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Konjunktur „Frankenschock“ bremst Schweizer Wirtschaft

Die sprunghafte Aufwertung des Schweizer Franken zu Jahresbeginn wirkt immer noch nach. Das Bruttoinlandsprodukt der Eidgenossen stagnierte im dritten Quartal – eine negative Überraschung für viele Volkswirte.
01.12.2015 - 12:58 Uhr
Die Stärke der Währung belastet die Exportwirtschaft der Eidgenossen. Quelle: dpa
Schweizer Franken

Die Stärke der Währung belastet die Exportwirtschaft der Eidgenossen.

(Foto: dpa)

Zürich Knapp ein Jahr nach dem „Frankenschock“ kämpft die Schweizer Wirtschaft noch immer mit den Folgen der Währungsaufwertung. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stagnierte im dritten Quartal. Volkswirte hatten dagegen einen Anstieg von 0,2 Prozent erwartet. Auch für das vierte Quartal ist wenig Besserung in Sicht, wie am Dienstag veröffentlichte Daten zur Schweizer Industrie und den Einzelhandelsumsätzen zeigten.

Die Ökonomen des Bundes (Seco) führten die maue Wirtschaftsentwicklung im Sommer auf geringere Investitionen am Bau zurück. Die für die Schweizer Wirtschaft besonders wichtigen Warenexporte legten bereinigt um Wertsachen und den Transithandel zwar um 0,5 Prozent zu. „Das Wachstum war jedoch einzig von der Dynamik der Chemie- und Pharmaexporte getrieben“, teilte das Seco mit. Viele andere Schweizer Produkte waren im Ausland weniger gefragt - vor allem Uhren, Schmuck und Präzisionsinstrumente.

Als Grund dafür gilt die sprunghafte Aufwertung des Franken zu Jahresbeginn, nachdem die Nationalbank Mitte Januar überraschend den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken aufgegeben hatte. Dadurch wurden Schweizer Waren im Ausland quasi über Nacht deutlich teurer.

„Der Anpassungsprozess an den stärkeren Franken hat spürbar an Kraft gekostet“, erklärten die Experten der Zürcher Kantonalbank. Sie rechnen für das Gesamtjahr aber weiterhin mit einem leichten Wirtschaftswachstum. Im ersten Quartal war die Schweizer Wirtschaft um 0,3 Prozent geschrumpft, im zweiten Quartal um 0,2 Prozent gewachsen.

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    Der starke Franken trübt nach wie vor auch die Stimmung in der Industrie: Im November sank der Einkaufsmanager-Index auf 49,7 Punkte und damit unter die Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Viele Unternehmen seien für die Zukunft pessimistisch, erklärten die Experten der Großbank Credit Suisse, die den Index zusammen mit dem Einkäuferverband erhebt.

    Sie würden trotz guter Auftragslage ihren Lagerbestand konstant halten und Personal abbauen. Die Daten zeigten, dass sie den ersten Schock über die Frankenaufwertung zwar hinter sich gelassen hätten. „Doch gelingt das Verdauen der Franken-Aufwertung selber mehr schlecht als recht.“

    Als Stütze der Wirtschaft erwies sich zuletzt der private Konsum. Doch auch hier haben die Schweizer Einzelhändler im Oktober weniger verkauft als ein Jahr zuvor.

    • rtr
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