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Research Institute
Die Heidelberger Bahnstadt

In dem Wohnviertel werden bald 6800 Menschen wohnen.

(Foto: Imago/Westend61)

HRI-Factbook Sieben Argumente für die Wärmewende

Die Wärmewende ist ein wichtiger Baustein der Energiewende. Eine wichtige Rolle spielt die Digitalisierung. Dank neuen Technologien können im Bereich Wärme nicht nur die Prozesse optimiert werden, sondern auch der Verbrauch. Moderne Gebäudetechnik schont nicht nur die Umwelt, sondern spart auch Kosten.
27.11.2020 - 07:00 Uhr Kommentieren

Düsseldorf Die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland sollen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 sinken. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Staat, Eigentümer und Unternehmen dem Gebäudesektor besondere Aufmerksamkeit schenken. Denn rund 35 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland gehen auf Immobilien zurück.

Das Handelsblatt Research Institute hat in dem Factbook „Energiewende in Gebäuden – Bedeutung der Digitalisierung“ zahlreiche Informationen zum Thema gesammelt und grafisch aufbereitet. In Zusammenarbeit mit Techem, einem führenden Serviceanbieter für smarte und nachhaltige Gebäude, wird erläutert, warum Gebäude so entscheidend für die Energiewende sind. Außerdem werden Möglichkeiten und Ansätze aufgezeigt, damit die Wärmewende als Teil der Energiewende gelingen kann.

Grafik

Sieben Argumente für die Wärmewende

1. Gebäude sind einer der Hauptverursacher von CO2-Emissionen       

Mit 122 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten im Jahr 2019 liegt der Gebäudesektor auf Platz 3 der größten Verursacher von Treibhausgas-Emissionen – nach der Energiewirtschaft und der Industrie. Dabei ist CO2-Neutralität im Gebäude möglich. Das Einsparpotenzial bei Gebäudehülle, Nutzer und Anlagentechnik liegt bei rund 43 Prozent, weitere 47 Prozent CO2-Einsparung können durch regenerative Energien beigesteuert werden.

2. Die Bürger versuchen bereits, Energie zu sparen         

Der größte Teil der Bevölkerung setzt bereits beim Energiefresser Wärme an: Eine repräsentative Umfrage von 2019 hat gezeigt, dass 30 Prozent der Befragten versuchen, weniger zu heizen, 23 Prozent nutzen weniger Licht und 18 Prozent versuchen beim TV, Standby-Modus und Smartphone Energie zu sparen.

3. Smarte Technik hilft beim Energiesparen  

Zutrittskontrolle, bequeme Steuerung von Küchengeräten, Rollläden und Multimedia oder intelligentes Heiz- und Energiemanagement: Die Möglichkeiten für Smart Home sind vielfältig. Die größte Motivation zur Anschaffung ist die Energieersparnis (39 Prozent). Weitere Anschaffungsgründe sind Fernsteuerung (38 Prozent) oder Automatisierungsmöglichkeiten (35 Prozent).

4. Im Wärmesektor fehlt grüne Energie

Noch immer stammen gut 85 Prozent der Energie, die für Heizungen, Warmwasser oder Klimaanlagen benötigt wird, aus Öl, Gas und Kohle. Die Nutzung von Geo- und Solarthermie, Biogas oder Biomasse ist weit abgeschlagen.

5. Hoher Sanierungsbedarf bei Wohngebäuden             

Rund zwei Drittel aller Wohngebäude sind älter als 40 Jahre. Und rund die Hälfte der Wohngebäude in Deutschland sollte in den kommenden 20 Jahren saniert werden. Denn vollsanierte Gebäude verbrauchen rund 22 Prozent weniger Heizenergie als unsanierte Gebäuden.

6. Alte Gebäude verlieren besonders viel Wärme

Bei einem Mehrfamilienhaus aus den 60er Jahren gehen im Schnitt 37 Prozent der Wärmeverluste auf die Außenwand zurück, 13 Prozent auf die Fenster und immerhin 12 Prozent gehen durch ineffiziente Heizungen verloren. Oft lassen sich schon durch geringe Investitionen große Einsparungen erreichen.

7. Die Wärmewende ist eine Chance für den Wirtschaftsstandort Deutschland

Heute beträgt der Anteil Deutschlands am globalen Umwelt- und Effizienzmarkt 14 Prozent. Zum Vergleich: Deutschlands Anteil an der gesamten Wirtschaftsleistung liegt bei 4,6 Prozent.

Das Factbook „Energiewende in Gebäuden – Bedeutung der Digitalisierung“ ist hier zum Download verfügbar.

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