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Ökonomen zweifeln Schönt Indien seine Wachstumszahlen?

Vor einem Jahr hob Indien seine Wachstumszahlen um zwei Prozentpunkte an – und alle kratzten sich verwundert am Kopf. Nun gilt es als die am schnellsten wachsende große Volkswirtschaft der Welt. Viele Experten zweifeln.
13.02.2016 - 10:50 Uhr
Wächst Indien so stark wie seine Regierung vermutet? Experten haben Zweifel. Quelle: AFP
„Wachsende Wirtschaften“

Wächst Indien so stark wie seine Regierung vermutet? Experten haben Zweifel.

(Foto: AFP)

Neu Delhi Auch ein Jahr nach der Umstellung auf eine neue Berechnungsmethode für das Wirtschaftswachstum in Indien halten Ökonomen die Zahlen weiter für fraglich. „Momentan glaubt den Daten leider niemand“, sagte der in Oxford promovierte Wirtschaftswissenschaftler Rajiv Kumar der Deutschen Presse-Agentur. Bis vor wenigen Jahren war Kumar erst Chefökonom von CII und später Generalsekretär von FICCI, den größten Wirtschaftsverbänden Indiens.

Statt wie offiziell erklärt bei 7,4 Prozent dürfte das Wachstum der drittgrößten Volkswirtschaft Asiens in diesem Finanzjahr eher bei etwa 5 Prozent liegen, schätzte Kumar. Damit wäre Indien zwar nicht mehr die am schnellsten wachsende große Volkswirtschaft der Welt - stehe unter den Schwellenländern aber sehr wohl noch glänzend da, sagte Kumar. Denn die Inflation sei unter Kontrolle, das Leistungsbilanzdefizit gesenkt und die Rupie – im Gegensatz etwa zum russischen Rubel oder südafrikanischen Rand – nicht im freien Fall.

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Ganz so rosig wie das indische Statistikamt das Bild male, sei es allerdings auch nicht, sagte Kumar. Der Export gehe seit 13 Monaten zurück, die Banken vergäben nicht viele Kredite, und der Binnenkonsum schleppe sich dahin. Auch die Arbeitslosigkeit sinke nicht – was sie aber bei einem solch rasanten Wachstum tun sollte. „All das ist nicht im Einklang mit den Wirtschaftszahlen, die herausgegeben werden“, sagte Kumar, der auch das Finanz- und das Industrieministerium in Neu Delhi beriet und heute für die Denkfabrik Centre for Policy Research arbeitet.

Indiens Statistikamt hatte vor einem Jahr die Berechnungsgrundlage geändert. Seitdem gilt nicht mehr das Haushaltsjahr 2004/2005 (April bis März) als Bezugsjahr, sondern 2011/2012. Zudem werden die Marktpreise der Güter und Dienstleistungen anstatt der Produktionskosten der Firmen zur Ermittlung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) herangezogen. Dadurch lag Indiens Wachstum plötzlich etwa zwei Prozentpunkte höher – und über dem von China. Das Reich der Mitte hatte seinerseits im September 2015 die Berechnungsregeln verändert und auf internationale Standards umgestellt.

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