Schuldenkrise Ökonomen stützen Schäubles Griechen-Plan

Ist Europa für den Fall einer Griechenland-Pleite gewappnet? Finanzminister Schäuble hat Zweifel und dringt auf einen neuen Rettungsplan. Ökonomen hat er auf seiner Seite, doch EZB und IWF mauern.
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Athens Bürger demonstrieren vor dem Parlament gegen die Sparpläne ihrer Regierung. Quelle: dapd

Athens Bürger demonstrieren vor dem Parlament gegen die Sparpläne ihrer Regierung.

(Foto: dapd)

DüsseldorfFührende Ökonomen in Deutschland unterstützen den Ruf von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nach einer Umschuldung Griechenlands unter Beteiligung privater Gläubiger. Sie sehen dabei vor allem die Europäische Zentralbank (EZB) in der Verantwortung, ihre Blockadehaltung in dieser Frage aufzugeben. „Wenn sich die EZB nicht mehr grundsätzlich einer Umstrukturierung der griechischen Schulden verschließt, kann die griechische Schuldenlast gesenkt werden, ohne dass daraus ein Kreditereignis wird“, sagte der Freiburger Wirtschaftsweise Lars Feld Handelsblatt Online.

Eine Umstrukturierung der Schulden ohne Zahlungsausfall müsse das Ziel sein. „Dies ließe sich erreichen, wenn die Gläubiger Anreize erhalten, existierende griechische Staatsanleihen in solche mit längerer Laufzeit umzutauschen“, erläuterte das Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Auch weitergehende Umtauschszenarien seien vorstellbar. Möglich sei beispielsweise der Ankauf von Anleihen zum niedrigeren Kurswert, die angesichts des Schuldenberges Griechenlands zum Zuge kommen dürften.

Schäuble hatte in einem Brief an EZB-Präsident Jean-Claude Trichet vor einem Bankrott Griechenlands für den Fall gewarnt, dass Athen keine weitere Unterstützung erhalten sollte. Man stehe vor dem realen Risiko der ersten ungeordneten Staatsinsolvenz innerhalb der Euro-Zone, schreibt Schäuble an Trichet, seine Kollegen aus den Euro-Ländern und an den Internationalen Währungsfonds (IWF). Deshalb halte er neue Hilfen für notwendig - auch, damit der Internationale Währungsfonds sich weiter beteilige.

Der amtierende IWF-Chef John Lipsky reagierte zurückhaltend auf den Schäuble-Vorstoß. Die jetzigen Pläne zur Unterstützung Griechenlands beinhalteten keine Umschuldung, sagte Lipsky der Nachrichtenagentur Reuters. Die Idee, dass private Gläubiger freiwillig einer Laufzeitverlängerung zustimmen würden, sei zudem hypothetisch. EZB-Präsident Trichet  ist ein großer Gegner einer Umschuldung Griechenlands.

Die Währungshüter können sich allenfalls eine freiwillige Beteiligung der privaten Gläubiger vorstellen, so wie es sie 2009 in der Finanzkrise schon einmal gab, als es darum ging, Osteuropa vor der Insolvenz zu retten. Damals haben die Banken ihre Engagements in Osteuropa nicht heruntergefahren, sondern konstant gehalten und damit das Schlimmste verhindert. Im Fall Griechenlands haben sie sich bislang allerdings nicht an ähnliche Absprachen gehalten.

Skepsis, ob Griechenland überhaupt noch gerettet werden kann
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8 Kommentare zu "Schuldenkrise: Spitzenökonomen stützen Schäubles Griechenland-Plan"

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  • Alt, aber immer noch genau so zutreffen:

    http://www.wiso.uni-hamburg.de/lucke/?p=581

  • Schäuble als Erfüllungsgehilfe der Enteignung deutschen Volksvermögens?

    Die deutsche Europa-Politik ist für die Steuerzahler in Deutschland
    mittlerweile zu einem hohen Risiko geworden.
    Sollten einige Pleitestaaten bei der Bewältigung der Eurokrise versagen,
    muss nun der deutsche Steuerzahler mit viel Geld auch dafür haften!

    Angesichts der jüngsten Beschlüsse der Eurozonen-Finanzminister ( Banken-Komplizen ) zum letzten "Rettungsfonds" für klamme EU-Mitgliedstaaten ist das Grundproblem nicht gelöst.
    Das Geschäftsmodell vieler Banken geht weiter:
    Die Banken als "private Gläubiger" investieren für 2 stellige % in Staatsanleihen überschuldeter Pleitestaaten und refinanzieren sich für 1 % bei der EZB und das dank "Rettungsfonds" ohne Ausfallrisiko!!!

    Auch der letzte "Rettungsschirm" wird schnell an seine Grenzen kommen
    und am Ende die Umschuldung dieser Pleitestaaten am deutschen Steuerzahler hängen bleibt.
    Die Politik der Bundesregierung ( Banken-Komplize ) läuft darauf hinaus,
    dass der letzte Not-Fonds in großem Umfang in Anspruch genommen wird und es zu einer globalen Haftung des deutschen Steuerzahler kommt!!!

    Schon mit den bisherig beschlossenen "PIGS-Rettungspaketen" hat der Deutsche Bundestag
    am 21. Mai 2010 zwei Drittel des Steueraufkommens des Bundes für die Staatsschulden anderer Länder verpfändet!!!

    Erst geht die Peripherie pleite, dann Deutschland.

    Der Euro endet spätestens dann, wenn Deutschland insolvent ist!

    Wie lange werden die Menschen in Deutschland dem noch tatenlos zusehen?

  • Griechenland ein Faß ohne Boden?

    Warum sollten unsere europäischen Freunde nicht zugreifen,
    wenn man ihnen ein offenes Konto in Deutschland bietet?
    Dieses offene Konto führt dazu, dass gezahlt, gezahlt und gezahlt wird.
    Aber jedes offene Konto endet an der Zahlungsunfähigkeit.
    Und die Zahlungsunfähigkeit Deutschlands, die wird dann das Abenteuer „Euro“ beenden.

    Das Experiment Euro verläuft nach Drehbuch:
    Erst geht die Peripherie pleite, dann Deutschland.

    Die deutsche Finanzpolitik treibt unsere Bevölkerungen in den Bankrott!
    Auch der einfach strukturierte Abgeordnete in Berlin
    müsste langsam realisiert haben, dass das Zwangszahlungsmittel „Euro“
    auf eine Zerstörung der europäischen Völker hinausläuft.
    Statt einer fairen Politik im Interesse der Völker begehen
    "unsere" Vertreter einen Rechtsbruch nach dem anderen,
    um die eigentlichen Machtinhaber zu befriedigen: „Die Finanzoligarchen“.

    Wie geht’s weiter mit dem Euro?

    Zunächst geht es weiter auf die bekannte verbrecherische Weise:
    Man druckt Euro und kauft Schrott und glaubt damit das Problem gelöst zu haben.
    Das wird wohl noch eine Zeit lang dauern, denn die illegal bewilligten Mittel sind noch nicht erschöpft.

    Der Euro endet spätestens dann, wenn Deutschland insolvent ist!

  • Wie sagte Prof. Hankel???

    Es wird den Euro solange geben, bis als letzter Deutschland an der ihm durch Europa aufgebürdeten Schuldenlast zusammenbricht!

    Der Euro wird mit dem Bankrott aller daran beteiligten Staaten enden - ob über eine Hyperinflation, indem die EZB Euro druckt ohne Ende, ober über ganz normale Kreditereignisse.
    Etwas Anderes ist politisch nicht gewollt. So sieht die europäische Schicksalsgemeinschaft aus: Leben auf Kosten anderer.

    Der Euro endet spätestens dann, wenn Deutschland insolvent ist!

    "Unsere" Politiker sind korrupt und verlogen.
    Sie arbeiten entgegen ihrem geleisteten Eid NICHT für das Volk - sondern dagegen !!!

    Wie lange werden die Menschen in Deutschland dem noch tatenlos zusehen?

  • @ Buerge-r,
    die Banken haben die Macht, was Bangster oft genug unter Beweis gestellt haben und die Politik ist so willfährig den Staat, also die normalen Bürger zu belasten.
    Genau das ist doch längst der einzige Ausweg im Falle Griechenlands und Weitere.

  • Die EZB hat Sorge vor finanzpolitischen Verstrickungen? Lustig, sie steckt doch schon mittendrin. Die EZB hat sich bereits hoffnungslos verheddert in diesen Rettungsopern und hat ihre eigentliche Zielsetzung schon in bedrohlichem Maße aufgegeben.

  • „Die EZB weist zu Recht darauf hin, dass eine harte Umstrukturierung der Schulden Griechenlands zum jetzigen Zeitpunkt wieder unkontrollierbare Folgen haben könnte, die sie weiter in die finanzpolitischen Fäden verstricken könnte“, sagte Kater Handelsblatt Online. Daher rate sie auch dringend davon ab“.

    Sehr schön, aber wozu rät die Europäische Zentral Bad Bank (EZB) dann? Wenn Sie glaubt, der dumme Unter- und Mittelschicht-Steuermichel wird, die Suppe die sich die EZB durch das Wegputschen des Maasstricht-Euros und das heimliche Ersetzen durch den "Polit-Euro" selbst eingebrockt hat, auslöffeln, sollte man sie schnellstens eines besser belehren!

    Ihre Alternative weitere Verschuldung der noch halbgesunden Länder ohne eine nachvollziehbare Aussicht, dass Länder im Schuldensumpf in absehbarer Zeit wieder auf eigenen Beinen stehen können, ist absurd, betrügerisch und verstösst mehrfach gegen die deutsche Verfassung. Also entweder man geht ganz neue und kreative Wege oder hört endlich auf sich wegzuducken, zu verdrängen und zu verleugnen und sieht stattdessen den TATSACHEN ins Auge!

  • Gott schütze uns vor deutschen Spitzenökonomen. Dieses ganze Gerede von einer Umschuldung hilft nur den Spekulanten und heizt das "Casino" weiter an.

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