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Rezension Jeremy Rifkin Wie die Wirtschaft 2050 funktionieren sollte

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Wer soll den Umbruch finanzieren?

Aber unterm Strich „vergisst“ Rifkin auch, einige wesentliche Punkte zu erwähnen. Woher all das Geld kommen soll, dass die Staaten in den Ausbau erneuerbarer Energien und all dem, was dazu gehört stecken, bleibt im Dunkeln. Dass derzeit eine gigantische Schuldenkrise tobt, ist natürlich hinderlich. Da heißt es schlicht, dass es die „aktivere Beteiligung des Staates am privaten Sektor mehr braucht denn je“.

Wohlig streiten kann man auch über seine Meinung über das Argument, dass Unternehmen und Märkte den Fortschritt am besten selbst angehen sollten. Die Geschichte zeige das Gegenteil, so Rifkin:

Ebenso kommt das Wort „Atomwende“ nicht vor. Gerade Deutschland und Europa werden als Vorbilder genannt. Doch Deutschland fährt die CO2-Reduzierung derzeit ja nun zurück. Und von einer einheitlichen Energiepolitik ist man in Europa meilenweit entfernt, wie gerade das Thema Atomkraft zeigt. Also ein wenig mehr Skepsis hätte hier durchaus gut getan.

Rifkin selbst betont die „Größe der Herausforderung“, vor der die Menschen stehen: „Das Problem ist nicht der Mangel an Konzept. Die große Unbekannte ist vielmehr die Aufnahme des Konzeptes in der Öffentlichkeit.“ Allein das Thema Benzinpreis spricht hier für eine gewisse Skepsis. Aber: Der Mensch sei zum ersten Mal in der Geschichte weit genug, um die Folgen des Klimawandels mildern zu können.

Rifkin bietet großartige Ideen, so dass sich am Ende der lohnenswerten Lektüre nur die Frage stellt, wie man sie in den kommenden Jahrzehnten umsetzt. Aber auch das dürfte so manchem Leser angesichts Schuldenkrise, Klimadebakel und der Baisse an den Aktienmärkten schon richtig gut tun.

 

Bibliografie:

Jeremy Rifkin

Die dritte industrielle Revolution. Die Zukunft der Wirtschaft nach dem Atomzeitalter

Campus Verlag, Frankfurt am Main 2011

303 Seiten

 

Jeremy Rifkin

Die empathische Zivilisation. Wege zu einem globalen Bewusstsein.

Campus Verlag, Frankfurt am Main 2010

468 Seiten

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5 Kommentare zu "Rezension Jeremy Rifkin: Wie die Wirtschaft 2050 funktionieren sollte"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Auch wenn J. Rifkin in seinem Buch "Die dritte Industrielle Revolution" Fragen unbeantwortet lässt, so ist es m.E. eine sehr gute Ideensammlung, die sich ganzpraktisch nutzen lässt.
    Ein Beispiel? Gerne: Es ist heute in der Politik und der Presse die Rede davon, dass ca. 20 ... 30 Milliarden Euro in den Ausbau der Netze investiert werden müssen. Zu diesem Thema Rifkin (sinngemäß): Es ist viel sinnvoller, Energie vor Ort zu erzeugen und zu verbrauchen. Das geht für viele, viele Haushalte, bei heutigen Strompreisen sogar wirtschaftlich. Daraus folgt: Die 20 ... 30 Milliarden gehören nicht in die Hände der oligopol organisierten EVUs, sondern sollten statt dessen zur Förderung lokaler, eigenständige Anlagen genutzt werden. Wohlgemerkt: Es geht um Anlagen, die das Netz NICHT zusätzlich belasten, sondern mittels lokaler Speicher quasi netzunabhängig sind.
    Konsequenz: Wenn man das weiterdenkt, sind die Netze mehr als ausreichend diemnsioniert, um den dann übrigbleibenden Rest zu erledigen, nämlich die Industrie zu phänomenal günstigen Preisen zu beliefern.

    Georg Sandkühler

  • Ich will ja gerne den Menschen, die hier Kommentare schreiben, ins Gesicht sehen. Vielleicht erkennt schon an der Kopfform diese Blödheit, die sich hier in Worte versammelt. Wegen diesen Menschen haben wir Probleme, weil diese zerstörerische Inhaltslosigkeit die diese mit sich bringen, sich wie ein Lauffeuer verbreiten.
    Hängt diesen bösen Rifkin! Untöricht ist das, einfach so die Potentiale der Menschheit zu erkennen und daraus eine Vision zu basteln. Und dann noch eine positive!!!
    Ich schäme mich für diese Kommentare hier!!!

  • kuck mal auf die Rückseite der one $ Note, dann weißte, was 2050 sein wird.

    Schwachkopf, wem will der den seinen Mist verkaufen. Die "Neue Weltordnung" wird kommen. Fragt sich nur noch WIE.

    Man muss schon behämmert sein, um zu übersehen, dass G. Bush genau 10 y (auf den Tag) vor dem 9/11 seine erhebende Rede zur "Neuen Weltordnung" gehalten hat.

  • Denke, dass Mr. Rifkin mit seiner Europaprognose in 2004 schon ziemlich daneben gelegen hat, und die Treffsicherheit für die Welt 2050 nicht viel besser sein wird.
    Und wenn es schon mit Klimawandel als größter Bedrohung anfängt ...

  • Der Gutste möchte seine Philosophien in Form seines Buches vermarkten udn damit noche twas absahnen. Niemand kann irgenwie sagen, wie der fragwürdige Kapitalismus in 2050 aussehen sollte - zu dem Zeitpunkt wird es hoffentlich keinen Kapitalismus mehr geben, weil zu hoffen ist, dass die Menschheit aus den Ergebnissen dieser falschen, gierigen und menschenverachtenden Systemen die richtigen Schlüsse gezogen hat bis dahin.

    Außerdem werden sich bis sahin Dinge ereigenen, die sich die globale Menschheit heute noch nciht ann#ähernd vorstellen kann.

    Die selbstgerechten Philosophen und Ökonomen sollten sich angesichts des kapitalistisch-desaströsen derzeitigen Systems in Bescheidenheit und Zurückhaltung üben.