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Rückfall im Aufschwung Ostdeutsche Wirtschaft verliert Anschluss

Im Aufholprozess zum Westen fällt die ostdeutsche Wirtschaft trotz eines beschleunigten Wachstums erneut zurück. Die Angleichung falle mit 69,6 Prozent auf den Stand von 2008 zurück, sagt das IWH für 2011 voraus.
26.07.2011 - 12:46 Uhr Kommentieren
Die Lichtenauer Mineralquellen GmbH: Das sächsische Unternehmen ist nach eigenen Angaben Marktführer bei Mineralwasser in Ostdeutschland. Quelle: dpa

Die Lichtenauer Mineralquellen GmbH: Das sächsische Unternehmen ist nach eigenen Angaben Marktführer bei Mineralwasser in Ostdeutschland.

(Foto: dpa)

Berlin Die ostdeutsche Wirtschaft verliert wieder an Boden. Trotz eines beschleunigten Wachstums im laufenden Jahr fällt die Region erneut in ihrem Aufholprozess zum Westen zurück, wie das Hallenser IWH-Institut am Dienstag mitteilte. „Die scheinbare Angleichung in Krisenzeiten war nur eine Episode. Jetzt leidet der Osten wieder unter seinen grundlegenden Schwächen“, sagte IWH-Konjunkturexperte Udo Ludwig zu Reuters. Die ostdeutsche Wirtschaft werde zwar 2011 um 2,8 Prozent zulegen und damit mehr als die 2,0 Prozent im vorigen Jahr. Im Westen gehe es in diesem Jahr allerdings um rund 3,7 Prozent bergauf. 

Der Osten war deutlich glimpflicher durch die Rezession gekommen als der Westen. Grund dafür war eine eigentliche Schwäche: Die geringere Exportorientierung bewahrte viele Unternehmen zwischen Rügen und Sachsen vor einem stärkeren Einbruch der Geschäfte. Deshalb kletterte das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 2009 auf 70,5 Prozent des West-Niveaus. Im Aufschwung kehrt sich dies wieder um. Für 2011 sagt das IWH nüchterne Zahlen voraus: Die Angleichung falle mit 69,6 Prozent auf den Stand von 2008 zurück. „Der anhaltende Bevölkerungsrückgang in Ostdeutschland kann die Wachstumslücke der Produktion bei Pro-Kopf-Betrachtungen nicht kompensieren.“ Die Daten bei der Produktion und beim Einkommen kurzfristig an das West-Niveau angleichen zu wollen, sei unrealistisch, sagte Ludwig. Als fundamentale Schwäche nannte er „die Kleinteiligkeit des Mittelstandes, die damit verbundene Export- und Innovationsschwäche, das Fehlen von Führungszentralen und Großunternehmen, die Alterung und den Rückgang der Einwohnerzahl“.

 

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