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Staatsdefizit sinkt Schwacher Konsum bremst deutschen Aufschwung

Die Schuldenkrise zeigt Wirkung: Deutschlands Verbraucher halten sich zurück, der deutsche Konjunkturboom schwächt sich deutlich ab. Dank kräftiger Steuereinnahmen sinkt jedoch auch die Neuverschuldung - auf 0,6 Prozent.
Update: 01.09.2011 - 08:43 Uhr 32 Kommentare
Arbeit am Hochofen: Das deutsche Wachstum hat einen Dämpfer bekommen. Quelle: dpa

Arbeit am Hochofen: Das deutsche Wachstum hat einen Dämpfer bekommen.

(Foto: dpa)

BerlinDer erste Rückgang der privaten Konsumausgaben seit dem Krisenjahr 2009 hat den deutschen Aufschwung im zweiten Quartal fast zum Erliegen gebracht. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von April bis Juni nur noch um 0,1 Prozent zum Vorquartal, bestätigte das Statistische Bundesamt am Donnerstag eine frühere Schätzung. Zu Jahresbeginn hatte es mit 1,3 Prozent noch ein kräftiges Wachstum gegeben. Zum Absturz trug die Kaufzurückhaltung der Verbraucher bei: Sie gaben 0,7 Prozent weniger aus als im Vorquartal.

„Diese Konsumzurückhaltung ist unter anderem im Zusammenhang mit gestiegenen Energiepreisen sowie Sondereffekten wie der Verunsicherung der Konsumenten wegen der internationalen Schuldenkrise zu sehen“, hieß es. Die Bauinvestitionen schrumpften um 0,9 Prozent. Wegen der milden Witterung hatte sich der übliche Frühjahrsaufschwung am Bau auf den Jahresbeginn verlagert.

Die Exporte legten dagegen um 2,3 Prozent zu. Weil aber die Importe mit 3,2 Prozent noch schneller wuchsen, bremste auch der Außenhandel den Aufschwung. Dazu trug die Energiewende bei: Wegen des Atomausstiegs musste Strom verstärkt importiert werden. Angeschoben wurde die Wirtschaft dagegen von den Investitionen der Unternehmen in Ausrüstungen wie Maschinen und Anlagen, die um 1,7 Prozent zulegten. Für 2011 rechnen die meisten Experten ein Wachstum von etwa drei Prozent, das 2012 wegen der schwächeren Weltkonjunktur auf etwa zwei Prozent nachlassen dürfte.

Analyst Andreas Rees (Unicredit) rechnet damit, dass sich das Wachstum im dritten Quartal wieder robuster zeigt: „Der starke Rückgang des Wachstums ist eine Übertreibung. Darauf deutet hin, dass das Herunterfahren der Atomkraftwerke das Wachstum spürbar gedämpft hat. Das allein hat etwa einen viertel Prozentpunkt Wachstum gekostet. Es gibt eine gute Chance, dass der private Konsum wieder merklich anzieht. Wir können uns über einen Rebound im dritten Quartal freuen. Wir rechnen dann mit einem Wachstum von 0,5 Prozent.“

Kräftig steigende Steuereinnahmen haben das deutsche Staatsdefizit im ersten Halbjahr spürbar gedrückt. Die Neuverschuldung entsprach nur noch 0,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes nach 3,1 Prozent im Vorjahreszeitraum. „Dies ist die niedrigste Defizitquote seit dem ersten Halbjahr 2008“, schrieben die Statistiker. Die Maastrichter EU-Verträge sehen eine Höchstgrenze von drei Prozent vor. Nach Prognose des Bundesfinanzministeriums wird diese Marke im Gesamtjahr 2011 mit 1,5 Prozent deutlich unterschritten. 2014 will der Staat ohne neue Schulden auskommen.

„Die Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen profitierten insbesondere von einer vergleichsweise guten konjunkturellen Entwicklung“, hieß es. Sie gaben zusammen 7,2 Milliarden Euro mehr aus als sie einnahmen. Während die Einnahmen um 6,0 Prozent zulegten, stiegen die Ausgaben nur um 0,3 Prozent. Die Steuereinnahmen legten um 8,5 Prozent, wobei die Einkommens- und Vermögensteuer mit 9,8 Prozent besonders kräftig anzogen.

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32 Kommentare zu "Staatsdefizit sinkt: Schwacher Konsum bremst deutschen Aufschwung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ja, das verstehe ich jetzt auch nicht. Es hieß doch vor kurzem noch, die Verbraucher kaufen wie die Wilden, sie merken nichts von der Krise.
    Ja, ja, jede Woche eine andre Leuteverdummung.
    Und jedes Wirtschaftsinstitut bringt täglich eine andere Meldung.
    Von dieen Instituten ist Deutschland geradezu überzogen.
    Forscht man mal ein wenig nach, gehören viele von ihnen zu dem kriminellen Verein Initiative neue soziale Marktwirtschaft, die aber mit sozialer Marktwirtschaft nichts am Hut haben, sondern den knallharten Kapitalismus das Wort reden.

  • Schon dabei ;)

  • 100% Zustimmung. Aber aufgrund der Verblödung durch die Medien funktioniert das Spiel Teile und Herrsche noch recht gut. Die Deutschen kommen erst ganz langsam dahinter, daß sie ALLE nur ausgenutzt werden!

  • Ich kann meine ehemaligen deutschen Mitbuerger nur dazu auffordern, so wenig wie moeglich zu arbeiten, so wenig wie moeglich zu konsumieren und dafuer wieder Freude an Kindern, Familie und Treffen mit Freunden zu finden. Kaufhaeuser links (bzw rechts..) liegen zu lassen und in die Natur zu gehen.
    Nur so wird die 3.Diktatur auf deutschem Boden, die schlimme Diktatur der BRD-Wirtschaft, endlich ausgebremst und der Zusammenhalt des Landes gestaerkt, wenn nicht mehr Jeder gegen jeden um das groesste Auto kaempft und gierige Bosse in ihren verdammten Firmen allein fertig werden muessen.

    Es erfreut mich, dass es der fehlende Konsum ist, der die brd-Wirtchaft und ihre widerlichen Bosse ausbremst.
    Weiter so.

  • Ach, die Deutsche Wirtschaft bekommt wegen der sinkenden Auslandsnachfrage ein Problem? Sowas aber auch. Hat bestimmt eine horrend teure Studie eines mit einem Bundestagsabgeordneten befreundeten Unternehmens ergeben....

  • @mare

    Abwarten was die FDP noch so für Geschenke macht. Vielleicht ist dann auch ein Ferrari drin :-))

  • Warum dann einen langweiligen Alfa kaufen, gleich alles richtig machen und den neuen Ferrari 458 Italia bestellen. Das wäre mal ein Geldtransfer direkt in einen PIIGS-Staat ohne Umwege :-))

  • Bricht der Konsum in Deutschland erst seit der Krise ein? Nein, es geht doch schon länger abwärts. Es ist nicht der Rettungsschirm, sondern die neoliberalen Ideen zu Senkung der Steuern für Reiche. So brechen die Staatseinnahmen weg und die Bürger müssen dies alles zusätzlich stemmen. Außerdem haben wir starke Monopolbildungen, siehe 25%ige Preiserhöhungen bei Energiesparlampen.

  • Nicht für die Griechen! Die bekommen nichts. Es geht an die Banken, zum Absichern deren Gewinne!! Die griechischen Bürger sind Pleite wie wir. Laßt Euch nicht von den Medien verdummen. Fahrt selber hin!

    Und für die Sozialleistungen haben die Griechen was getan! Sie sind auf die Straße gegangen und haben es den Reichen und Banken abgetrotzt.

    Das Einzige was die Griechen falsch machenist daß sie die Reichen nicht ausreichend besteuern. Und diesen Fehler machen wir auch!

  • Jetzt bricht nicht nur die Binnennachfrage weg, sondern auch noch der Export zusammen. Nix mehr mit schönreden.

    Lager werden immer voller - Die Industrie hat ein Problem.
    Eine deutlich schwächere Auslandsnachfrage setzt der deutschen Industrie zu. Nach Angaben des Markit-Instituts ist der Einkaufsmanagerindex nur noch knapp über der Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird. Der Wert für die gesamte Euro-Zone beträgt nur 49 Punkte. Damit steigt die Rezessionsgefahr.
    http://www.n-tv.de/wirtschaft/Die-Industrie-hat-ein-Problem-article4191516.html

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