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US-Konjunktur Fed-Chef Bernanke dreht an der Zinsschraube

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) setzt die vor Tagen angedeutete Normalisierung der Geldpolitik überraschend schnell um und verteuert die Notkredite für Banken. Mit der Maßnahme erhöht die Fed erstmals seit Ausbruch der Finanzkrise einen – wenn auch in der Bedeutung untergeordneten – Zinssatz.
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US-Notenbankchef Ben Bernanke macht mit der Straffung der Geldpolitik überraschend schnell ernst. Quelle: dpa

US-Notenbankchef Ben Bernanke macht mit der Straffung der Geldpolitik überraschend schnell ernst.

(Foto: dpa)

NEW YORK. Der Diskontsatz werde ab Freitag von 0,5 Prozent auf 0,75 Prozent angehoben, teilte die Fed am Donnerstagabend nach Handelsschluss in New York mit. Obwohl die Fed in ihrer Mitteilung und durch die Rede von Notenbankgouverneurin Elisabeth Duke betonte, es handele sich nicht um eine Straffung der Geldpolitik, interpretierten die Devisenmärkte die Maßnahme als Schritt in diese Richtung. Der Euro stürzte gegenüber dem Dollar auf den niedrigsten Stand seit Mitte Mai 2009 ab.

An den Märkten wurde der Schritt zurückhaltend aufgenommen. Die Futures der großen US-Aktienindizes gaben nachbörslich leicht nach. Stärker fiel die Reaktion am Devisenmarkt aus. Der Dollar legte in Erwartung weiterer Zinssteierungen zu, der Kurs des Euros zur US-Währung fiel auf ein Jahrestief unter 1,35 Dollar.

Mit der Maßnahme erhöht die Fed erstmals seit Ausbruch der Finanzkrise einen – wenn auch in der Bedeutung untergeordneten – Zinssatz. In einer Erklärung rechtfertigt die Notenbank ihren Schritt mit der „kontinuierlichen Verbesserung des Zustands des Finanzmarkts“. Der Leitzins, die so genannte Fed Funds Rate, blieb unverändert bei der Zielzone von Null bis 0,25 Prozent. Duke betonte am Donnerstagabend, mit dem Schritt sei keine Veränderung in der geldpolitischen Haltung der Notenbank verbunden. „Es ist nicht zu erwarten, dass dies zu schlechteren finanziellen Bedingungen für Haushalte und Unternehmen führen wird“, sagte sie. Duke wiederholte damit Aussagen von Fed-Chef Ben Bernanke, der die Märkte vergangene Woche auf die Diskontsatzerhöhung vorbereitet hatte.

Zunächst waren Duke und Bernanke mit ihren Beschwichtigungen der Kapitalmärkte jedoch wenig erfolgreich. Der Dollar zog im asiatischen Handel mächtig an, der Euro fiel im Gegenzug auf 1,3444 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit neun Monaten. Die Märkte interpretierten die Diskontsatzerhöhung als Einstieg in den Ausstieg aus der Phase des billigen Geldes. „Der Dollar wird vermutlich seine Gewinne in Erwartung einer weiteren Normalisierung der Geldpolitik ausbauen”, sagte Tomohiro Nishida, Devisenexperte bei Chuo Mitsui Trust and Banking. Der Hintergrund: In Erwartung vielleicht doch früher als erwartet wieder steigender US-Leitzinsen, die dann höhere Rendite bei Dollaranlagen versprechen, kauften Anleger bereits jetzt Dollar.

Bernanke hatte im Vorfeld der Entscheidung genau eine solche Reaktion befürchtet. Denn sie könnte auf mittlere Sicht zu einem Anstieg der realen Zinsen am US-Kapitalmarkt führen, noch bevor die Notenbank ihren Leitzins überhaupt anhebt. Die Gefahr: Dies könnte die sich gerade von der Krise erholende Wirtschaft abwürgen. In der Tat reagierten auch die Kreditmärkte. Die US-Anleihen weiteten ihre Verluste aus. Die richtungweisende zehnjährige Anleihe verlor in einer ersten Reaktion 16/32 Punkte auf 98 17/32 Zähler. Die Rendite stieg auf 3,801 Prozent. Der Dow-Future fiel und deutete damit eine schwächerer Eröffnung der US-Aktienmärkte an.

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