Wirtschaft schrumpft OECD erwartet Rezession

Die Euro-Krise beschert der deutschen Wirtschaft eine düstere Prognose: Nach Berechnungen der OECD rutscht Deutschland im zweiten Halbjahr in eine Rezession. Die Experten rechnen mit steigender Arbeitslosigkeit.
Update: 06.09.2012 - 14:43 Uhr 20 Kommentare
Ein Mitarbeiter des Montanunternehmens SKM feilt an einem Ersatzteil für eine Biogasanlage. Quelle: dapd

Ein Mitarbeiter des Montanunternehmens SKM feilt an einem Ersatzteil für eine Biogasanlage.

(Foto: dapd)

BerlinDie Industriestaatengruppe OECD sagt Deutschland im zweiten Halbjahr eine Rezession voraus. Die Wirtschaft dürfte im dritten Quartal um gut 0,1 Prozent schrumpfen und im vierten Quartal nochmals um rund 0,2 Prozent, wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Donnerstag mitteilte.

"Die Euro-Zone bleibt der springende Punkt, das Epizentrum der Krise", sagte OECD-Chefökonom Pier Carlo Padoan. Dies bremse zunehmend die globale Konjunktur. Die deutschen Maschinenbauer allerdings schnuppern trotz Schuldenkrise und schwacher Auftragslage Morgenluft. Die Branche peilt statt Stagnation für dieses Jahr nun ein Produktionsplus von zwei Prozent an.

Die OECD indes zeichnet ein düsteres Bild. "Die globale Wirtschaft verliert an Fahrt, da wichtige Länder in Europa in eine Rezession rutschen, die jetzt weltweite Auswirkungen hat", erklärte die Organisation in ihrem Zwischenbericht zum Wirtschaftsausblick der G7-Länder.

"Dies wird so weiter gehen, wenn die Entscheider es versäumen, die Hauptursache für die Verschlechterung anzugehen: die anhaltende Krise in der Euro-Zone", warnte Padoan. Die Arbeitslosigkeit werde weiter steigen. Eine Erholung könne es nur geben, wenn der Währungsraum seine Probleme mit dem Bankensektor, den Haushaltsdefiziten und der Wettbewerbsfähigkeit löse.

Die Schuldenkrise bremst bereits die deutsche Wirtschaft. Anfang 2012 war sie noch um 0,5 Prozent gewachsen, im Frühjahr um 0,3 Prozent. Optimistischer als die OECD zeigt sich das Münchener Ifo-Institut. "Noch sehen wir für Deutschland nicht die Gefahr einer Rezession", sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe den "VDI nachrichten". Die stabilen Exporte in Schwellenländer könnten die Absatzverluste vor allem in Südeuropa ausgleichen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Exporte bereiten Sorgen
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Wirtschaft schrumpft - OECD erwartet Rezession in Deutschland

20 Kommentare zu "Wirtschaft schrumpft: OECD erwartet Rezession in Deutschland"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Dem Dummdeutschen Volk kann man nur noch eine katastrophale Rezession wünschen und nicht nur 0,? %, sondern weit mehr als 10%, damit diese Schlafmützen endlich aufwachen. Doch auch das wird nichts nützr4n, nur wenn sie Arbeitslos werden, die Arbeitslosenunterstützung nicht mehr gezahlt werden könnte, die Preise sich gleichzeitig drastisch erhöhen, dann vielleicht.
    Man kann also nur wünschen, dass diese negativen Faktoren sich alle gleichzeitig auswirken, denn da sind sie schon lange, man versucht nur seitens der Politik, dies alles so lange als möglich zu verzögern und das offensichtlich mit Erfolg!

  • deutsche wirtschaft wächst stärker asl erwartet .... ein artikel des HB . wie geht das denn , zuerst rezession in de rdie wirtschaft wächst ... nette aussicht . und die ezb kauft alles auf . hätte noch ein bisschen sperrmüll im keller nimmt das die ezb auch . und meine schulden von meinem haus ... kann sie alles haben .

  • Komisch, auf der selben Seite steht:
    http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/auftragseingaenge-im-juli-deutsche-industrie-waechst-staerker-als-erwartet/7102142.html

  • Für Unternehmen mit gebremstem Wachstum oder auch für Unternehmen die weiterhin wachsen gibt es diverse Fördermittelprogramme in Deutschland. http://www.foerdermittel-bayern.de

  • Die OECD ist eine von Internationalisten geführte Bude, die immer dann auftritt und gequirrlte Schaumschlägerei zum Besten gibt,- wenn´s keiner wissen will.

    Es sind Panikmacher, genau wie alle finanziell orientierten übergreifenden internationalen Institutionen, die nur ein Ziel haben, sich ihre ureigenste synthetische Welt zusammenzuzimmern.

    Abartig und damit ausgewiesenes Ziel für Brandstiftungen !

  • Immer wieder lese ich über den Unmut der Bürger mit der Politik der Kanzlerin. Abgesehen davon, daß die Dame ausschließlich am Erhalt der eigenen Macht und nicht am Wohl des Volkes (hierfür wurde sie eigentlich gewählt) interessiert ist, frage ich mich immer wieder, wie eigentlich die hohen Popularitätswerte entstehen. Fakt ist: Merkel hat unser Land kaputt regiert. Die ersten wachen nun langsam auf. Fragt sich nur, ob es dafür nicht ein wenig spät ist.

  • @ Onkel Sam

    Ihr Beitrag ist brilliant. Dem gibt es nichts hinzuzufügen!

  • ... und der Dax steigt und steigt bis.... - zum Zusammenbruch, der ist nicht mehr fern!

  • Die OECD ist ja nur ein reines Bürokratenmonster, in der hochbezahlte Leute fürs Nichtstun viel Geld bekommen. Und das ist ja eine sehr überraschende Nachricht, dass wir vor einer Rezession stehen? Ich lach mich schlapp. Leider wehrt sich die Gesellschaft nicht gegen teures Benzin, Steuererhöhungen etc. Die Politik hat somit leichtes Spiel, die Zitrone noch stärker auszupressen und den Leuten die letzten Cents aus der Tasche zu ziehen. Schade, man könnte über das Internet (s. Facebook-Partys) viele Leute ansprechen und erreichen. Warum klappt es mal nicht mit einem Volksaufstand (wie in der ehemaligen DDR) vor den Toren des Bundeskanzleramts??

  • In seinen Kommentaren zitiert "@Leichnam" Aussagen einzelner Politiker zum Euro als Einheitswährung, um offensichtlich den Eindruck zu vermitteln, wie schlecht wir mit dem Euro gefahren sind. Das ist natürlich Unsinn. Die Ankündigung der OECD gibt Einblicke in das Missmanagement der Merkel-Regierung. Wir haben uns mit der Idee wettbewerbsfähiger zu sein als alle anderen ins "AUS" manövriert. Beginnend mit Griechenland hat der Finanzkapitalismus gegen die durch die Bankenrettungen geschwächten Staaten (exorbitante Schuldenausweitung) angefangen massiv auf deren Zahlungsunfähigkeit zu spekulieren und so die Renditen für Staatsanleihen künstlich in die Höhe getrieben. Der "Club" der Europäer hat hierauf, ganz im Sinne der Finanzlobby, mit Fehleinschätzungen und Panikattacken reagiert. Unter dem Schein der Gelassenheit hat insbesondere Frau Merkel von Anfang an nicht verstanden, wo die Probleme anzupacken sind und mit Verweigerung und Hetze wegen angeblicher Bequemlichkeiten und Schlendrian anderer Staaten die Lage zusätzlich verschärft. Hinzu kam ein Austeritätsprogramm, das selbst solide Haushalte und Verschuldungen (Spanien, Portugal, Irland) in tiefe Rezession stürzte. Deutschland, das höher verschuldet ist, als diese Länder hat weiter auf Export gesetzt und in den 4 zurückliegenden Jahren versäumt, seinen Binnenmarkt in Ordnung zu bringen und für Wachstumsimpulse zu sorgen. Den Export-Unternehmen ging es ja gut, sie tragen bis heute zu dem Eindruck bei, Deutschland ginge es gut, was Medien und Politik gebetsmühlenhaft wiederholen. Derweil nimmt in Deutschland die Kaufkraft immer mehr ab, Armut macht sich breit. Der Arbeitsmarkt ist zum Eldorado für Niedriglohn, Leiharbeit, Minijobs und andere prekäre Arbeitsverhältnisse geworden. Es zeigt sich, dass durch die Agenda 2010 aus Deutschland in 30 Jahren ein Armenhaus macht, wo Rentner arbeiten bis zum Umfallen oder vor den Sozialämtern hocken, da ihnen das Geld weder zum Leben noch zum Sterben reicht.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%