Pulverfass Arabischer Raum Ökonomen warnen vor US-Intervention in Syrien

Der Westen zweifelt kaum daran, dass das Assad-Regime seine Gegner mit Giftgas bekämpft hat und prüft alle Optionen – auch einen Militärangriff. Ökonomen warnen bereits vor den Folgen für die Weltwirtschaft.
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Lenkwaffen-Zerstörer USS Mahan (DDG 72) der UIS-Marine: Die USA ziehen im östlichen Mittelmeer zusätzliche Kriegsschiffe zusammen, die unter anderem mit Marschflugkörpern bewaffnet sind. Quelle: dpa

Lenkwaffen-Zerstörer USS Mahan (DDG 72) der UIS-Marine: Die USA ziehen im östlichen Mittelmeer zusätzliche Kriegsschiffe zusammen, die unter anderem mit Marschflugkörpern bewaffnet sind.

(Foto: dpa)

Berlin/DüsseldorfMit großer Sorge blicken Ökonomen in Deutschland auf die wachsende Gefahr eines militärischen Eingreifens in Syrien. „Eine Militärintervention der USA in Syrien könnte unabsehbare Folgen für die Weltwirtschaft haben. Der Konflikt könnte sich sehr leicht auf den ganzen arabischen Raum ausweiten und die Region in ein Pulverfass verwandeln“, sagte der Forschungsdirektor im Bereich International Economics am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Christian Dreger, Handelsblatt Online.

Bereits jetzt seien Länder wie der Libanon in den syrischen Sog geraten. „Eine erhöhte Terrorgefahr und stark steigende Ölpreise könnten die aufkeimende konjunkturelle Erholung in der Weltwirtschaft schnell wieder zunichtemachen“, warnte Dreger. „Und eine allmähliche Wiederannäherung des Irans an den Westen, die für eine Stabilisierung der Region enorm wichtig ist und nach dem Wechsel der dortigen Regierung durchaus möglich erscheint, käme auf diese Weise bestimmt nicht zustande.“

Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, geht zwar davon aus, dass sich die USA in Syrien militärisch nicht nennenswert engagieren würden, zumal es aus Sicht der USA dort „keine auch nur halbwegs zuverlässigen Verbündeten“ gebe. „Greifen die USA wider Erwarten doch in großem Stil ein, steigt das Risiko für die gesamte Region, was den Ölpreis sicher nach oben treiben würde“, sagte Krämer Handelsblatt Online. „Für die Weltwirtschaft wäre dies erfahrungsgemäß aber nur dann ein Problem, wenn der Ölpreis über viele Monate hinweg sehr hoch bliebe.“

Russland warnte den Westen vor einem militärischen Vorgehen. Außenminister Lawrow sagte in Moskau, eine Intervention ohne Mandat des Uno-Sicherheitsrates verstoße gegen internationales Recht. US-Verteidigungsminister Hagel betonte, die Regierung in Washington werde sich eng mit der internationalen Gemeinschaft abstimmen. Nach Angaben der französischen Regierung soll in den kommenden Tagen über das Vorgehen entschieden werden.

Die Chemiewaffen-Inspekteure der Vereinten Nationen nahmen nach Agenturberichten in der Nähe der syrischen Hauptstadt Damaskus ihre Arbeit auf. Sie untersuchen den vermuteten Giftgas-Angriff, bei dem vergangene Woche hunderte Menschen getötet wurden. Der Konvoi der Uno-Experten war zuvor unter Beschuss geraten, Verletzte gab es aber nicht. Das syrische Staatsfernsehen machte Rebellen für den Angriff verantwortlich.

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17 Kommentare zu "Pulverfass Arabischer Raum: Ökonomen warnen vor US-Intervention in Syrien"

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  • Es wird Zeit, dass die Amerikaner, gesteuert von der FED, der Wallstreet und diversen "Familien" wie Rothschild,Morgan,Schiff,Rockefeller, Morgentau etc. in die Schranken gewiesen werden. Bei einem Angriff auf Syrien, ist das militärische Eingreifen von Russland, China, Iran und anderen ein absolutes Muß. Die imperialistische Politik, in ihrer ganzen menschenverachtenden Entartung, muss ein Ende haben.

  • Man muss doch nur die letzten Jahre ansehen. Die USA überfallen ein Land nach dem anderen und verleiben es sich in ihren Machtbereich ein. Ein Kriegsgrund finden sie immer.

    Wie DOOF muss man sein, um zu glauben, dass die USA ihre Truppen zum Schutz von Menschenrechten (->Guantanamo) oder Demokratie einsetzen.

    Ich empfehle "Joint Vision 2020" zu lesen oder die Pamphlete der PNAC oder Kissingers Ergüsse.

  • Da ist angeblich Öl im Mittelmeer vor Syrien. Da stören die mit Syrien verbündeten Russen und Perser. Also kommen, wie immer, die Freiheitskämpfer geführt von den Amis und setzen
    die Menschenrechte durch. Danach sind die Perser dran wetten?

  • Tja ich verstehe das Verhalten der USA schon lange nicht mehr, man hat das Gefühl dort sind nur Idioten am Werk, dass weiss doch jeder das ein Krieg gegen Syrien völlig irre wäre, da braucht man doch garnicht weiter zu diskutieren, die USA sind doch nicht in der Pflicht allen Staaten der Erde ihre Demokratie zu bringen, zumal die das Ort garnicht wollen.

  • "...sagte Otte Handelsblatt Online. Er betonte allerdings auch, dass mit diesem Vorgehen auch ... massiv in russische Interessen eingegriffen würde."

    Ach nee? Und Russland hat gerade Snowden Asyl gewährt. Was für ein Zufall.

  • die USA hängen sich gerade selbst auf.

    Was die FED mit ihrer unendlichen Geldschwemme angerichtet hat, wird durch einen reinigenden Tsunami bereinigt werden. Unrecht hat nie eine Zukunft.

    Wer immer nur andere Länder überfällt und ausraubt, so wie es die Spanier, Engländer und Franzosen gemacht haben, geht immer schneller in die Armut. Und das passiert auch bald mit Amerika so.

    Ich bin oft in den USA, aber zuletzt sehe ich immer mehr wie die flächendeckende Armut zunimmt. Ein veraltete, kaputte Infrastruktur, aber überall Kontrollen und Polizeistaat. Besonders schlimm an den Grenzen. Der Bildungszustand ist eine glatte Katastrophe und fast alles, Was man sich kauft, ist aus China. Amerikanische Produkte sind fast die Ausnahme.

    Aber dafür pumpte die FED unendliche Mengen an wertlosen $ in die Märkte und erstickt damit alle normalen Selbstheilungskräfte der Wirtschaft. Wann diese $ Blase platzen wird, weiß wohl keiner, evlt. wird Syrien den Anlass geben.

  • http://www.infowars.com/hack-reveals-washington-approved-plan-to-stage-chemical-weapons-attack-in-syria/

    january 2013 truth !!

  • Das Blut der Toten bei diesem nächsten Raubzug wird auch an unseren Händen kleben. Wer glaubt wir könnten uns wieder raushalten sei auf unsere PATRIOTS in einem türkischen Nest verwiesen.

    Die NATO war diesmal schlau genug uns vorher "einzubinden", unser Verhalten bei Libyen fanden die Bankster nicht so putzig.

    Auch war man diesmal schlau genug nicht wieder so ein peinliches Fiasko mit den Dabblju Em Dies zu riskieren sondern hat PÜNKTLICH zum UN-Besuch ordentlich vorgelegt.

    Die drei bisherigen Giftgasangriffe durch die FEINEN "Rebellen", die kratzen keinen. Warum auch, sind ja "unsere Jungs", finanziert und ausgerüstet von CIA, Saudis und Quatar.

    Der ICC kann geschlossen werden, er hat auf ganzer Linie VERSAGT.

    Es bleibt zu hoffen das nach dem Morden ein neues Nürnberg den Hintermännern die Drahtschlinge um den Hals legt...man wird ja wohl noch träumen dürfen.

  • Ich finde die in diesen Tagen wieder laut gewordene Kriegsrhetorik unverantwortlich und abenteuerlich zugleich.
    Über praktisch alle Parteigrenzen hinweg haben sich Politiker gegen eine militärische Intervention ausgesprochen - selbst solche, die der eigenen Regierung nahestehen. Auch hochrangige Militärs der amerikanischen Seite und ausgewiesene Außenexperten warnen ausdrücklich vor den möglichen Folgen eines solchen Szenarios.
    Dabei fällt dem interessierten Beobachter schon auf, dass innenpolitische Probleme die Kriegstrommel umso lauter erklingen lassen, je größer die Probleme sind.
    Es ist die ewig alte Leier der Neuzeit: Schlage die Kriegstrommel, wenn du im Innern blank gezogen hast. Das galt zB für die argentinische Militärjunta im Konflikt um die Falklandinseln, das gilt jetzt für die Briten in der Auseinandersetzung um Gibraltar, das gilt für unseren engsten Freund Frankreich, das gilt in gewissem Maße auch für unsere amerikanischen Freunde und das gilt für uns selbst.
    Dabei lässt sich verallgemeinernd konstatieren: der langsame, aber stetige Niedergang der Ökonomie befördert regelmäßig bellizistische Tendenzen; archaisch anmutende Rituale kehren zurück, der Krieg aller gegen alle tritt erneut nach vorn.
    Diesen Umstand analysierte bereits 1651 der englische Matemathiker und Philosoph Thomas Hobbes in seinem Buch 'Leviathan'.
    Ist der Niedergang der Wirtschaft gleichbedeutend mit einem Niedergang der Zivilisation, kehrt die nackte Barbarei zurück? Derzeit deutet vieles darauf hin.
    Doch noch ist es nicht zu spät, noch haben die Propheten des Untergangs nicht die Herrschaft übernommen.Es bedarf aber gewaltiger Anstrengungen der Gemeinschaft, um der größten, jemals errungenen Leistung der Menschheit - der Zivilisation - weiterhin Weltgeltung zu verschaffen.
    Wir dürfen nicht die ersten sein, die dieses Erbe auf's Spiel setzen.




  • Wie war das? Pipeline oder Öl?

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