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Zentralbank-Chef Visco Italiens BIP soll um zwei Prozent zurückgehen

Italiens Zentralbank-Chef geht davon aus, dass die Rezession das Land härter treffen wird, als die Regierung annimmt. Für die Zukunft ist er da optimistischer - trotz steigender Renditen für zehnjährige Staatsanleihen.
08.07.2012 - 14:51 Uhr Kommentieren
Italiens Zentralbank-Chef Ignazio Visco geht von einer zweiprozentigen Rezession aus. Quelle: dapd

Italiens Zentralbank-Chef Ignazio Visco geht von einer zweiprozentigen Rezession aus.

(Foto: dapd)

Rom Italien steckt nach Einschätzung der Zentralbank dieses Jahr tiefer in der Rezession als gedacht. Zentralbankchef Ignazio Visco sagte der Zeitung „Corriere della Sera“ vom Sonntag, er rechne mit einem Schrumpfen der heimischen Wirtschaft um zwei Prozent statt wie bislang um 1,5 Prozent. Erste Anzeichen für eine Erholung dürften Ende des Jahres wahrnehmbar sein, sagte er dem Blatt. „2012 wird negativ sein, aber ich denke nicht, dass sich die Situation darüber hinaus verschlimmert“, zitierte die Zeitung Visco, der auch im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) sitzt.

Die Sparprogramme von Regierungschef Mario Monti lobte er als richtige Schritte. Er räumte zugleich ein, es gebe keine schnelle Lösung für die Schuldenprobleme Italiens. Die Monti-Regierung rechnet für dieses Jahr mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,2 Prozent. Der Arbeitgeber-Verband Confindustria erwartet sogar ein Minus von 2,4 Prozent.

Italien steckt seit Mitte vergangenen Jahres in einer Rezession. Die Wirtschaft wurde auch durch diverse Sparpakete belastet. Die Renditen der zehnjährigen italienischen Anleihen kletterten vergangene Woche auf mehr als sechs Prozent und verteuern damit die Refinanzierungskosten des Landes, wenn dieses neue Anleihen ausgibt. Monti bezeichnete den neuerlichen Anstieg nach einer anfänglichen Erleichterung in Folge des Euro-Krisengipfels als beunruhigend. „Ich denke, es ist nötig, dass sich die Euro-Gruppe damit befasst“, sagte er bei einer Veranstaltung in Aix-en-Provence.

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