Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Berufsbildung Meister und Fachwirte verdienen fast ein Fünftel mehr als Gesellen

Nach der Lehre weiterzulernen und Fachkauffrau oder Techniker zu werden lohnt sich laut einer neuen Studie. Für Frauen allerdings weniger als für Männer.
24.06.2020 - 14:32 Uhr 1 Kommentar
Vor allem für Männer lohnt sich höhere berufliche Bildung wie ein Meister oder Techniker. Quelle: dpa
Gasschweißarbeiten

Vor allem für Männer lohnt sich höhere berufliche Bildung wie ein Meister oder Techniker.

(Foto: dpa)

Berlin Seit der Jahrtausendwende versuchen sich in Deutschland immer mehr Schulabgänger an einem Studium. Die „höheren Abschlüsse der Berufsbildung“ – also vor allem Meister, Techniker, Fachwirt oder Betriebswirt – stagnieren dagegen auf weit niedrigerem Niveau. Eine Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigt jedoch: Diese Fortbildungen lohnen sich enorm. Im kaufmännischen Bereich gibt es beim Gehalt und den Job-Perspektiven im Vergleich zum Bachelor sogar kaum noch Unterschiede.

Das ist im Sinne der Bundesregierung, die die Berufsausbildung wieder attraktiver machen will – etwa durch die neuen Mindestlöhne für Azubis.

Ökonomen haben zuletzt auch gewarnt, dass hier der weit größere Fachkräftemangel droht als bei Akademikern. Der neue nationale Bildungsbericht zeigt, dass sich der massive Run auf das Abitur und Studium zuletzt abgeschwächt hat.

Rein formell rangieren die höheren Berufsbildungsabschlüsse mittlerweile auf dem gleichen Niveau wie der Bachelorabschluss. Das hat allerdings keine Folgen im Tarifrecht. Außerdem sind die Abschlüsse „abgesehen vom Meister kaum oder gar nicht bekannt“, schreibt Anja Hall, Autorin der BIBB-Studie, die dem Handelsblatt vorliegt. 

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Insgesamt erlangten 2018 gut 91.000 Menschen einen solchen Abschluss – rund die Hälfte davon im kaufmännischen Bereich. Über alle Berufe haben zehn Prozent der Männer und fast zwölf Prozent der Frauen einen höhere Berufsbildungsabschluss, wozu auch Erzieherinnen und Gesundheitsberufe zählen.

    Vor allem Männer und Meister verdienen gut

    Im Vergleich zu Akademikern verdient die Elite der beruflich Qualifizierten insgesamt zwar weniger: Der Bruttomonatsverdienst lag im Schnitt bei 3919 Euro – das waren 433 Euro weniger als Akademiker mit Bachelor- oder Fachhochschulabschluss und 1348 Euro weniger als solche mit Master- oder Uni-Abschluss. 

    Betrachtet man allerdings nur die Gruppe der praktisch Qualifizierten, die zuvor auch Abitur gemacht haben, schrumpft der Abstand zu den Bachelor-Absolventen auf nur noch acht Prozent. Bei den Kollegen ohne Abi sind es dagegen satte 21 Prozent. 

    Blickt man auf die Berufsfelder zeigt sich für die technischen Berufe eine größere Kluft als im Durchschnitt. Bei den kaufmännischen Jobs hingegen gibt es zwischen den beruflich Höherqualifizierten (die hier Fachkaufmann/-frau oder wie bei den Akademikern Betriebswirt heißen) einerseits und den Bachelor- und FH-Absolventen andererseits „keinen signifikanten Unterschied“, schreibt Hall.

    Basis der Studie war die repräsentative Erwerbstätigenbefragung 2018 des BIBB, bei der 20.000 Menschen Auskunft gaben. Dazu passt, dass nach Beobachtung von Experten vor allem größere Unternehmen zuletzt zunehmend BWL-Bachelor einstellten, anstatt selbst Kaufleute auszubilden.

    Grafik

    Einen deutlichen Vorteil haben Meister, Techniker und Co. gegenüber ihren Kollegen, die „nur“ eine Ausbildung absolviert haben. Sie verdienen deutlich mehr, ihr Bruttostundenlohn liegt im Schnitt 18 Prozent höher. In der Regel haben sie auch deutlich größere Chancen auf einen Führungsjob und mehr fachliche Verantwortung. Das gilt allerdings vor allem für Männer und Meister.

    Frauen hingegen „können signifikant weniger von einer beruflichen Höherqualifizierung profitieren“, heißt es in der Studie. Auch der Gender Pay Gap, also der Unterschied in der Bezahlung zwischen den Geschlechtern, verändert sich durch die Fortbildungen nicht. Er liegt sowohl unter den Gesellen als auch unter den Höherqualifizierten bei rund 17 Prozent. 

    All das spiegelt sich auch im subjektiven Empfinden der Befragten wider: Zwei Drittel der Männer sagen, die Qualifizierung zum Fachwirt, Kaufmann, Techniker oder Meister habe ihnen beruflich „sehr oder ziemlich viel“ genutzt.

    Lediglich jeder achte meint, sie habe ihm sehr wenig oder nichts gebracht. Die Frauen beurteilen das – ganz realistisch – etwas schlechter: Von ihnen meinen nur 60 Prozent, die Mühe für einen höheren beruflichen Abschluss habe sich gelohnt. Jede siebte verneint das. 

    Mehr: Frühjahrsreport 2020: Bedarf an IT-Experten trotz Corona ungebrochen

    Startseite
    Mehr zu: Berufsbildung - Meister und Fachwirte verdienen fast ein Fünftel mehr als Gesellen
    1 Kommentar zu "Berufsbildung : Meister und Fachwirte verdienen fast ein Fünftel mehr als Gesellen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • In der Regel bekommen sie nicht nur ein Fuenftel mehr sondern VERDIENEN das auch!

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%