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Schuldenkrise Weltbank-Chef warnt vor neuen Gefahren für die Weltwirtschaft

Wie sehr gefährdet die Schuldenkrise in Europa und den USA die Konjunktur? Weltbank-Chef Zoellick glaubt, es werde bald eine „neue gefährliche Phase geben“. Bosch-Chef Fehrenbach warnt davor eine Rezession herbeizureden.
Update: 03.09.2011 - 14:05 Uhr 17 Kommentare
Weltbank-Chef Zoellick erwartet schwere Zeiten für die Währungsunion und die Banken. Quelle: AFP

Weltbank-Chef Zoellick erwartet schwere Zeiten für die Währungsunion und die Banken.

(Foto: AFP)

PekingWeltbank-Chef Robert Zoellick hat für die kommenden Monate eine weiterhin schwierige Zeit in der internationalen Finanz- und Wirtschaftspolitik vorausgesagt. Es werde „diesen Herbst eine neue gefährliche Phase“ geben, sagte Zoellick am Samstag in Peking zur Eröffnung einer Konferenz zur Zukunft Chinas. Die Finanzkrise in Europa sei „eine Krise der nationalstaatlichen Schulden geworden, mit schwerwiegenden Auswirkungen auf die Währungsunion, die Banken und die Wettbewerbsfähigkeit bestimmter Länder“.

Die USA wiederum seien „konfrontiert mit der Schuldenfrage, Ausgaben, der Steuerreform, um das Wachstum der Privatwirtschaft zu unterstützen“, analysierte der Weltbank-Chef. All diese Probleme seien in einem „internationalen Kontext eines verlangsamten Wachstums und eines geschwächten Vertrauens“ zu bewältigen.

China rief Zoellick auf, bei seinem Wirtschaftswachstum weniger auf Investitionen aus dem Ausland und Exporte und mehr auf den Konsum der eigenen Bevölkerung zu setzen. Die Weltbank habe China im Juli in die Gruppe der Volkswirtschaften mit überdurchschnittlichem Einkommen eingestuft. In den kommenden 15 bis 20 Jahren könne das Land in die Kategorie der Länder mit hohen Einkommen aufsteigen. Dazu sei aber ein Strategiewechsel nötig.

Optimistischer äußerte sich Zoellick zu China. Das Land sei auf gutem Wege in den nächsten 15 bis 20 Jahren beim Pro-Kopf-Einkommen auf das Niveau einer „high-income“-Nation nach Weltbank-Definition zu werden. Obwohl China inzwischen zur zweitgrößten Volkswirtschaft nach den USA aufgestiegen ist, beträgt das jährliche Pro-Kopf-Einkommen mit gerade mal 4260 Dollar nicht einmal ein Zehntel des Pro-Kopf-Einkommens in den Vereinigten Staaten, dass nach Weltbank-Daten bei 47.140 Dollar liegt.

„Die Länder mit mittlerem Einkommen können nicht mehr von Wachstumsmodellen abhängen, die funktioniert haben, als sie arm waren“, warnte Zoellick. Ohne eine veränderte Herangehensweise riskierten sie, „im Wettbewerb mit den Niedriglohnländern ebenso zu verlieren wie gegen die Länder mit hohen Einkommen in Bezug auf Innovation und technologischem Wandel“. Die Verantwortlichen in China wüssten, was zu tun ist, sie müssten nur „ihre Vorhaben in Taten umsetzen“.

Rösler sieht keine Rezessionsgefahr für Deutschland

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sieht trotz der dramatischen Schuldenkrise in Europa und den USA derzeit keine Rezessionsgefahr. „Das Konjunkturklima hat sich ein Stück weit abgekühlt, das ist gar keine Frage. Rezessionsängste sind momentan aber nicht angebracht“, sagte Rösler in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Der FDP-Chef und Vizekanzler forderte die Union auf, jetzt rasch gemeinsam den Fachkräftemangel anzupacken. „Das ist die Wachstumsbremse Nummer eins. Die könnte man am schnellsten lösen.“ Die aktuelle wirtschaftliche Lage könnte womöglich dazu beitragen, Vorbehalte beim Koalitionspartner zu überwinden.

Bosch-Chef Franz Fehrenbach warnte davor, eine Wirtschaftskrise herbeizureden. „Von einer Rezession sind wir weit entfernt. Ich warne eindringlich davor, durch verbale Übertreibungen und panische Bremsreaktionen eine
Rezession herbeizureden“, sagte der Chef des weltgrößten Autozulieferers der „Wirtschaftswoche“ laut Vorabmeldung vom Samstag. Seine größte Sorge bestehe darin, dass aus der Schuldenkrise eine politische Glaubwürdigkeitskrise wird. Die Politik müsse das Primat des Handelns zurückgewinnen. Fehrenbach geht davon aus, dass die Politik nicht um Euro-Bonds herumkommen werde.

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  • afp
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17 Kommentare zu "Schuldenkrise: Weltbank-Chef warnt vor neuen Gefahren für die Weltwirtschaft"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Theorie hin oder her, besser als Traumtänzerei ist es alle mal. Ich war auch mal für die europäische Integration nach "alter Art" hatte aber mein böses Erwachen im Mai 2010. Wie dort im Handstreich die Verträge und Versprechen mit einer Selbstverständlichkeit kassiert wurden und noch nicht mal jemand die Verantwortung für das Desaster übernahm, sondern sogar noch frech wurde, wenn man als Bürger die ganze Aktion in Frage stellte, verschlug mir den Atem.

    Mit dem Personal, was 10 Jahre lang gepennt und den Euro in die Sackgasse gefahren hat und den kulturellen Heterogenitäten ist kein europäischer demokratischer Zentralstaat zu machen, ohne das Blut fließt. Vielleicht würde es ein Weile noch gut gehen, solange Deutschland das Gebilde großzügig bezahlt (was ja auch nur auf Pump ginge) aber spätestens wenn es auch hier nichts mehr zu holen gibt, wird man sich so, wie man sich früher um Grenzen gestritten hat, ums Geld und die Schuld streiten. Das ist die traurige Realität und ich halte es für unverantwortlich, den Menschen diebezüglich Sand in die Augen zu streuen und das Desaster zu vergrößern. Die europäische Integration "alter Art" befindet sich in der Sackgasse und Umkehr ist das Gebot der Stunde!

  • Auf Pump leben ist Wesen des Kapitalismus und der Demokratie. Unabdingabr. Das hat also nichts kommunistisches. Richtig, der Euro-Raum, aber nicht nur der, besteht aus egoistischen Staaten. Gerade deshalb muss die Sache strenger unionisiert werden. Jetzt muss auch noch der amerik. Bürgerkrieg daran glauben. Die Anti-Euro-päer lassen aber auch nichts aus.

  • Alles Theorie, mehr nicht. Klingt irgendwie nach politischer Rede ... Ansonsten: Europaer hat recht, natürlich.

  • Ja ja, das wurde vom "Antfaschistischen Schutzwall" auch behauptet.

    Wenn der Maastricht-Vertrag nicht mehr in Kraft gesetzt wird, wird es im besten Fall ein "dirigistisches", flaches, planwirtschaftliches, imperiales Europa nach französischem (und altbacken-überholtem National-)Staatsverständnis und einer Euro-Lira nach italienischem Währungsverständnis (worauf SPD und Grüne ja auch schon hinarbeiten). Dieses mag vorübergehend eine gewisse Macht haben und rein kopfgesteuerten Geostrategen oder Europanationalisten eine gewisse Befriedigung verschaffen, wird aber nie die "Kulturstufe" einer "Gemeinschaft der Freien" erreichen, deren Potential es eigentlich in sich trägt und irgendwann wie ein frühreifer fauler Apfel vom Baum fallen und an seinen beiseite geschobenen inneren Widersprüchen zerbrechen. Das wird nicht schön. Hoffentlich bin ich, sollte es soweit kommen und ich werde alles mir mögliche dagegen tun, dann schon mausetot.

  • Ach ja, und den Euro wird es auch noch geben, wenn der gute Buerge-r schon längst mausetot unter der Erde liegt.

    Denn EU und Euro bedeuten Frieden und Wohlstand für alle von Nord bis Süd, und von West bis Ost !

  • So ein Quatsch !

    Was haben Sie denn geraucht ?

    Ich fühle mich weder "ausgebeutet" noch "diktatorisch" unterdrückt !

  • Es geht hier aber leider nicht um ein für oder wieder europäische Kleinstaaterei, sondern um ein WIE diese ggfls. überwunden wird. Über Notstandsgesetze, Staatsstreiche und geleitet von Interssen eines dysfunktionalen Finanzbetrugssystems, das Marktwirtschaft und Demokratie untergräbt, eine Einheit herstellen zu wollen, die sich organisch aus vielleicht gutem Grund nicht einstellen will, mag im Hinblick auf die "äußere Bedrohung" durch Dollar/USA oder China sinnvoll erscheinen. Aus Sicht des Bürgers, der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, das was eigentlich Europa ausmacht, ist es ein Verbrechen, das darüber hinaus auf (Schulden)Sand gebaut und wie Sowjetunion und Jugoslawien zum Untergang verurteilt ist.

    Deshalb sind alle, die am Europa der Verträge notfalls auch mit Verzicht auf eine Gleichschaltung (von Integration kann man bei den angedachten Konstrukten schlecht reden) festhalten wollen, die eigentlichen Europäer. Im übrigen wird bei der kulturellen Vielfalt (die ja auch ein Wert sein kann) und der heterogenen Interessenlage nie ein Finanzminister soviel Autorität haben, wie z.B. der Maastrichtvertrag, der durch gmeinsamen Beschluss klare Spielregeln festlegt, denen man sich anschließen oder fernbleiben kann. Das ist die Lehre aus dem Bruch von Masstricht im Mai 2010 und das ist der Weg auf dem Europa zusammenfindet oder eben nicht deshalb: Maastricht for Finanzminister!

    Dazu noch ein schöner Artikel:
    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13580767/Das-neue-Europa-kommt-handstreichartig.html

  • Fakt ist, dass die EU und besonders der €-Raum nur auf Pump gelebt hat. Es hat nicht funktioniert das €-Spiel. Auch wenn man es heute nicht gerne hört, aber KEIN Spiel kann auf Dauer gut gehen, wenn Spielregeln ohne Strafe verletzt werden dürfen.

    Das kommunistische Konzept hat sich auch gut angehört. Interlektuelle hatten ihren Superspaß an dem Konzept. Trotzdem ist es gescheitert. Wie auch hier immer noch ein paar Interlektuelle von einem gerechten Europa träumen. Auch der € wird scheitern.

    Denn auch der €-Raum besteht aus egoistischen Staaten, die NUR ihr Eigeninteresse sehen. De Gaule sagte mal, dass Nationen eigentlich Monster sind. aber genau das wollen die Eurkraten nicht wahr haben. Wenn Europa gelingen soll, wird es nur so gehen wie im amerikanischen Bürgerkrieg. Wer nicht spurt, MUSS mit Gewalt zur Ordnung gebracht werden.

    Ohen diese Gewalt wird der € zerfallen, denn die Dolce-Viat Staaten werden sich bestimmt nicht mit Argumenten vom Schmarotzen abhalten lassen.

  • Ok, eine Meinung, nicht sehr zeitgemäß und sehr einseitig. Europa hat noch nichts erkannt, es wird nur immer nur behauptet. Die Anti-Euro-Fraktion hat keine Mehrheit, da bin ich mir sicher. Natürlich auch nur eine Meinung. Lassen wir unsere Gegensätze einfach so stehen.

  • Sehen Sie, Europa hat doch mittlerweile selbst erkannt, dass es nicht handlungsfähig ist, da zu viele Länder und Parlamente gefragt werden müssen. Aus diesem Grund sollen ja feudalistisch anmutende Rätegremien installiert werden, die dann absolut autonom von jedweder demokratisch legitimierten Kontrolle unser Geld unter die Leute bringen. Am Ende wird es aber trotzdem im Chaos und Komplett-Währungscrash enden. Deshalb doch gleich einen Schlussstrich ziehen. Deutschland kann sich selbst kontrollieren, seine eigene Währung zäumen, effektiv und zeitnah auf Anforderungen des Marktes reagieren. Das ganze real existierende Europa ist doch ein korruotes Tollhaus - und mit jeder Woche und Entscheidung wird es noch absurder.

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