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Eng verflochten

Rürups Woche Wenig rosige Aussichten

Unsere Themen: der Mangel an Rohstoffen und Vorprodukten; die Crux mit dem Patentschutz; die Fesseln der Finanzpolitik. Außerdem im HRI-Newsletter eine Infografik zur Vernetzung von China.
21.05.2021 - 10:54 Uhr Kommentieren

Düsseldorf Die Hälfte des zweiten Quartals liegt nunmehr hinter uns – und Deutschland befindet sich noch immer weitgehend im Lockdown. Zwar sind in einigen Bundesländern erste Lockerungen beschlossen und auch schon realisiert.

Doch so etwas ein Startschuss für eine wirtschaftliche Aufholjagd war nicht zu hören. Stattdessen wächst der Unmut bei vielen Bürgern, die zwar tagtäglich von neuen Impfrekorden und der Aufhebung von Impfpriorisierungen hören, selbst aber kaum Aussicht auf einen baldigen Impftermin haben.

Hoher Auftragsbestand

Die gesamtwirtschaftlichen Daten aus dieser Woche sind naturgemäß ein Blick in den Rückspiegel – und ein genauer Blick offenbart auch hier manch Warnendes. So meldete das Statistische Bundesamt gestern, dass der reale Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im März saison- und kalenderbereinigt 1,5 Prozent höher als im Vormonat war.

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    Damit stieg der Auftragsbestand im zehnten Monat in Folge. Im Vergleich zu Februar 2020, dem Monat vor dem Pandemieausbruch war der Auftragsbestand sogar saison- und kalenderbereinigt 8,3 Prozent höher.

    Mangel an Rohstoffen und Vorprodukten

    Doch nun kommt das „Aber“. Ein dickes Auftragspolster hilft wenig, wenn es an Vorprodukten und Rohstoffen mangelt, um diese Orders auch erfüllen zu können. Zurzeit hapert es an vielem: Computerchips, Metall, Kunststoff, Baustoffe und Verpackungsmaterial. Und weil all diese Güter knapp sind, steigen deren Preise rasant an.

    So waren die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im April 2021 um 5,2 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Dies war der höchste Anstieg auf Jahressicht seit fast zehn Jahren. Allein gegenüber dem Vormonat stiegen die gewerblichen Erzeugerpreise um 0,8 Prozent. Hauptverantwortlich dafür war die Preisentwicklung bei den Vorleistungsgütern und bei Energie.

    Preisexplosion bei metallischen Sekundärrohstoffen

    Metallische Sekundärrohstoffen aus Eisen-, Stahl- und Aluminiumschrott verteuerten sich gar um 62,7(!) Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei vielen noch nicht abgearbeiteten Aufträgen dürfte die Preiskalkulation inzwischen hinfällig geworden sein – mit Folgen für die Margen.

    Materialknappheit scheint sich auch in den Exporten niederzuschlagen. Dies signalisiert ein neuer Frühindikator des Statistischen Bundesamts. Demnach sank die deutsche Ausfuhr in Drittstaaten im April gegenüber dem Vormonat kalender- und saisonbereinigt um voraussichtlich 1,8 Prozent. Der Handel mit Drittstaaten deckt durchschnittlich rund 47 Prozent aller deutschen Exporte ab.

    Wenig rosige Aussichten

    Das Institut für Weltwirtschaft prognostiziert sogar, dass „der monatelange Aufholprozess im weltweiten Handel im Mai erstmals seit rund einem Jahr auf breiter Front unterbrochen“ werde. Der neue „Kiel Trade Indicator“ signalisiere für Deutschland, die EU, die USA, China sowie den Welthandel insgesamt eine Stagnation bzw. einen Rückgang bei Importen und Exporten. Daher sei zu vermuten, dass auch Deutschlands Knappheiten bei bestimmten Gütern zunächst anhalten dürften.

    Das sind wenig rosige Aussichten für das laufende zweite Quartal. Das Prognosemodell Nowcast des Bundeswirtschaftsministeriums ermittelte nach letzten Angaben für das zweite Quartal lediglich einen preis-, saison- und kalenderbereinigten Anstieg des BIP um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

    Im Bericht für den Monat Mai des Ministeriums wird betont, dass es sich dabei um eine „rein technische Prognose“ handele. „Da mit einem zügigen Voranschreiten der Impfkampagne zu rechnen ist, erscheint aus fachlicher Sicht das vom Modell prognostizierte BIP-Wachstum für das zweite Quartal 2021 zu pessimistisch“. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

    Unser Angebot in dieser Woche

    Der Chefökonom: Neustart in Fesseln

    Gastkommentar: Die Crux mit dem Patentschutz

    Podcast Economic Challenges: Professor Bert Rürup im Gespräch mit Professor Michael Hüther
    Grafik der Woche: China im asiatischen Raum

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