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Jurastudentin Isabelle Jakobi

„Bald wird es wieder stressiger.“ (Foto: privat)

Rechtswissenschaften Wie schwer ist eigentlich ein Jura-Studium? Isabelle verrät’s dir!

Das Jura-Studium bringt Isabelle zu ihrem Traumberuf: Volljuristin. Eigentlich hatte sie alle Voraussetzungen für ein Medizinstudium. Doch dann entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Recht.
  • Janin Istenits
29.01.2018 - 16:33 Uhr Kommentieren

Dieser Artikel ist am 29. Januar 2018 bei Orange - dem jungen Portal des Handelsblatts - erschienen.

Datenschutz, Patientenverfügungen, Wegerecht: Während andere Menschen in ihrem Alter bei diesen Themen ein Gähnen unterdrücken, ist Isabelle voll dabei. Wie sieht die Rechtslage bei Körperverletzungen aus? Was müssen Sanitäter beachten, wenn sie schnellstmöglich zur Klinik fahren wollen? Im Sommer 2013 steckt sie gerade mitten in der Ausbildung zur Rettungsassistentin – und ist beim Kurs „Recht im Rettungsdienst“ nicht mehr zu halten.

NC fürs Jura-Studium an der Uni Düsseldorf: 1,2

Ihre Ausbildung hatte sie zwei Jahre vorher mit dem Ziel begonnen, direkt danach ins Medizinstudium einzusteigen. Aber spätestens nach diesem Ausflug in die Welt der Juristen war ihr eines klar: Ihr Traumjob ist ein ganz anderer.

Die 27-jährige ist inzwischen Jura-Studentin im neunten Semester und spricht noch heute voller Begeisterung davon, wie sie von ihrer medizinischen Ausbildung zu den Rechtswissenschaften gekommen ist. „Nach dem Kurs zu Rechtsfragen hat mich das Thema nicht mehr losgelassen, deshalb habe ich mich nach dem Staatsexamen zur Rettungsassistentin nicht für ein Medizinstudium, sondern für Jura beworben”, erzählt Isabelle.

An ihrer Wunschuni in Düsseldorf waren die damaligen Anforderungen mit einem NC von 1,2 sehr hoch, einen Platz hat sie mit sechs Wartesemestern trotzdem im ersten Anlauf bekommen. Tatsächlich war dies auch die einzige Uni, an die sie eine Bewerbung raus schickte: „Im Nachhinein betrachtet war das zwar etwas optimistisch, aber immerhin erfolgreich”, meint Isabelle heute.

Eines wurde Isabelle im Studium aber schnell klar: Der Weg zum Juristen ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Zwölf Klausuren in den ersten vier Semestern: ein Pensum, das den Studenten gleich zu Beginn enorm viel abverlangt und manchen schon am Anfang des Studiums zum Abbruch bringt.

Welche Praktika sollten Juristen machen?

Gleich im ersten Semester kam auch Isabelle ins Schwitzen, als sie bei Polizei- und Ordnungsrecht durchfiel: „Das war schon hart für mich, weil ich mich gerade für die Polizei besonders interessiere”, erzählt Isabelle. Und fügt hinzu: „Im dritten Semester bestand ich die Klausur dann doch. Zum Weiterkommen im vierten Semester muss man zum Glück nur neun Klausuren bestanden haben, deshalb wäre es am Ende auch nicht so tragisch, in einer der Klausuren durchzufallen.“

Natürlich müssen auch Juristen während des Studiums Praxiserfahrungen sammeln, vor allem, um sich zu spezialisieren und herauszufinden, ob die Entscheidung für Jura auch die richtige war.

Für Isabelle hat der Traumberuf bereits bei den ersten Praktika den Praxistest bestanden: „Ich arbeitete bisher beim Jugendamt und bei einem Rechtsanwalt. Dabei hatte ich jeden Tag auch mit konkreten Fällen zu tun, das hat mir gezeigt, dass der Job perfekt zu mir passt.”

Erstes oder zweites Staatsexamen? Öffentlicher Dienst oder Richter?

Inzwischen arbeitet sie rund zwanzig Stunden in der Woche als Werkstudentin bei der juristischen Nachwuchsförderung Iurratio, die junge Juristen beim Studium sowie Karriereeinstieg berät und unterstützt.

In dem jungen Büro kommt sie täglich mit juristischen Themen in Kontakt, arbeitet in der Verwaltung mit und plant Veranstaltungsbesuche, etwa bei der Karrieremesse Juracon: „Dort habe ich in den letzten Jahren viele Kontakte geknüpft und spannende Unternehmen kennengelernt.”

Das Gehalt ist ein guter Zuschuss zu ihrem Privatvermögen, das ganze Studium mit einem Nebenjob zu finanzieren, hält sie jedoch für unrealistisch: „In diesem Semester ist das Arbeiten entspannter, weil ich keine Kurse an der Uni belegen muss. Ab nächstem Semester wähle ich meinen Schwerpunkt Strafrecht, dann wird es wieder stressiger.”

Mit ihrem jetzigen Studentenjob geht sie schon in eine Richtung, die sie sich auch nach dem zweiten Staatsexamen vorstellen kann: “Am liebsten würde ich in der Rechtsabteilung eines Unternehmens oder in dem öffentlichen Dienst, zum Beispiel bei der Polizei, in einer Justizvollzugsanstalt oder im Staatsdienst arbeiten.”

Zwar könnte sie bereits nach dem ersten Staatsexamen in den Beruf starten, aber momentan möchte sie sich mit dem zweiten Examen noch alle Möglichkeiten, beispielsweise auch die Karriere als Richterin, offen halten.

Berufseinstieg als Juristin: Wie geht’s nach dem Studium weiter?

Nach einer abgeschlossenen Ausbildung noch einmal komplett von vorne anzufangen, ist mutig – und Isabelle ist froh, dass sie den Mut hatte, ihren Traum zu verwirklichen: „Ich liebe es, mit Verträgen, Rechten und Klauseln zu arbeiten, deshalb weiß ich heute, dass der Wechsel nach der Ausbildung genau die richtige Entscheidung war”, sagt Isabelle.

Die Medizin hat sie dafür übrigens trotzdem nicht ganz aufgeben, denn beim Deutschen Roten Kreuz ist sie auch noch weiterhin ehrenamtlich tätig: „Das ist eine Kombination, die mich glücklich macht, Medizin in der Freizeit und Jura im Beruf.”

Mehr: Examens-Lösungen verkauft: fünf Jahre Haft für bestechlichen Richter

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