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Spanien Gefangen in der Rezession

Nach der Krise geht es in Spanien immer noch schleppend voran: Der Rückgang der Wirtschaftsleistung hat sich zum Jahresende weiter verlangsamt. Die Regierung versucht, Konjunktur-Optimismus zu verbreiten. Experten erwarten aber nicht, dass Spanien schnell zu den früheren Wachstumsraten zurückkehren wird.
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Bald wieder gut Wetter in Spaniens Wirtschaft? Experten zweifeln noch daran. Quelle: ap

Bald wieder gut Wetter in Spaniens Wirtschaft? Experten zweifeln noch daran.

(Foto: ap)

MADRID. Spaniens Wirtschaft ist der Sprung aus der Rezession auch am Jahresende 2009 nicht gelungen. Im vierten Quartal schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal, gab das Statistikinstitut INE bekannt. Damit ging das spanische BIP bereits im siebten Quartal in Folge zurück. Im abgelaufenen Jahr schrumpfte die spanische Wirtschaftsleistung um 3,6 Prozent.

Nachdem das BIP im dritten Quartal noch um 0,3 Prozent zurückgegangen war, sprachen die Statistiker von einer Verbesserung im Schlussquartal. Sie beruhe auf einer weiteren Erholung der Binnennachfrage und auf einem positiven Außenbeitrag, hieß es bei INE. Die Zahl reflektiere eine „klare Abschwächung der Rezession“, sagte Spaniens Wirtschaftsministerin Elena Salgado.

„Angesichts eines fast flachen BIP im letzten Quartal scheint die Rezession beendet zu sein“, kommentierten die Analysten der Ratingagentur Moody’s. „Spanien wird sich aus der Rezession herausbewegen, aber erst im zweiten Halbjahr“, sagte Ökonomin Tullia Bucco von Unicredit. Die Regierung erwartet für das Gesamtjahr eine um 0,3 Prozent sinkende Wirtschaftsleistung.

Spanien hat der Einbruch des Bau- und Immobiliensektors hart getroffen. „Wir haben strukturelle Schwächen, eine geringe produktive Diversifizierung, einen rigiden Arbeitsmarkt und eine stärkere Zerstörung von Beschäftigung als in anderen Ländern“, sagt Ökonom Santiago Carbó von der Universität Granada.

Die jahrelang von einem Bauboom beflügelte Wirtschaft war nach dem Platzen einer Immobilienblase im Frühjahr 2008 in die Rezession abgerutscht. Auch das Tourismusgeschäft läuft nicht mehr so gut wie früher, da viele Urlauber in Zeiten der Krise wegbleiben. Mit der auf mittlerweile rund 20 Prozent angestiegenen Arbeitslosigkeit und wegbrechenden Steuereinnahmen sind auch die Etatprobleme explodiert: Mit einem Defizit von 11,4 Prozent des BIP hat Spanien 2009 ein ähnlich großes Defizit wie das schwarze Schaf Griechenland nach Brüssel gemeldet. Die Moody’s Volkswirte erwarten nicht, dass Spanien rasch zu den früheren Wachstumsraten zurückkehren wird.

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1 Kommentar zu "Spanien: Gefangen in der Rezession"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Nach der Krise..." Wieso, ist sie denn schon vorbei? Wir sind gerade am Anfang. Wenn die Politiker aller Staaten ernsthaft glauben die Probleme damit zu lösen, dass sie die Notenpressen anwerfen, dann werden sie sich, für alle schmerzhaft, eines besseren belehren lassen müssen.
    Das einzige was sie damit längerfristig erreichen, ist eine Entwertung des Geldes. Selbst eine dringend notwendige strukturelle Veränderung würde nicht mehr viel bringen. Das Kind ist bereits sei geraumer Zeit in den brunnen gefallen.