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Rürups Woche Vorboten für den perfekten Inflationssturm

Die Digitalisierung treibt unseren Wohlstand. Doch in der Produktivitätsstatistik lassen sich diese Innovationen kaum erkennen. Außerdem im HRI-Newsletter eine Infografik zum Durchklicken: Leben im Jahr 2050.
07.05.2021 - 12:00 Uhr Kommentieren

Düsseldorf Eigentlich könnte die deutsche Industrie entspannt in die Zukunft blicken – eigentlich. Im März stiegen die Auftragseingänge um üppige drei Prozent gegenüber dem Vormonat. Wären da nicht die Lieferprobleme, könnte es womöglich ein glänzendes zweites Quartal für viele Industrieunternehmen werden.

Tatsächlich berichteten in einer Ifo-Umfrage jedoch 45 Prozent der Industrieunternehmen, dass ihre Produktion durch Materialknappheit beeinträchtigt werde. Die fehlenden Vorprodukte sind Nachwehen der Corona-Krise. Grund sind die abrupten Änderungen der globalen Nachfrage und Produktion während der Pandemie.

Boom in China und den USA beflügelt

Zwar zog auch die Produktion im März spürbar um 2,5 Prozent an. Doch konnte damit der Einbruch vom Jahresstart nicht wettgemacht werden, sodass der Produktionsindex für den Monat März noch immer unter dem Dezemberwert notiert. Gemessen am Vor-Corona-Niveau war die Produktion im März noch immer saison- und kalenderbereinigt um 4,3 Prozent geringer.

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    Beflügelt wird die Industrie vom Boom in China und den USA. Die deutschen Exporte legten im März um 1,2 Prozent zu. Weit kräftiger legten jedoch die Importe zu, die im März um 6,5 Prozent höher als im Februar waren. Damit wurden im März die höchsten jemals gemessenen Monatswerte für Im- und Exporte in der deutschen Außenhandelsstatistik verbucht.

    Mit Vollgas in den Oster-Lockdown

    Die deutsche Industrie fuhr also im März mit dem sprichwörtlichen Vollgas in den Oster-Lockdown. Und seitdem haben sich die Produktionserwartungen sogar noch verbessert. Der entsprechende Ifo-Indikator für April stieg auf 33,1 Punkte, nach 30,2 im März. Dies war der höchste Stand seit 1991. Insbesondere Elektro- und Autoindustrie wollten ihre Produktion stark ausweiten.

    Hohe Nachfrage nach Endprodukten, Knappheit bei Vorprodukten und galoppierende Rohstoffpreise – das könnte zu einem perfekten Inflationssturm führen. So stieg der Bloomberg-Rohstoffindex, der Metalle, Agrarrohstoffe und Öl beinhaltet, im Vergleich zum Vorjahr um knapp 50 Prozent, seit Jahresbeginn um fast 20 Prozent.

    Steigen die US-Zinsen?

    Und so sah sich US-Finanzministerin Janet Yellen diese Woche zu etwas gezwungen, was man im Fußball ein Foulspiel vor dem Strafraum nennen würde: In einem am Dienstag veröffentlichten Interview betonte sie, dass höhere Zinsen nötig werden könnten. „Es kann sein, dass die Zinssätze etwas steigen müssen, um sicherzustellen, dass unsere Wirtschaft nicht überhitzt.“

    Zinsentscheidungen sind allerdings nicht nur in den USA Sache der Notenbank Federal Reserve. Üblicherweise äußern sich Regierungsmitglieder nicht zur Geldpolitik. Wie mutmaßlich kalkuliert, schickte Yellen die Börsen kurzfristig auf Talfahrt. Im weiteren Verlauf der Woche erholten sich die Kurse dann zwar wieder, doch die Unsicherheit bleibt.

    Unser Angebot in dieser Woche

    Der Chefökonom: „Wir messen falsch“. Die Digitalisierung treibt unseren Wohlstand, doch in der Produktivitätsstatistik lassen sich diese Innovationen kaum erkennen.

    Gastkommentar: Nur 48 Stunden - Wie die Super League zu einem Lehrstück in der Spieltheorie wurde

    Podcast Economic Challenges: Professor Bert Rürup im Gespräch mit Professor Michael Hüther

    Infografik zum Durchklicken: Leben im Jahr 2050

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    Der Autor ist Präsident des Handelsblatt Research Institute.
    Prof. Dr. Bert Rürup

    Der Autor ist Präsident des Handelsblatt Research Institute.


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