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Rezension Jeremy Rifkin Wie die Wirtschaft 2050 funktionieren sollte

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Eine neue Ära

Es gibt zwei wesentliche Grundvoraussetzungen: Erstens geht Rifkin davon aus, dass die Mächtigen in Politik und Wirtschaft fortan nicht egoistisch handeln, um die Welt vor dem Umwelt-GAU zu retten, sondern gemeinsam den richtigen Weg gehen. Und zweitens müssen sie das auch, denn die Wirtschaft in ihrer jetzigen Form geht vor die Hunde. Vor allem weil der Ölpreis langfristig zu sehr ansteigen wird, um den globalisierten Handel aufrecht erhalten zu können. Das erinnert stark an Jeff Rubins Theorien  und seine These, dass die Welt immer kleiner wird – und wirkt absolut überzeugend. Je höher Transportkosten steigen, umso geringer wird eines Tages der Welthandel.

Die zweite industrielle Revolution begann rund um 1900 und entstand durch das Zusammenfallen von zentralisierter Elektrizität, der Öl-Ära, der Massenautomotorisierung und dem Anwachsen der Vorstädte. Doch seit dem Ende der 80er-Jahre befinde sie sich im Niedergang. Im Kern deshalb, weil diese Art des Wirtschaftens viel zu viel Energie verbraucht und die Biosphäre mit dem Ausstoß an Klimagasen nicht mehr fertig wird.

Was nun hinter der dritten industriellen Revolution steckt, die ungefähr 2050 ihren Höhepunkt erreichen soll, erklärt Rifkin in deutlichen Worten: Das Öl wird nicht mehr Schmiermittel der Wirtschaft sein. Wie auch, wenn es uns ausgeht? Statt zentraler Energielieferanten wird von kleineren Einheiten dezentral produziert, also auch von Haushalten und kleinen Unternehmen. Mal ist es eine Solaranlage auf dem Dach, oder ein Windpark oder eine Biogasanlage.

Doch der Begriff „Industrie“ ist nicht zu wörtlich zu verstehen. „Erneuerbare Energien werden mit dem Internet zur mächtigen neuen Infrastruktur einer dritten industriellen Revolution fusionieren, und diese wird die Welt verändern“, schreibt Rifkin. Er verbindet die Frage der Energie mit der neuen Art zu kommunizieren und zu denken. Oder anders ausgedrückt: Das Internet demokratisiert Informationen, die umweltschonenden Technologien die Energiegewinnung – denn in Zukunft kann das jeder Haushalt für sich allein und ist nicht mehr auf einen großen Versorger angewiesen.

Dazu gehört auch, dass die Arbeit an sich eine ganz andere sein wird. Die zweite industrielle Revolution war davon geprägt, dass man die „Effizienz des Arbeitens dadurch optimierte, dass man Denken vom Handeln trennte und die totale Kontrolle darüber, wie eine Aufgabe zu erledigen war, in die Hände des Managements legte.“

Diese Ära geht bereits zu Ende, die Art der Arbeit wandle sich. Schon heute erleben wir – außer in Deutschland vielleicht – einen Aufschwung ohne Arbeitsplätze bzw. einen generellen Rückgang der Industriestellen. Die Massenlohnarbeit könnte vor dem Ende stehen, schreibt Rifkin: „Praktisch alle intelligenten Unternehmen, mit denen ich zusammenarbeite, sehen intelligente Technologien die Massenlohnarbeit im Laufe der nächsten Jahrzehnte ersetzen.“ In allen vier Sektoren, also Landwirtschaft, Industrie, Dienstleistungen sowie im Erlebnis- und Sozialbereich, würde diese ersetzt werden durch kleine Hightech-Betriebe und „zunehmend komplexe, bewegliche und intelligente Technologien“. Grundsätzlich sei das Problem dem vor gut 200 Jahren sehr ähnlich, als Millionen Bauern in die Marktwirtschaft wechselten.

Der Arbeitbegriff an sich würde sich ändern. Nicht mehr Markt und Staat seien dann die wesentlichen Arbeitgeber, sondern die Zivilgesellschaft. Heute bekommen viele dieser Organisationen den Stempel „non-profit“ aufgedrückt. Aber sieht in diesem Bereich den Raum, in dem Menschen soziales Kapital schaffen. Derzeit trägt die Zivilgesellschaft in den großen Industriestaaten rund fünf Prozent zum BIP bei, Tendenz stark steigend. Aber wie hier wirklich dermaßen viele Jobs im Detail geschaffen werden sollen – das lässt Rifkin ein wenig im Raum stehen.

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5 Kommentare zu "Rezension Jeremy Rifkin: Wie die Wirtschaft 2050 funktionieren sollte"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Auch wenn J. Rifkin in seinem Buch "Die dritte Industrielle Revolution" Fragen unbeantwortet lässt, so ist es m.E. eine sehr gute Ideensammlung, die sich ganzpraktisch nutzen lässt.
    Ein Beispiel? Gerne: Es ist heute in der Politik und der Presse die Rede davon, dass ca. 20 ... 30 Milliarden Euro in den Ausbau der Netze investiert werden müssen. Zu diesem Thema Rifkin (sinngemäß): Es ist viel sinnvoller, Energie vor Ort zu erzeugen und zu verbrauchen. Das geht für viele, viele Haushalte, bei heutigen Strompreisen sogar wirtschaftlich. Daraus folgt: Die 20 ... 30 Milliarden gehören nicht in die Hände der oligopol organisierten EVUs, sondern sollten statt dessen zur Förderung lokaler, eigenständige Anlagen genutzt werden. Wohlgemerkt: Es geht um Anlagen, die das Netz NICHT zusätzlich belasten, sondern mittels lokaler Speicher quasi netzunabhängig sind.
    Konsequenz: Wenn man das weiterdenkt, sind die Netze mehr als ausreichend diemnsioniert, um den dann übrigbleibenden Rest zu erledigen, nämlich die Industrie zu phänomenal günstigen Preisen zu beliefern.

    Georg Sandkühler

  • Ich will ja gerne den Menschen, die hier Kommentare schreiben, ins Gesicht sehen. Vielleicht erkennt schon an der Kopfform diese Blödheit, die sich hier in Worte versammelt. Wegen diesen Menschen haben wir Probleme, weil diese zerstörerische Inhaltslosigkeit die diese mit sich bringen, sich wie ein Lauffeuer verbreiten.
    Hängt diesen bösen Rifkin! Untöricht ist das, einfach so die Potentiale der Menschheit zu erkennen und daraus eine Vision zu basteln. Und dann noch eine positive!!!
    Ich schäme mich für diese Kommentare hier!!!

  • kuck mal auf die Rückseite der one $ Note, dann weißte, was 2050 sein wird.

    Schwachkopf, wem will der den seinen Mist verkaufen. Die "Neue Weltordnung" wird kommen. Fragt sich nur noch WIE.

    Man muss schon behämmert sein, um zu übersehen, dass G. Bush genau 10 y (auf den Tag) vor dem 9/11 seine erhebende Rede zur "Neuen Weltordnung" gehalten hat.

  • Denke, dass Mr. Rifkin mit seiner Europaprognose in 2004 schon ziemlich daneben gelegen hat, und die Treffsicherheit für die Welt 2050 nicht viel besser sein wird.
    Und wenn es schon mit Klimawandel als größter Bedrohung anfängt ...

  • Der Gutste möchte seine Philosophien in Form seines Buches vermarkten udn damit noche twas absahnen. Niemand kann irgenwie sagen, wie der fragwürdige Kapitalismus in 2050 aussehen sollte - zu dem Zeitpunkt wird es hoffentlich keinen Kapitalismus mehr geben, weil zu hoffen ist, dass die Menschheit aus den Ergebnissen dieser falschen, gierigen und menschenverachtenden Systemen die richtigen Schlüsse gezogen hat bis dahin.

    Außerdem werden sich bis sahin Dinge ereigenen, die sich die globale Menschheit heute noch nciht ann#ähernd vorstellen kann.

    Die selbstgerechten Philosophen und Ökonomen sollten sich angesichts des kapitalistisch-desaströsen derzeitigen Systems in Bescheidenheit und Zurückhaltung üben.