Staatliche Hilfen Portugal greift seinen Banken unter die Arme

Erst Spanien, jetzt Portugal: Das iberische Land muss seine großen Banken mit Milliardenhilfen stützen. Dafür nimmt der Staat 6,6 Milliarden Euro in die Hand.
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Nach Spanien muss jetzt auch Portugal die Banken stützen. Quelle: dpa

Nach Spanien muss jetzt auch Portugal die Banken stützen.

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LissabonNach Spanien muss auch das hoch verschuldete Nachbarland Portugal seinen größten Banken mit Milliarden unter die Arme greifen. Um die von den europäischen Banken-Aufsehern geforderte Stärkung des Kernkapitals bis zum 30. Juni erfüllen zu können, müssen drei der vier größten Finanzinstitute staatliche Hilfen in Höhe von insgesamt 6,6 Milliarden Euro in Anspruch nehmen.

Die Mittel dafür sollen aus dem von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) gewährten 78-Milliarden-Hilfspaket kommen. Finanzminister Vítor Gaspar erklärte, die „Troika“ habe inzwischen die Freigabe einer neuen Milliarden-Tranche gewährt.

Vor Portugal waren auch im Nachbarland Spanien staatliche Rettungsaktionen für Banken angekündigt worden. Angesichts der einschneidenden Kürzungen von Gehältern und Sozialleistungen musste Gaspar in Lissabon die Aktion am Montag rechtfertigen. Die Rettungsaktion werde die Banken „in eine auch im europäischen Vergleich solide Position bringen“, sagte er vor Journalisten. Die Kapitalerhöhungen würden die Aussichten bezüglich der Finanzierung der kränkelnden portugiesischen Wirtschaft verbessern, fügte er an. Bisher seien die Banken in diesem Bereich sehr eingeschränkt gewesen.

Der Löwenanteil der 6,6 Milliarden beantragte die größte Privatbank Portugals, die Banco Comercial Portugués (BCP), die 3,5 Milliarden benötigt. Die staatliche Caixa Geral de Depósitos (CGD) will 1,65 und die Banco Portugués de Investimentos (BPI) 1,5 Milliarden. Im Hilfspaket für Portugal waren zur Stützung der einheimischen Banken bis zu zwölf Milliarden Euro vorgesehen.

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7 Kommentare zu "Staatliche Hilfen: Portugal greift seinen Banken unter die Arme"

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  • Mal wieder grosses gerede oder von einer Portuguieschen Zeitung abgeschrieben, denn in der 78 Millarden waren 12 Millarden immer für die Banken gedacht und sind 6,6 Millarden jetzt nicht um sonst wie man schön sagt.
    Das was in Spenien los ist ist nur der anfang,
    Die deutschen Banken sind leider auch nicht besser dran, ohne die BAD-Banks oder andere weisse Schulden zu verstecken säh es nicht gerade gut aus.
    Hypo Vereisn Bank ist nur ein Beispiel.
    Und das muss der Deutsche steuerzalher.
    Das gerede das Deutschland als tragen ist ein Witz schaut mal wär denn schulden erlass von Griechland getragen hat.

  • Es scheint, es war immer schon der Plan.
    Man wollte immer schon den Euro an die Wand fahren lassen und nur so wie sie es machen, geht das.
    Denn die USA dulden keine Leitwährung ausser der eigenen.
    So sieht es aus.
    Und weil man den Leuten/Bürgern das nicht bei bringen kann, müssen sie es so machen dass es aussieht als hätte man alles versucht, eine selbständige Europawährung zu haben. Wenn jeder Bürger dann mal einsieht, dass das nicht machbar ist, weil es zu teuer wird, ist die Bastion sturmreif geschossen und es muss ein Absturz erfolgen damit der gemeine Bürger merkt, er hat nichts mehr für was es sich lohnt, um noch an eine vereinigtes Europa zu glauben oder zu denken.
    Wenn der Bürger nichts mehr hat, ist er gewillt, gerne auf seinen Euro zu verzichten und mithin auch auf ein vereinigtes Europa das dann den USA nicht mehr gefährlich ist.
    Anders kann man es offensichtlich nicht glaubhaft darstellen, dass man diese Währung nicht braucht. Doch keiner traut zu sagen, dass wir diesen Euro deswegen nicht brauchen und haben dürfen, weil das dem Imperium Amerika zu wider läuft.
    Das war wohl schon immer so geplant.

  • Schäuble wurde bei Geheimgesprächen zur Portugalhilfe gefilmt - Die Wahrheit!

    http://www.youtube.com/watch?v=n_rs9KyKZG4&feature=related

    hmm.. und wieso warnt uns niemand vor Schäuble ?

  • Mit all den Geldern, die Europa (insbes. Deutschland) für die Reichen- und Bankenrettung verpulvert, hätte man sämtliche Universitäten in Europa neu bauen können. Man hätte damit die Zukunft Europas und der jungen Generation gesichert und noch ein gigantisches Konjunkturprogramm angeschoben.
    [...]. Und Herr Gabriel und der frühere Linke Trittin klatschen dazu Beifall und wollen sogar immer noch mehr "retten". Das ist der komplette Irrsinn.
    Herr Kohl, Herr Schäuble und Frau Merkel haben mit Unterstützung der deutschen Opposition die Zukunft Europas vernichtet! Das quasi-religiöse Festhalten an einer fixen Idee namens Euro ist unser Untergang. Was der kalte Krieg mit all den Atombomben nicht geschafft hat, die Politik kriegt es hin: Unsere Zukunft und unsere Sicherheit ist ruiniert. Europa ist wirtschaftlich ein Wrack und auch militärisch nur noch bedingt abwehrbereit. Der im Süden arbeitslosen und im Norden künftig finanziell überforderten Jugend muss man zur Auswanderung raten. Aber man hat sie ökonomisch so dumm gehalten, dass sie die Katastrophe noch nicht verstehen. Sonst wäre es jetzt höchste Zeit für eine militante APO gegen die auf ihren Pfründen sitzenden [...], die verantwortungslos das Land vernichten.
    [+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

  • Ich Staunen habe ich zur Kenntnis genommen, daß die Macht der Banken viel größer ist als von mir angenommen. Weltweit
    läuft seit fast 4 Jahren ein gigantisches Rettungsprogramm für Banken. Hätte man nicht besser das Geld in die Realwirtschaft stecken können, selbst in Wackelkandidaten wie z. B. Scklecker, Opel etc. Stattdessen wird es in die Taschen der Bankster gestopft! Wie unerhört!

  • Schade, derEuro hätte klappen können, hätte man konsequent gehandelt. Bedeutet: Gemeldete Zahlen geprüft, No bail Out-Prinzip ernst genommen, die EZB unabhängig gelassen,... Und schon 2008 angefangen die "systemrelevanten" Banken zu verstaatlichen, das Investmentbanking abgespalten und in unproblematische Größen geteilt. Alles das wurde uns allen hier versprochen. Was ist passiert? Korrupiert wurde, wie immer. So hat die Politik wirklich das geschafft, was sie immer bekämpfen wollte: Das zusammenbrechen des Euros. Bye Euro. Ein netter Traum. Aber nicht jeder Traum ist bis ans Ende schön. Er entwickelt sich zum Ende zum Albtraum.

  • Komisch, was der dümmste Stammtisch hätte schon vor 5 Jahren voraussagen können, wird nach wie vor nicht von Experten und hochrangigen Politikern erkannt. Wo die Reise hingeht ist hoffentlich jedem klar. Ich hoffe nur dass beim grossen Knall auch entsprechend die richtigen Köpfe rollen und der deutsche Volltrottel endlich aus seinem inzwischen bald 100 jährigen Schlaf, erwacht.

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