 1950er, wirkt optisch wie ein sehr steiler Anstieg. Das liegt daran, dass die absolute Zunahme mit 189 Milliarden 17-mal so groß ist wie damals. Es ist aber angesichts des Wirtschaftswachstums und der Geldentwertung von 50 Jahren unsinnig und unseriös, so zu tun, als könnte man diese Werte direkt vergleichen.

Norbert Häring ist Handelsblatt-Korrespondent in Frankfurt und Autor des Buchs „So funktioniert die Wirtschaft“. An dieser Stelle erläutert er täglich grundsätzliche Fragen zum wirtschaftlichen Geschehen. Quelle: Bernd Roselieb für Handelsblatt

Norbert Häring ist Handelsblatt-Korrespondent in Frankfurt und Autor des Buchs „So funktioniert die Wirtschaft“. An dieser Stelle erläutert er täglich grundsätzliche Fragen zum wirtschaftlichen Geschehen.

(Foto: Bernd Roselieb für Handelsblatt)

Blickt man auf das Staatsdefizit im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung, so zeigt sich ein deutliches Bild. In den fünf größeren Kernländern der Währungsunion, ebenso wie in den fünf Randländern Italien, Spanien, Portugal, Irland und Griechenland, lag dieses von 2001 bis 2005 überwiegend zwischen zwei und drei Prozent. An der Peripherie nur ein wenig höher als im Kern. Länder wie Spanien und Irland wiesen sogar jahrelang Haushaltsüberschüsse auf. 2006 und 2007 lag das Defizit im Kern unter einem Prozent, in der Peripherie unter zwei Prozent.

Dann schoss es im Zuge der Finanzkrise nach oben, in den Kernländern ab 2009 auf über fünf Prozent, in der Peripherie über zehn Prozent. In Deutschland sprang die Verschuldung aufgrund der Kosten der Bankenrettung 2009 und 2010 um 16,5 Prozent auf 83,2 Prozent nach oben. Das „hochverschuldete“ Spanien, wie es in den Medien reflexartig genannt wird, hatte 2007 noch einen Verschuldungsgrad von weniger als 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und liegt trotz des kräftigen Anstiegs seither noch unter dem deutschen Wert. In Irland schoss die Verschuldungsquote in nur drei Jahren wegen der Bankenkrise um rund 40 Prozentpunkte des Bruttoinlandsprodukts nach oben. Die Aussage, dass die Finanzkrise ursächlich für die europäische Staatsschuldenkrise ist, scheint nicht allzu gewagt.

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14 Kommentare zu "Stimmt es, dass...: Ist die Staatsschuldenkrise eine Folge der Bankenkrise?"

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  • Viele Kommentare hier nennen jeweils Teilaspekte und wenn ich es richtig lese wird besonders über Ursache/Wirkung gestritten, wenn es darum geht ob die Finanz- an der Staatsschuldenkrise schuld war oder gar umgekehrt.

    Ich versuche mal noch ein paar andere Aspekte zu benennen, die ich hier noch nicht gelesen habe und wohl für die Thematik auch relevant sind. Zuerst möchte ich nicht bestreiten, dass die Schulden im Privatsektor wie auch die Staatsschulden nicht nur nominel sondern auch prozentuell zum BIP in USA/EU zugenommen haben.

    Jedoch sollte man sich immer die anderen Seite der Medallie angucken. Zum Einen bestand die Möglichkeit der grösseren Verschuldung erst überhaupt mit der Deregulierung des Finanzwesens und fragwürdiger Finanzprodukte und in den USA der staatlichen wie auch durch Finanzlobby gepushten Immobilienblase. Das soll nicht bedeuten, dass sich diese Privatmenschen nicht auch verantwortungslos durch immer höhere Hypotheken und Kredite verhalten haben, aber schliesslich haben die Banken auch mitgespielt und kein Problem damit gehabt die Kredite zu gewähren, unabhängig von der wirklichen Bonität des Kreditnehmers und somit eine Art Lizenz zum Gelddrucken erhalten (ohne viel Eigenkapital und ohne wirklich eigene Wertschöpfung)

    Ausserdem wundert es mich, dass alle nur von Schulden, aber niemand von Vermögen spricht, denn dieses ist in vielen Ländern teils schneller gestiegen als die privaten Schulden. Problem Nr. 1, dieses Vermögen ist aber bei denen gelandet, die meist sowieso schon mehr als genug davon haben und Problem Nr. 2 durch die immer stärkere neoliberale Ausrichtung sind die Steuereinnahmen durch Kapital/Vermögen/Finanzgeschäfte gesunken und zusätzlich durch die immer weitere Prekarisierung der Arbeitnehmerschaft (also Löhne) sind auch hier die Steuereinnahmen eingebrochen -> führt zu mehr Staatsschulden -> schwächere Binnennachfrage -> noch weniger Steuereinnahmen.

  • Ein direkte Folge auf die Bankenkrise ist die aktuelle Schuldenkrise sicher nicht. Damals hat die Bankenkrise jedoch die Macht der Märkte demonstriert. Ebenfalls wird die Schuldenlast (Zinsen) der Staaten nicht zuletzt durch die Märkte wesentlich bestimmt. Fazit: Beide Krisen haben den gleichen Auslöser/Anheizer.

    Mehr zum Thema auf www.krisentalk.de

  • Werter Herr Häring,

    wenn Sie die Grafik der BRD- Staatsverschuldung des Steuerzahlerbundes kritisieren, sollten Sie bitte vergleichbare Belege anführen: Eine Statistik der Staatsverschuldung der BRD in % des jeweiligen BIP von 1950 bis 2011. Ich stimme durchaus zu, daß diese Quote mehr sagt als die nackten Werte in Euro. Von den Problemen einer Preisindizierung und Brutto-Netto ganz abgesehen - darüber konnte ich beim BdStD nichts finden.

    Allerdings reden Sie überwiegend über Randländer und über Zeiten ab 2001 und über Defizite; damit erzeugen Sie das, was sie bemängeln: Desinformation.

    Ein Blick hier hin: http://www.google.de/publicdata/explore?ds=ds22a34krhq5p_&met_y=gd_pc_gdp&idim=country:de&dl=de&hl=de&q=staatsverschuldung+deutschland#!ctype=l&strail=false&bcs=d&nselm=h&met_y=gd_pc_gdp&scale_y=lin&ind_y=false&rdim=country_group&idim=country:de:fr&ifdim=country_group&hl=de&dl=de zeigt, daß in in der BRD (und einem weiteren Kernland) von 2001 bis 2008 ein Anstieg der Quote um mehr als 10 Punkte vorliegt. Ohne jede Bankenrettung.

    Leider konnte ich in kurzer Zeit keine aufbereiteten Langzeitdaten finden. Die vorgefundenen Zahlen deuten jedoch darauf hin, daß in der langen Frist die Quote ebenfalls anstieg, da das BIP linear wuchs, die Staatsverschuldung jedoch überproportional.

    Somit ist die Bankenrettung wohl eher der berühmte Tropfen des überlaufenden Fasses.

  • Wenn man das Verhältnis von Staatsschulden zum BIP betrachtet, sieht man im Wesentlichen einen steigenden Trend. Die Bankenkrise mag das Schuldenfass in einigen Ländern zum Überlaufen gebracht haben. Dennoch waren die Staatsschulden in vielen Euro-Ländern auch vor der Bankenkrise schon problematisch hoch. Es stimmt allerdings, dass niedrige Staatsschulden keine Garantie gegen Krsien sind (siehe Irland und Spanien). Man will aber gar nicht daran denken, wie es um diese Länder heute stünde, wenn sie mit einem höheren Schuldenstand in die Bankenkrise gegangen wären. Griechenland mag als Beispiel dienen .....

  • Wenn das BIP vor der Krise über dem trendstationären Niveau lag kann allein dessen Absinken zu einer augenscheinlichen Schuldenerhöhung führen. Vielleicht sollte man eine solche Behauptung eher auf Primärsalden der jeweiligen Staaten stützen. Eine Bierdeckelrechnung wie hier ist dann nämlich mindestens ebenso fragwürdig, wie die kritisierte Grafik des Bunds der Steuerzahler.

    Ich bin gewiss kein Dogmatiker, der an die Selbstheilungskräfte der Finanzmärkte glaubt, oder abstreitet, dass dort sehr fragwürdige Entwicklungen stattgefunden haben, aber die VWL Redaktion des Handelsblattes ist in ihrer Berichterstattung mindestens ebenso monokausal.

  • Die Kosten der Bankenrettung 2008 bis 2010 kann man auch in Zahlen definieren:

    +++ EU-Staaten greifen für krisengeschüttelte Banken tief in die Taschen +++
    Die Finanzkrise hat die EU-Staaten dazu veranlasst, den Banken gewaltige Summen zur Verfügung zu stellen, um die Finanzstabilität zu erhalten. Zwischen Oktober 2008 und Oktober 2010 genehmigte die Europäische Kommission nach eigenen Angaben Hilfen der 27 Mitgliedstaaten für den Finanzsektor im Umfang von insgesamt 4589 Milliarden Euro. Kein Schreibfehler, leider.
    http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/EUStaaten-greifen-fuer-krisengeschuettelte-Banken-tief-in-die-Taschen/story/26492176
    Nach 2010 hat die EZB direkt das Gelddrucken übernommen, um den Kollaps der EU-Staaten noch a bissl rauszuschieben.

    In den letzten 3 Jahren hat die EZB und die DBB den getürkten Wirtschaftsaufschwung fast komplett mit den Gelddruckmaschinen finanziert. Die EZB ca. 340 Mrd. und die DBB nochmals läppische 540 Mrd. Euro.
    http://siggi40.de/s/cc_images/cache_2414118581.jpg?t=1333262004
    Um die größte Krise der Neuzeit zu bekämpfen, hörte man nicht auf Wirtschaftsexperten wie Prof. Hankel und seine Mitstreiter, Prof. Kerber etc., sondern auf die Lobbyisten der Bankster, die an der gigantischen Verschuldung Millionen und Milliarden schon im Schlaf verdienen, schon im Stundentakt versteht sich, dank den stupid Steuerzahlern und gekauften Politikern. Hier werden die Banken nicht nur gerettet, sondern bestialisch gemästet wie Stopfgänse, also Stopfbanken, die den Hals aber nie voll bekommen, so lange sich der Pöbel alles gefallen lässt.

    Zum anderen haben deutsche Banken über 515 Mrd. Euro Forderungen an die PIIG(F)S, bzw. deren Banken, Stand 2010.
    http://siggi40.de/s/cc_images/cache_2414118584.jpg?t=1333262004

    Die Frage, ob die Staatsschuldenkrise eine Folge der Bankenkrise ist, kann man also zu 100% mit ja beantworten.

  • Rein rechnerisch lässt sich belegen, dass die sich die Verschuldung in fats allen EURO Staaten am jährlich durchschnittlichen Wachstum dieser Länder orientiert hat und sicherlich von den verantwortlichen der Haushaltsplanung seit Jahren so eingeplant wurde. Das ergab immer eine Steigerung der nominalen Schuldenhöhe relativ zum jeweiligen BIP. Das Defizit blieb so, da relativ zum BIP gemessen, konstant, stieg aber nominal.
    2008 fiel die verfügbare Liquidität am internationalen Finanz- und Kapitalmarkt rapide ab (Auslöser Lehmann Pleite), der Aussenhandel konnte für eine kurze Zeit bis zur Geldflutung der FED nicht ausreichend finanziert werden. Dieser Einbruch löste letztlich die Bankenkrise aus, da die (billige) kurzfristige Refinanzierung wegfiel. Durch den massiven Einbruch des (Kredit finanzierten) Handels wurden die BIP Werte plötzlich in allen EURO Staaten kontrahiert. Diese unerwartet starke Kontraktion wirbelte die schönen auf BIP Wachstum ausgerichteten Schulden- und Defizitplanungen der EURO Staaten so durcheinander, dass das realtive Defizit, dass das nominale Schuldenwachstum bis dato so schön kaschiert hatte, plötzlich durch die abrupte Rezession die riesige Lücke in den Staatshaushalten als relativen Wert transparent machte. Dies llääst sich klassisch an dem Lauf des Defizits und Schuldenstand Frankreichs der Jahre 2000 bis 2010 nachweisen.

  • Augen auf, das hilft beim Lesen.
    Ich stelle (nochmals) klar und wiederhole: "Außer Zweifel steht, dass auch die Eurostaaten mit wenig Haushalts-disziplin ihren Teil zur Krise beitragen und beigetragen haben. Außer Zweifel steht auch, dass die Finanz- und Bankenkrise die Staatsverschuldung exzessiv nach oben trieb."
    Selbstverständlich wurden die €-Kriterien verletzt. Das ist nicht neu. Die Finanzkrise trieb den Schuldenberg jedoch noch einmal ekzessiv nach oben.
    Auch ist die Subprimeblase allein wegen der ungeheuren Schadenshöhe als besonders schlimmes Beispiel in den Fokus zu rücken. Handelt es sich doch dabei um eine ganze Kette krimineller Akte aus der Bankenbranche von der Vergabe fauler Kredite bis hin zum hirnlosen Kauf von Schrottpapieren z. B. durch deutsche Privat- und Landesbanken.

    Die offensichtlich zuviel zugestandene Freiheit (Deregulierung) entwickelt(e) sich zur Perversion und zur Fließbandproduktion von Neppprodukten, verbunden mit maßlosen Bereicherungsekszessen.Im Zweifel bleibt der Schaden stets an Staat und Steuerzahler hängen, und, wie man weiß, an nachfolgenden Generationen (was haben die mit den Wetten der Bangster zu tun?).
    Ein "schönes" Einzelbeispiel liest sich in Süddeutsche.de "Geschäfte der Deutschen Bank mit Kommunen - Butterfahrt ins Schlosshotel": Nepp der DB an (reichlich naive) Kommunen, kommunale Unternehmen und private Unternehmen mit krummen Zinsswaps, faulen CDO's mit gleichzeitigen eigenen Wetten dagegen, schrägen Cross Border Leasing Geschäften (man staunt fassungslos). Ausartung der Regellosigkeit bis hin zur Anarchie und Gemeingefähr-lichkeit. Bewußtes in Kauf nehmen schwerer Schäden am Gemeinwesen zum Zweck eigener Bereicherung.
    Dem Einzelbeispiel wäre eine Unzahl weiterer hinzu zu fügen, die sich möglicherweise bereits zu irreparablen Schäden verdichtet haben.

    Ja, die Finanz- und Bankenkrise ist in erster Linie eine Finanz- und Bankenkrise; allerdings mit Billigung und Hilfe der Staaten.





  • Ich stelle nochmals klar, dass die Staatsschuldenkrise die Bankenkrise verursacht hat. Dem Autor Häring muss ich nun klar widersprechen: Wenn man die die Ursache auf die Immobolienblasen focussiert, und zwar nach dem Motto, da ist wohl das 12. und 13. Bier schlecht gewesen, ist das sachlogisch falsch. Es waren soviele Schulden angehäuft, dass ein externer Schock oder eine systemische Krise den Bankrott herbeiführt. Ein Tanz auf dem Vulkan. Hätte man sich an Maatricht gehalten, wäre die Krise nicht ausgebrochen so einfach ist das. Aber man war ja schon zuvor bis zur Halskrause im Schuldensumpf. Und hätten die Staaten eben auch nur soviel Schuldtitel begeben, wie es Mastricht vorgeschrieben hat, wäre ein systemische Schieflage nicht aufgetreten. Was wir jetzt haben ist eine Alkoholvergiftung wobei Häring süffisant feststellt: Die kam wohl vom letzten Bier oder vomn letzten Schnaps. Die Problamatik bestand in einer sich aufschaukelnden Sockelschuldenlast in der ganzen EU, analog zur Sockelarbeitslosigkeit.
    Der Autor sollte seinen Artikel nunmehr umschreiben und sich korrigieren. Die Tatsachen wurden auf den Kopf gestellt. Sollte mit solchen abstrusen Thesen vom Versagen der Politik abgelenkt werden, ist dies ausdrücklich zu bemängeln. Es kann aber auch sein, dass der Autor an einem scheinbaren Paradoxon gescheitert ist.

  • Außer Zweifel steht, dass auch die Eurostaaten mit wenig Haushaltsdisziplin ihren Teil zur Krise beitragen und beigetragen haben (z. B. Griechenland!). Außer Zweifel steht auch, dass die Finanz- und Bankenkrise die Staatsverschuldung exzessiv nach oben trieb.

    Beispiel gefällig? Die Subprimekrise der USA gebar als Folge von Abermillionen fauler Kredite CDS-Papiere (Kreditausfallversicherungen)für ca. 60 Bio. $ (!!). Etwa 2 % davon wurde als Prämie kassiert, ist gleich ca. 1,2 Bio. Davon wurden etwa 20 % als Boni ausgeschüttet, ergibt 240 Mrd. $ (etwa 60 % des bundesdeutschen Haushalts). Den etwa 24000 Führungskräften der Branche brachte dies pro Person und Jahr ca. 10 Mio. $ Boni. Und das Ganze Jahr für Jahr. Für die Illusion einer Versicherung oder besser für ein bewußt betriebenes Betrugssystem.

    Da bekanntlich eine Unzahl betrügerischer "Finanzinnovationen" oder auch Unwertpapiere im Spiel waren (und nach wie vor sind), z. B. CDO's, Zinsswaps und aller nur denkbarer provisions- und bonilastiger Schrott, kann man getrost davon ausgehen, daß Jahr für Jahr mehr als 1 Bio. $, vielleicht auch in €, privatisiert wurde.

    Bekanntlich hatte das den Niedergang des Bankensektors zur Folge, der schließlich (und von Politidioten betrieben) zur Bankenrettung, zu Konjunkturprogrammen und somit krassen zusätzlichen Staatsverschuldungen rund um den Erdball führte. Durch die Finanzkrise stiegen die schulden im Euroraum um ca. 20 % an.

    Natürlich ist die Staatsschuldenkrise eine direkte Folge der Finanzkrise. Anstatt die Parasitenwirtschaft der Finanzindustrie kompromisslos zu beenden, lassen sich die Staaten und letztlich die Steuerzahler weiter wie dummes Vieh befallen und dirigieren.

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