Schwaches Geschäft mit Bekleidung Größter Umsatzeinbruch im Einzelhandel seit Jahren

Um rund drei Prozent sind die Umsätze des deutschen Einzelhandels im September zurückgegangen. Darauf hatte wenig hingedeutet. Ist der Einbruch ein Ausreißer oder müssen sich Händler auf schwere Zeiten einstellen?
Update: 31.10.2014 - 10:32 Uhr 7 Kommentare
Die Bundeskanzlerin an der Kasse: Zuletzt ging Angela Merkel mit dem chinesischen Ministerpräsident Li Keqiang in einem Supermarkt einkaufen. Der Lebensmittelhandel hatte im September keine Umsatzprobleme, ganz im Gegensatz zum gesamten Einzelhandel. Quelle: dpa

Die Bundeskanzlerin an der Kasse: Zuletzt ging Angela Merkel mit dem chinesischen Ministerpräsident Li Keqiang in einem Supermarkt einkaufen. Der Lebensmittelhandel hatte im September keine Umsatzprobleme, ganz im Gegensatz zum gesamten Einzelhandel.

(Foto: dpa)

BerlinDer stärkste Umsatzeinbruch im Einzelhandel seit mehr als sieben Jahren schürt die Sorge vor einer Rezession in Deutschland. Die Einnahmen schrumpften im September um 2,9 Prozent zum Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Preisbereinigt (real) fielen sie sogar um 3,2 Prozent - dreimal so stark wie erwartet. Zudem korrigierten die Statistiker das im August erreichte Wachstum von 2,5 auf 1,5 Prozent kräftig nach unten.

„Damit wird eine Rezession in Deutschland wahrscheinlicher“, sagte Ökonom Holger Sandte von der Nordea Bank. „Das Risiko hat zugenommen“, pflichtete Christian Schulz von der Berenberg Bank bei.

Vor Bekanntgabe der Einzelhandelsdaten haben die meisten Experten für das dritte Quartal noch mit einem minimalen Wirtschaftswachstum von 0,1 Prozent gerechnet - getragen vor allem vom privaten Konsum. Schwächelt dieser wider Erwarten, könnte Europas größte Volkswirtschaft im Sommer bereits das zweite Quartal in Folge geschrumpft sein. Ökonomen sprechen dann von einer Rezession.

Eine erste Schätzung zum Abschneiden im dritten Quartal veröffentlicht das Statistische Bundesamt am 14. November. Mehr Klarheit könnte aber schon die kommende Woche bringen, wenn die Daten zu Industrieproduktion und Exporten bekanntgeben werden.

Der Umsatzeinbruch kommt auch deshalb überraschend, weil die Rahmenbedingungen eigentlich gut sind: Die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie seit drei Jahren nicht mehr, die Beschäftigung auf Rekordhoch, die Löhne steigen deutlich stärker als die Preise und erhöhen die Kaufkraft.

„Die Einzelhandelsdaten schwanken oft sehr - in diesem Sommer besonders stark wegen der späten Lage der Ferien“, sagte Berenberg-Analyst Schulz. „Dazu kommt ein milder Herbstbeginn. Der hat vermutlich dazu geführt, dass die neuen Winterkollektionen in den Geschäften keinen reißenden Absatz gefunden haben.“ So brach der Umsatz mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren im Vergleich zum September 2013 um 5,7 Prozent ein.

Trotz des Rückschlags sehen die meisten Experten den privaten Konsum weiter als Stütze der Konjunktur. Zwar hatte sich das Konsumklima im September und Oktober jeweils leicht eingetrübt, da internationale Krisen wie die in der Ukraine die Verbraucher zunehmend verunsichern.

Für November zeigt das von den GfK-Marktforschern ermittelte Barometer aber wieder nach oben. Von Januar bis September nahm der deutsche Einzelhandel 1,8 Prozent mehr ein als im Vorjahreszeitraum. Der Branchenverband HDE erwartet im Gesamtjahr ein Plus von rund 1,5 Prozent.

  • rtr
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7 Kommentare zu "Schwaches Geschäft mit Bekleidung: Größter Umsatzeinbruch im Einzelhandel seit Jahren"

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  • Größter Umsatzeinbruch im Einzelhandel seit Jahren!

    Hat dies die FDJ-Kanzlerin nicht vorhergesehen???
    Hat hier ihr analytische Denkvermögen Kapituliert?

    Also was lernen wir daraus, eine zweite DDR wie von dieser Frau geplant, ist zum Scheitern verurteilt.
    Der Soziale frieden steht auf wackligen Beinen.

  • Die Leute haben immer noch zu hohe Löhne, daher muß der Gürtel enger geschnallt werden, dann steigt die "Lebensleistung" und es geht wieder aufwärts.

  • Ja nu, was denn?
    Allerorten hört man doch von den Jubelpersern, dass der deutsche Inlandskonsum die Konjunktur und das Wachstum stützt.
    Und jetzt dieses?
    Wer lügt uns denn permanent an?

  • bei einem überziehungszins von 13% und mehr kein wunder diese entwicklung. unsere politiker haben jeglichen realitätssinn verloren. wenn sie geld brauchen wird eine diätenerhöhung von ca. € 500,- pro monat ganz fix beschlossen. dass können nur politiker in unserem lande. sie sind es, die von den abgründen unserer sogen. marktwirtschaft nie betroffen sind. die zeche zahlt immer nur der "kleine mann". im wilden westen gab es mal den spruch "wenn dein pferd tot ist, mußt du absteigen". durch die grenzenlose bedienungsmentalität dieser kaste kommt dies denen erst gar nicht in den sinn. sie gehen davon aus, dass sie von den alltagsniederungen in ihren wohlabgesicherten elfenbeintürmen nie betroffen sein werden. dies gilt für die vielfarbig lackierten kapitalisten genau so wie für die erzkonservativen. sie vergügen sich mit jungen lebensgefährtinnen, die nach ihrem ableben der gemeinschaft zur versorgung überlassen werden. tja, die lebensleistuing zählt eben.

  • Das ist doch kein Problem.

    Soll es doch der Einzelhandel den Banken gleich machen und das Wechselgeld einfach einbehalten!

    Man stelle sich vor, man bringt Geld zu einer Bank und die Bank kann es nicht mehr zurück geben und kein verantwortungsloser Politiker regt sich auf. Schnell kommt doch der Nürger zu dem Schluss: Alles Gauner.

    Das eigentliche Priblem ist dabei, dass man solchen Bürgern nicht mehr ehrlich entgegnen kann.

  • Keine Deutsche in Konsumlaune Meldungen mehr ? Ist die ganze geliehene Kohle schon ausgegeben ? Keine neuen Kreditsklaven mehr gefunden ?

    Dann kann die Party schon losgehen.

  • Überraschen kann der Rückgang im Einzelhandel nur diejenigen, die überhaupt keine Ahnung von der wirtschaftlichen Lage der großen Masse der Bevölkerung haben.

    Die breite Mehrheit der Menschen in Deutschland hat heute einfach real weniger Geld in der Tasche als noch vor 10 Jahren.

    Energiewende mit Strompreisexplosion, kalte Progression, ständige Steigerung der diversen öffentlichen Gebühren, verbunden mit einem dramatischen Anstieg der Beschäftigung im Niedriglohnsektor führen eben dazu, daß viele Menschen sich nur noch das Nötigste leisten können.

    Und wenn es in dem Bericht heißt: "Der Umsatz mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren brach dagegen um 5,7 Prozent zum Vorjahresmonat ein", so ist auch das nur logisch. Wenn es finanziell knapp ist, dann müssen der alte Wintermantel, die alten Schuhe und der alte Anzug eben noch etwas länger halten.

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