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Studie Wie wenig wir über Wirtschaft wissen

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Frauen haben deutlich größere Wissenslücken als Männer

Dabei ist das Wirtschaftswissen nicht gleich über die Bevölkerung verteilt. So schneiden Frauen deutlich schlechter ab als Männer. Sie erreichten im Schnitt einen um zehn Punkte schlechteren Wert als die Männer und schätzten ihr Wirtschaftswissen auch selbst als wesentlich schlechter ein.

"Dass die Frauen so schlecht abschneiden", sagt Gerd Gigerenzer, Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin, "das hat auch etwas mit dem Selbstbild der Frauen zu tun". Sie sähen sich beim Thema Geld und Geld verdienen nicht immer in der Verantwortung. "Und", ergänzt Gigerenzer, "das Interesse ist nicht unabhängig vom Wissen." Für Dinge, über die man wenig wisse, interessiere man sich eben auch nicht so sehr. Dabei hätten andere Studien gezeigt, dass die Frauen intuitiv sogar besser zum Beispiel mit Anlageentscheidungen umgehen als Männer, weiß Gigerenzer. Der Grund: Sie gehen weniger Risiken ein und verlieren im Schnitt deswegen weniger Geld.

Weniger überraschend, aber nicht weniger relevant ist, dass das minimale Wirtschaftswissen mit dem Alter und steigendem Einkommen leicht zunimmt und die Zahl der richtigen Antworten unter den Hochschulabsolventen deutlich höher liegt als bei Befragten, die über keinen Hochschulabschluss verfügen.

Doch nicht nur Alter und Einkommen, Geschlecht und Bildungsstand entscheiden über den mündigen Umgang mit Wirtschaftswissen. So kostet eine Stunde täglicher Fernsehkonsum 1,6 Punkte beim minimalen Wirtschaftswissen, zeigen die Daten.

Befragt nach den präferierten Nachrichtensendungen, schneiden die Zuschauer, die nur "RTL aktuell", aber nicht "Tagesschau" oder "heute" sehen, im Schnitt zehn Punkte schlechter ab als die Zuschauer der Nachrichtensendungen der öffentlich-rechtlichen Sender. Ebenso deutlich zeigt sich der Wissensvorsprung von Handelsblatt- und FAZ-Lesern vor den reinen "Bild"-Zeitungslesern. Letztere erreichten im Schnitt mit 59 Punkten einen um zehn Punkte geringeren Wert als die Handelsblatt- und FAZ-Leser.

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10 Kommentare zu "Studie: Wie wenig wir über Wirtschaft wissen"

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  • Dass die Deutschen wenig über Wirtschaft wissen, ist ja wohl offensichtlich. Das gilt aber nicht nur für Lieschen Müller, sondern auch für unsere vermeintlichen Spitzenökonomen. Keiner von denen rangiert unter den Top-100 dieser Welt, und es gibt gerade mal einen deutschen Nobelpreisträger. Unsere sogenannten "Wirtschschaftsweisen" sind lediglich Provinzgrößen und international nicht wettbewerbsfähig. Wen wundert es da, dass bei uns längst überholte wirtschatspolitische Konzepte wie die Ordnungspolitik nach wie vor als Ultima Ratio gelten, und die schwäbische Hausfrau als Vorbild für eine vernünftige Haushaltpolitik durchgeht.

  • ist es nicht eher ein Nachweis für einen gut ausgebildeten ökonomischen Sachverstand, sich nicht die Mühe zu machen, den Namen des gerade amtierenden Wirtschaftsministers in Erinnerung zu behalten? Lediglich irgendetwas mit Wein und der Pfalz fällt mir zum aktuellen ein, aber der Name, keine Ahnung...

  • Generell finde ich es begrüßenswert, wenn sich die Menschen mehr mit Wirtschaftsthemen befassen.

    Nun haben 13 Wirtschaftswissenschaftler 24 Fragen entwickelt, über Finanzwissen und Wirtschaftskenntnisse, die jeder bürger im täglichen Leben braucht. Soweit der hochinteressante Ansatz.

    Das Ergebnis war mir unverständlich. Warum?

    1. begründung - Das Leben ist nicht theoretisch. Einmal ganz ehrlich, was nutzt es dem bundesbürger im täglichen Leben die Arbeitslosenquote zu kennen? Hinzu kommt, dass wenn sich jemand wirklich mit dem Thema "Arbeitslosigkeit" befasst, dann wird er sehr schnell die unzureichende Aussagekraft dieser Zahl erkennen, denn viele "versteckte Arbeitslose" sind gar nicht in der Zahl enthalten. Wie viele Menschen stehen in Umschulungsmaßnahmen? Wie viele haben nur 1-Euro-Jobs? Wie viele befinden sich im vorgezogenen Vorruhestand? Wie viele kümmern sich um die Erziehung der Kinder und würden auch gerne wieder arbeiten? ... - Also, was nutzt es wirklich im täglichen Leben die Arbeitslosenquote zu kennen? Für mich ist es daher unverständlich solche oberflächliche Zahlen als elementares Wirtschaftswissen zu definieren - und riskant mit diesem "Wissen" wichtige Entscheidungen zu treffen. Wie sehen Sie das?

    2. begründung: Ablenkung vom Thema? - Wer hat z.b. die Finanzkrise verursacht? Der durchschnittliche bürger oder die so genannten Experten und Spezialisten? Also einmal ganz konkret zum Thema: Wie hätte ein Mehr an Wissen die Krise verhindern können? Welches ganz konkrete Wissen hätte vor der Krise bewahrt? Und wie hätte es sich konkret ausgewirkt, wenn mehr bürger die 24 Fragen richtig beantwortet hätten? Übrigens, wurden nicht genau diese Experten und Spezialisten von Wissenschaftlern und Professoren ausgebildet? Was schließen Sie daraus?

    3. begründung - mir unverständliche Verknüpfungen - Welchen konkreten Nutzen für seine persönlichen Entscheidungsfindungen hat der Mensch, wenn er weiß, wer der aktuelle bundeswirtschaftsminister ist? Oder anders herum: Welchen wirklichen Nachteil hat er im Leben diesen Namen nicht zu kennen? ich konnte keinen Unterschied feststellen. Sie?

    Damit stellt sich die Frage: Welchen Nutzen hat dieser Artikel? Für mich war er bestätigung und Anreiz mich noch mehr auf meinen eigenen gesunden Menschenverstand zu verlassen. Auf was Sie sich verlassen ist ihre Entscheidung. Meine Empfehlung: Entscheiden Sie bewusst und kritisch - denn egal wie Sie sich entscheiden - die Konsequenzen tragen Sie. - Viel Erfolg und alles Gute wünscht ihnen - Robert Knitt von der iM bE MA - Consult GmbH

  • @wolf54321: Völlig richtig. Dazu gehörte aber auch die information über die Parteien - von neutraler Seite, da 90% der Lehrerschaft rot/grün funktioniert! Ebenso sollte die Presse besprochen werden. Zur Zeit ist es in, mal grundsätzlich auf die FDP drauf zu hauen, die Gründe dafür sind völlig nebensächlich. Die Schweiz hat eine starke FDP, die auch in guten Zeiten den Staat zum Sparen anhält! Schauen Sie mal wo die Helvetier heute stehen (und mit ihnen die mittlerweile 250'000 eingewanderten Deutschen!!!).

  • Die Finanzkrise war ein großer Knall, der irgendwie ungehört verhallte. Eigentlich hätte dies der Weckruf sein müssen: Leute, beschäftigt euch endlich mit dem Thema Wirtschaft und Finanzen! Warum sind eure Fonds, Zertifikate u.a. Finanzprodukte fast wertlos? Wie sieht es mit der Altersvorsorge aus? Was ist mit dem Ersparten? Aber kaum ist das Thema aus den Medien, gibt es wieder business as usual: Die bank"berater" verkaufen wieder undurchsichtige Produkte, die KapitalLV feiert eine Wiedergeburt und der graue Kapitalmarkt wurde noch immer nicht reguliert. Die Unkenntnis zum Thema geht durch alle bevölkerungsschichten, betrifft jung + alt, männlich und weiblich. Es ist erschreckend, wenn einem jeden Tag das Nichtwissen präsentiert wird. Und das Schlimmste: Es wird sich nichts ändern! Trübe Aussichten sind das ...

  • Meiner Meinung nach gehört Volkswirtschaft als Pflichtfach an alle allgemein bildende Schulen ab Klassen 9 oder 10, sowie geprüfte volkswirtschaftliche Kenntnisse als Vorraussetzung für ein bundestagsmandat.

  • Leider scheint es auch um das Wirtschaftswissen mancher Handelsblattredakteure schlecht bestellt zu sein. Die „zehn Prozent einkommensstärksten bundesbürger“, zu denen ich derzeit auch zählen dürfte, schultern möglicherweise „mehr als die Hälfte“ aller „Einnahmen aus der Einkommensteuer“. Und das liegt auch nur an kleinen Selbstständigen wie mir, die, im Gegensatz zu den wirklich Wohlhabenden, wenig Zeit, Geld und Möglichkeiten haben, sich dem durch Steueroptimierung und Steuervermeidung zu entziehen.

    Tatsächlich aber entfiel 2009 der Löwenanteil des Steueraufkommens auf Umsatzsteuer (ca. 34%) Verbrauchssteuern (ca. 20%) und Lohnsteuer (ca. 26%), die ganz überwiegend von den übrigen 90% der bevölkerung getragen wird. Einkommensteuer und Abgeltungssteuer machten nur ca. 10% des gesamten Steueraufkommens aus. Die Körperschaftsteuer gar nur gut 1%. Zum Vergleich: 10 % der bevölkerung verfügen über ca. 60% des Netto-Vermögens in Deutschland.

    Von einem Wirtschaftsredakteur darf erwartet werden, dass ihm das bekannt ist. Selbst ein etwas knapp belichteten Exemplar dieser Spezies, sollte imstande sein, das nachzurecherchieren und nicht einfach eine von interessengruppen lancierte Meldung ungeprüft zu übernehmen. Ansonsten sollte er sich besser gleich bei der biLD bewerben.

  • Es wäre sehr schön einen Link zur herangezogenen Studie zu bekommen. Quellenangaben sind generell gut für die Nachvollziehbarkeit und Transparenz von Zeitungsartikeln.

    Vielleicht liest es der Autor ja und kann mir die Quelle per Link an die oben genannte Emailadresse schicken.

    Mit freundlichen Grüßen
    Sebastian Haberland

  • Wer braucht eine solche Studie? Das Ergebnis würde bei allen anderen Wissenschaften ähnlich ausfallen!im übrigen sind Erkenntnisse der Wirtschaftswissenschaften unabhängig von der Person des bundeswirtschaftsministers. Der ist Politiker.

  • Das Ergebnis dürfte nun wirklich niemanden überraschen. Um es mit brecht zu sagen: "Die eine Hälfte der bevölkerung lebt vom löchrigen Gedächtnis der anderen Hälfte." Ökonomisch notwendig scheint das Wissen jedenfalls für unsere große untere Gesellschaftsschicht nicht zu sein. Das scheint daran zu liegen, das diese Leute sowieso kein Geld übrig haben, um sich mit wirtschaftlichen Fragen auseinandersetzen zu müssen. Sie leben von der Hand in den Mund.