Rezession in der Euro-Zone Deutschland trotzt dem düsteren Ausblick

Berlin macht auf Optimismus: Deutschland finde zu höherem Wachstum zurück. Das steht in krassem Gegensatz zu den Aussichten für die Euro-Zone. Handelsblatt Online erklärt, warum Deutschland eine Sonderrolle hat.
17 Kommentare

2012: Deutschland wächst langsam aber stetig

Bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts der Bundesregierung strahlte Wirtschaftsminister Rösler großen Optimismus aus. Die deutsche Wirtschaft sei nach wie vor in einer „erfreulich robusten Verfassung“, sagte er. Nach einer „Wachstumsdelle“ im Winter werde die Wirtschaft im Laufe des Jahres wieder zu einem höheren Wachstum zurückfinden. Auf Jahressicht sei ein Wachstum von 0,7 Prozent drin. „Von Rezession kann überhaupt nicht die Rede sein.“

Röslers Optimismus steht in krassem Gegensatz zu dem, was die restliche Welt für dieses Jahr erwartet. Die Weltbank warnt in ihrem aktuellen Bericht vor einer Rezession in der Euro-Zone. „Eine weitere Eskalation der Krise wird keine Ausnahmen kennen“, schreibt Weltbank-Ökonom Andrew Burns. Die Wirtschaft der Euro-Länder soll seiner Vorhersage nach um 0,3 Prozent schrumpfen. In ihrem vorigem Wachstumsausblick im Juni hatte die Weltbank noch mit einem Plus von 1,8 Prozent für die Eurozone gerechnet.

Falls es zu einer weltweiten Krise komme, könne der Abschwung deutlich länger ausfallen als 2008/2009, befürchtet die Weltbank: „Die reicheren Länder haben nicht mehr die fiskalischen und monetären Ressourcen, um die Banken zu retten oder die Nachfrage anzuregen.“ Die Verlangsamung der weltweiten Wachstums zeige sich bereits jetzt in austrocknenden Warenströmen und sinkenden Rohstoffpreisen, so Burns. „Die Weltkonjunktur hat eine gefährliche Phase erreicht.“

Noch eindringlicher sind die Warnungen aus dem globalen Finanzzentrum London. „Wenn die Historiker von morgen auf die Große Stagnation zurückblicken, die die reichen Länder zu Beginn des 21. Jahrhunderts heimsuchte, könnte das Jahr 2012 als deprimierender Wendepunkt hervorstechen, “schrieb das renommierte britische Wochenmagazin The Economist zu Jahresbeginn. 2012 könnte das Jahr sein, in dem ein schwacher Aufschwung durch politische Fehler niedergeprügelt werde.

Auch IWF-Chefin Lagarde warnte Ende 2011 vor einer Weltwirtschaftskrise wie in den 30er Jahren, wofür sie sich prompt Kritik vom Chef der deutschen Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, einhandelte. „Rezessionen lassen sich auch herbeireden. Frau Lagarde wäre wirklich gut beraten, bei ihrer Wortwahl zurückhaltender zu sein“, sagte Franz im Dezember in einem Handelsblatt-Interview.

Warum steht Deutschland so viel besser da als seine Nachbarn? Nach wie vor ist die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Exportindustrie hervorragend. Sie hat sich sogar durch die Angst um den Euro noch weiter verbessert. Für viele Anleger ist der Euro kein sicherer Hafen mehr, so wie es früher die D-Mark war. Das führt dazu, dass sie in den US-Dollar flüchten und so den Wechselkurs des Euro drücken.

Goldene Zeiten für die Baubranche
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

17 Kommentare zu "Rezession in der Euro-Zone: Deutschland trotzt dem düsteren Ausblick"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • An PisaPisa

    Ich empfehle Ihnen die Gesetze von Herr Eichel zu lesen. Die Zerschlagung der Deutschland AG war die Folge.

    Jetzt hilft nicht nur der Kauf von ein paar Aktien sondern ein Paradigmenwechsel.


    Text: Dann bringen Sie Ihre Ersparnisse doch zur öffentlichen Sparkasse, die Landesbanken werden sicher was Vernünftiges damit anzufangen wissen.

    Antwort: Die Landesbanken waren in der Vergangenheit auch sehr vernünftig.

    Schauen sie sich die Vorgaben aus Brüssel an (In der Zeit von Monti) und die Abschaffung der Staatsgarantie für die Landesbanken.

    Die Folgen sind bekannt!

  • Liebes HB, Ihr hättet besser die letzten Tage mal Prof. Sinn und Verheugen in der "Unter den Linden" auf Phoenix hören sollen. dann hättet Ihr diesen Artikel nicht geschrieben.
    Oder warend das Journalisten, jugn an Jahren, die keienrlei Ahnung haben?
    Der Artikel jedenfalls erinnert so an Propaganda, das sollte das HB nicht mitmachen

  • Selten soviel Quark auf einmal gelesen. die Propagandatrompeten laufen landesweit auf Hochtouren:Warum wir nicht in die Rezession kommen. Wir kommen aber doch hinein, und wenn man ein ganz klein wenig nachdenken kann, liegt dies auf der Hand.Im artikel wird ja der abfall des euro bejubelt, weil deutschland dann ja mehr verkaufen kann.Die frage ist doch aber die: Auf kosten von wem ?? Da braucht man nicht lange zu raten, es wird auf kosten der Südeuropäer sein. So. Und dann braucht man auch kaum phantasie, um sich vorzustellen, was dann in ein paar Monaten geschieht: Deutschland wird massiv zahlen oder der Süden ist bankrott. Sollte es zum Auseinanderbrechen des euro kommen, wird die Mark stark aufwerten und den Export massiv herunterdrücken. Aber glaubt nur weiter eure Version. es wird sich bald rausstellen, wer recht hat. Wenn die deutschen Einheimser glauben, alles werde so weiterlaufen, dann kann man nur sagen: Der Ziegel kommt schon angeflogen ! Das spielchen ist bald aus.

  • Sigi hat recht! Das Geld für die Spende müssen Sie wahrscheinlich "leihen", denn Sie scheinen zumindest "geistig" eher pleite zu sein.

  • heiliege scheisse, siggi! du bist ja ganz verzweifelt. haust hier wie ein wilder in die tasten - und: nur müll. abgeshen vom ersten absatz. aber reich mal deine kontonummer durch, du bekommst ne spende von mir.

  • Teil II
    Parallel dazu hat die EBZ und DBB ca. 500 Milliarden Euro an die Zentralbanken der PIIG(F)S überwiesen, damit diese unsere Exportrechnungen bezahlen können. Bis hierher alles kein Problem. Doch jetzt müssen wir unsere Kredite auch noch selbst zurückzahlen. Wir haben also fast alles verschenkt. Wer hat da in der Schule nicht aufgepasst.

    Leben auf Pump, oder, so lange auf Pump weiterleben, wie die stupid Germans das ganze Jahr über ihre Weihnachtsgeschenke innerhalb der PIIG(F)S verschenken. So macht der Euro richtig Spaß. Die einen malochen mit Mindestlöhnen, als Aufstocker, als Kurz- und Zeitarbeiter, und produzieren Träume auf 4 Räder für Länder, in denen das Lohnniveau bereits 50% höher liegt als bei uns. So sind die Fließbänder voll ausgelastet und die Unternehmen verdienen prächtig damit.

    Einschränken? Leben auf Pump reduzieren? Nicht bei den Beschenkten!! Das macht man uns fast jeden Tag deutlich. Nur was ich nicht verstehe ist, warum verschenken wir die Träume auf 4 Räder nicht an uns selbst, dann hätten wir doch auch was vom Euro?

    Und ... warum lassen wir uns diese schamlose Spiel widerstandslos gefallen. Seit Einführung des Euros hatten wir einen Vermögensverlust von ca. 2500 Milliarden Euro. Und jeden Tag werden es immer mehr – bis alle Sparguthaben der Deutschen an die PIIG(F)S verschenk und unsere Kinder in die Schuldenknechtschaft überführt wurden. Das ist Hochverrat!!

    Früher musste man Kriege führen, um andere Länder auszuplündern. Heute reichen ein paar Guillaumes in der Regierung, die auch Willi Brandt stürzten, um das Ziel zu erreichen.

  • Mich verwundert eine Zwischenüberschrift des Artikels:
    "(deutsche) Baubranche boomt"

    Wo boomt Bau in Deutschland? *lachhaft
    Mittlerweile gibt es keinen deutschen Hochbaukonzern mehr.
    Gebaut wird anderswo. Türme 1.000m hoch, ganze Inseln im Meer, Großflughäfen Meeresbrücken usw.
    Wir scheitern schon an einem Opernhaus in Hamburg.
    Wirklich komische Bahauptungen werden hier aufgestellt.

  • Die deutsche Wirtschaft sei nach wie vor in einer „erfreulich robusten Verfassung“. Warum steht Deutschland so viel besser da als seine Nachbarn?

    Eigentlich hätte man die Antwort gleich im Artikel mit veröffentlichen können: Weil wir innerhalb der Eurozone alles verschenken!!

    Dies hat aber mit dem Euro absolut nichts gemein. Mit hohen Löhnen und einer harten DM waren wir mehrmals Exportweltmeister und seit Jahrzehnten immer unter den ersten drei.

    Seit Einführung des Euros wird unser Export in die Eurozone auf Pump finanziert. Bis anno 2008 war das auch kein Problem, obwohl, z.B. Frankreich fast jedes Jahr die Stabilitätskriterien der Maastricht-Verträge ignorierte, die vor allem zum Schutze für uns Deutsche abgeschlossen wurden, damit wir uns widerstandslos von der DM trennten.
    Als sich dann 2008 die Finanzkrise in eine Staatschuldenkrise wandelte, weil die Banken, die sich mit den Weihnachtspaketen aus den USA verzockten und parallel dazu im Unverstand Kredite an die PIIG(F)S vergaben, ohne irgendwelche Sicherheiten, sonst kollabiert wären, auch indirekt durch den Domino-Effekt. Unser Export in die Eurozone können wir vergessen, unsere Exportmärkte sind die BRICS, die sich Made in Germany auch leisten und mit Rohstoffen auch bezahlen können.

    Seit 2008 haben sich die westl. Ind.staaten für die Rettung der Bankster und die Ankurbelung der Wirtschaft mit ca. 32,5 Billionen $ neuer Kredite noch weiter verschuldet. Doch alle Konjunkturstrohfeuerpakete sind wirkungslos verpufft, ohne den gewünschten Erfolg.

    Vom Okt. 2008 – Okt. 2010 gewährte die europ. Kommission nach eigenen Angaben Hilfen der 27 Mitgliedstaaten für den Finanzsektor im Umfang von insgesamt 4589 Milliarden Euro, um die Zocker vor dem Bankrott zu bewahren. Kein Schreibfehler, leider.

  • also ich muss sagen, dass es mir ausgesprochen gut geht. öl-heizung hab ich abgeschafft - aber nicht nur aus kostengründen; da gefiel mir die ganze abhängigkeit nicht. mein neues auto verbraucht auch deutlich weniger als das alte; bisschen kleiner is es allerdings auch. mein arbeitgeber verdient tatsächlich prächtig bei fallenden kursen des euros - ich aber auch. die jahressonderzahlung 2011 war klasse. im übriegen für alle ca. 8500 mitarbeiter. ich wünsche mir einen noch etwas schwächeren euro. wobei mein kollege hier wahrscheinlich zu recht behauptet, dass ein stärkerer euro auch keine probleme bereitet - weil unser unternehmen "unschlagbar" gute qualität bietet - es schlicht keine alternativen zu uns gibt.

    "Der deutsche Wohlstand wird durch den Euro völlig vernichtet" - sehe und erlebe ich ganz anders!

  • Seien wir doch mal ehrlich, solange es den kleinen Leuten noch nicht wirklich weh tut, ändert sich nichts. Die Schmerzgrenze muss überschritten werden, dann geht was. Vorher nicht.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%