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Ifo-Barometer Weltwirtschaft im Stimmungsloch

Europa, Nordamerika, Afrika: Viele Experten beurteilen die Lage auf den Weltmärkten kritisch. Laut einer Ifo-Studie hat sich das globale Geschäftsklima so stark abgekühlt wie zuletzt 2012 – mit wenigen Ausnahmen.
11.02.2016 - 14:35 Uhr
Der derzeit niedrige Ölpreis produziert Gewinner und Verlierer – vor allem exportstarke Wirtschaftszweige leiden unter Flauten in einstigen Hoffnungsmärkten. Quelle: dpa
Billiges Öl

Der derzeit niedrige Ölpreis produziert Gewinner und Verlierer – vor allem exportstarke Wirtschaftszweige leiden unter Flauten in einstigen Hoffnungsmärkten.

(Foto: dpa)

Berlin Die globale Konjunktur hat sich einer Ifo-Studie zufolge so stark abgekühlt wie seit Ende 2012 nicht mehr. Das vom Ifo-Institut berechnete Barometer für das Weltwirtschaftsklima sank Anfang 2016 um 1,8 auf 87,8 Punkte, wie die Münchner Forscher am Donnerstag mitteilten. Dies liegt damit deutlich unter dem langjährigen Mittel von gut 96 Zählern. „Der starke Rückgang der Ölpreise scheint im Durchschnitt keinen positiven konjunkturellen Effekt zu haben“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. „Das Wachstum der Weltwirtschaft lässt weiterhin an Dynamik vermissen.“ Die knapp 1100 vom Ifo befragten Experten aus 120 Ländern beurteilten die Lage zwar etwas besser als zuletzt. „Die Erwartungen sind hingegen weniger positiv als im Vorquartal.“

Das günstige Öl sorgt weltweit für Gewinner und Verlierer. Zum einen drückt es die Heiz- und Tankkosten der Verbraucher und kurbelt so über mehr Kaufkraft den privaten Konsum an. Hiervon profitiert Deutschland derzeit stark. Zum anderen stecken ölexportierende Staaten wie Russland in einer tiefen Wirtschaftskrise, was wiederum deutsche Exporteure trifft.

Das Wirtschaftsklima verschlechterte sich laut Ifo in allen Regionen, außer in Asien, Ozeanien und Lateinamerika. Mit Ausnahme von Europa lag der Indikator zudem überall unter seinem jeweiligen langfristigen Durchschnitt. In Europa blickten die Experten demnach etwas weniger positiv nach vorn als zuletzt. In Nordamerika und Afrika hingegen beurteilten sie die Lage etwas weniger günstig.

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