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„Technically Single“ Mini-Serie mit Maria Furtwängler soll für Mint-Fächer begeistern

In „Technically Single“ spielt Maria Furtwängler eine Professorin der Elektrotechnik. Sie wirbt damit für ein Thema, das immer wichtiger wird.
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Die Tatort-Kommissarin spielt in „Technically Single“ eine Professorin der Elektrotechnik. Quelle: COCOFILMS / KARBE FILM
Maria Furtwängler

Die Tatort-Kommissarin spielt in „Technically Single“ eine Professorin der Elektrotechnik.

(Foto: COCOFILMS / KARBE FILM )

Berlin Die Tatort-Kommissarin Maria Furtwängler fordert schon länger deutlich mehr – und bessere Filmrollen für Frauen. Nun wirbt sie auch für Frauen in Technikberufen: In der Mini-Serie „Technically Single“, die demnächst auf der Streaming-Plattform Maxdome läuft, spielt sie eine Professorin der Elektrotechnik, deren Studentin Juli (gespielt von Alina Stiegler) im Zentrum des hektischen Geschehens steht.

Die coole Studentin und ihre Professorin sollen bei 13- bis 17-Jährigen für aussichtsreiche MINT-Berufe – Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – werben, für die sich in Deutschland nach wie vor nur wenig Frauen interessieren.

Die Idee hatte die TU München: Sie setzt mit „Technically single“ auf den „Scully-Effekt“. Die Figur der lässigen Dana Scully aus der Serie „Akte X“, FBI-Agentin und Forensikerin, hat Studien zufolge in den USA scharenweise Frauen motiviert, einen naturwissenschaftlichen Beruf zu ergreifen.

Weil Produktionsfirmen in Deutschland an „Technically Single“ aber nicht interessiert waren, nahm die Münchener Elite-Uni das Projekt in die eigene Hand und tat sich mit der Hochschule für Film- und Fernsehen zusammen. Genug Ideen für eine zweite Staffel gibt es auch schon, heißt es in München.

Mehr Frauen in MINT-Berufen wünscht sich auch die Kanzlerin. Um Deutschlands Wohlstand zu sichern, müssten Wirtschaft und Politik noch viel mehr junge Menschen „für die MINT-Fächer begeistern“, sagte Angela Merkel in einer Videobotschaft als Schirmherrin der Arbeitgeberinitiative „MINT Zukunft schaffen“ in Berlin. Die Aktivisten für mehr MINT-Berufsanfänger feierten am Dienstag im Bundeswirtschaftsministerium ihr zehnjähriges Jubiläum – doch zu feiern gibt es wenig.

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Trotz ungezählter Aktivitäten, die dem Nachwuchs die Naturwissenschaften nahe bringen sollen – vom Girls’Day über das Haus der Kleinen Forscher, MINT-Schulen bis zu MINT-Gipfeln –, wird das Problem am Arbeitsmarkt immer größer: Im September fehlten 338.200 MINT-Kräfte, das ist ein neues Allzeithoch.

Das zeigen die Erhebungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die dem Handelsblatt vorliegen.  „Wenn nicht schnell gegengesteuert wird, droht Deutschland dadurch im Innovationswettlauf an Tempo zu verlieren“, sagte der Bildungsexperte des IW, Axel Plünnecke, dem Handelsblatt.

Die IW-Zahlen untermauern zudem, dass sich das Problem auf nichtakademische Berufe verlagert: Fast 70 Prozent des Mangels an MINT-Kräften machen inzwischen Ausbildungsberufe, Meister und Techniker aus. Vor allem die Zahl der fehlenden Gesellen ist sprungartig auf gut 170.000 angestiegen – vor zwei Jahren waren es noch weniger als 100.000. Die Zahl der fehlenden Akademiker im MINT-Bereich ist dagegen nur langsam geklettert und liegt nun bei 107.000.

Patentrezepte, um schnell mehr junge Menschen für MINT zu begeistern, kann auch „MINT Zukunft schaffen“ nicht bieten. Die Organisation will jedoch schnell die Zahl der heute 1700 MINT-freundlichen Schulen ausbauen, kündigte ihr Vorstandsvorsitzender Thomas Sattelberger – früher Telekom-Personalvorstand, heute FDP-Politiker – an.

Aufbauend auf diesem Fundament „werden wir die Initiative ‚Digitale Schulen‘ zu einem Treiber guter Digitalisierung in der Bildung ausbauen“. Von der Bundesregierung forderte er, „endlich den überfälligen Digitalpakt zu realisieren“.

„Engagieren Sie einen unserer 20.000 MINT-Botschafter für den Unterricht“, appellierte sein Vize Thomas Michel, Geschäftsführer der Dienstleistungsgesellschaft für Informatik, an die Schulen. Die „MINT-Botschafter“ sind Praktiker, die im Unterricht über ihren Job berichten, Schulen unterstützen, Netzwerke bauen.

Doch MINT allein ist auch nicht gut, mahnte Sattelberger. Nötig sei die breite Bildung der Kinder und Jugendlichen, „programmieren allein reicht nicht“. Der Vorsitzende des Bildungsausschusses im deutschen Bundestag, SPD-Politiker Ernst Dieter Rossmann, sagte es noch deutlicher: „20 Prozent unserer Viertklässler können nicht richtig lesen und schreiben, 40 Prozent können nicht schwimmen. Wie sollen solche Kinder das Selbstbewusstsein für einen MINT-Beruf entwickeln?“

Er plädiert dafür, auch die Eltern mit ins Boot zu holen: Sie haben den größten Einfluss auf die Berufswahl der Töchter und Söhne,  „deshalb müssen wir sie über die Technologien beraten, die für die Zukunft ihrer Kinder nötig sind“.

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