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Rürups Woche Klimaplan braucht wettbewerbsfähige Industrie

Unsere Themen: Das EU-Paket zum Klimaschutz, was Deutschland nun gegen den Klimawandel tun muss und welche Rolle die Industrie dabei spielt. Außerdem im HRI-Newsletter eine Infografik zum weltweiten Temperaturanstieg.
16.07.2021 - 08:26 Uhr 1 Kommentar

Düsseldorf Wohlwollend ausgedrückt könnte man das EU-Klimapaket „Fit for 55“ als sehr detailverliebt bezeichnen. In ihren zwölf Vorschlägen versucht die EU-Kommission bis auf die Nachkommastellen vorzuschreiben, wie die Staatengemeinschaft ihr Ziel, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2030 um 55 Prozent zu senken, erreichen will.

Sie ruft genaue Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien aus, macht Vorgaben zur Beimischung von Biosprit und versucht zu regeln, wie viele Bäume zu pflanzen sind. Mancher fühlt sich gar an Fünf-Jahrespläne im realexistierenden Sozialismus erinnert, der zum Glück seit geraumer Zeit der Vergangenheit angehört.

Umweltpolitisches Klein-Klein

Würden diese Vorschläge tatsächlich umgesetzt, drohte Europa sich im umweltpolitischen Klein-Klein zu verheddern und dabei den Blick für das große Ganze zu verlieren. Das hat durchaus Tradition, wie zuletzt etwa das europaweite Verbot von Wattestäbchen deutlich machte.

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Standort erkennen

    Das Denken in der Brüsseler Bürokratie scheint von einem tiefen Misstrauen nicht zuletzt gegenüber marktwirtschaftlichen Instrumenten geprägt zu sein. Denn mit dem Emissionshandel existiert ein marktwirtschaftliches Instrument, mit dem sich der CO2-Ausstoß effizient verringern lässt.

    Industrie muss wettbewerbsfähig bleiben

    Nun ist Papier bekanntlich und zum Glück geduldig. BDI-Präsident Siegfried Russwurm spricht höflich von einen „mutigen Fahrplan“, bei dem allerdings wichtige Antworten auf zentrale Fragen fehlten. Wie soll unter diesen Bedingungen die Wettbewerbsfähigkeit des Industrie- und Innovationsstandorts Europa erhalten bleiben?

    Handelsblatt: PP=Prozentpunkte *Abweichung durch Rundungsdifferenzen möglich. Quellen: Handelsblatt Research Institute, Statistisches Bundesamt, Bundesagentur für Arbeit
    HRI-Konjunkturprognose

    Handelsblatt: PP=Prozentpunkte *Abweichung durch Rundungsdifferenzen möglich. Quellen: Handelsblatt Research Institute, Statistisches Bundesamt, Bundesagentur für Arbeit

    Der Klimaplan werde nur dann zum Erfolg und internationale Nachahmer finden, wenn die Industrie trotz Dekarbonisierung global wettbewerbsfähig bleibe. Und, wie will die EU-Kommission verhindern, dass der Verzicht Europas auf fossile Brennstoffe nicht dazu führt, dass deren Weltmarktpreise sinken und der globale Verbrauch entsprechend steigt?

    Auslaufmodell Verbrenner: Börsen stört es nicht

    Bemerkenswert ist, dass die Börsen offenbar nicht davon ausgehen, dass die EU-Kommission in den Fabriken von Autobauern und Chemieindustrie schon bald das Licht ausknipsen wird.

    Die Aktienkurse sind weiter auf Rekordkurs – obwohl Brüssel soeben den Verbrennungsmotor zum Auslaufmodell gemacht hat. Ab 2035 soll all das, was Autos Made in Germany viele Dekaden lang auszeichnete, ins Industriemuseum geschickt werden.

    Unser Angebot in dieser Woche

    Der Chefökonom: Der ökologische Umbau und die Alterung der Gesellschaft gefährden Deutschlands Industrie

    Gastkommentar: Klimaschutz – Ein Jahrzehnt für den Fortschritt

    Der Podcast: Professor Bert Rürup und Michael Hüther im Gespräch

    Die Grafik der Woche: Der weltweite Temperaturanstieg


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    1 Kommentar zu "Rürups Woche: Klimaplan braucht wettbewerbsfähige Industrie"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • ....wettbewerbsfähige Industrie?

      In der New Economy hat Deutschland und die EU genau welche?

      Wenn ich mich recht erinnere ist das letzte nennenswerte Unternhmen eine SAP und darüber kann man auch noch diskutieren, die sind schon 50 Jahre alt.

      Für Europa und Deutschland, die weltweit dem 1. Geige spielen wollen, ist das ein Totalversagen im Zeitalter der Digitalisierung, die nicht in der Lage waren nur ein einziges nennenswertes Unternehmen an die Rampe zu stellen.

      Die Politik ist dafür verantwortlich, die sich in den letzten beiden Jahrzehnten auf ihre Oid Economy verlassen hat. Ob sie sich auch noch in den nächsten beiden Jahrzehnten verlassen und vertrauen kann, darf man mehr als bezweifeln wenn wir über das Zeitalter von 4.0 sprechen.

      Und die Dax-Vorstände haben eigentlich auch nur auf ihre Boni und den Dividendenausschüttungrn für ihre Aktionäre geachtet.

      Nur vernetzen und transformieren u.a. ist noch lange kein 4.0 im 21. Jahrhundert.

      Übrigens: Deutschland steht im Digitalisierungsgrad in der EU noch nicht einmal unter den Top 10 (Statista).

      Weltweit hinkt Deutschland abgeschlagen auf Platz 36 hinterher.

      Depressionen, Angststörungen, Burnout, psychosomatische Störungen oder eine Sucht sind der sichtbare Beleg für Menschen mit einem ausgeprägtem Helfersyndrom, die gleich die ganze Welt retten wollen und das Eigentliche vergessen.

      Vielleicht ist das mittlerweile die Folge der deutschen Geschichte.

      Wer weiß das alles schon?



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