Schneechaos Wintereinbruch behindert Straßen- und Bahnverkehr stark – die Einschränkungen in der Übersicht

Wegen der starken Schneefälle ruft der Bundesverkehrsminister dazu auf, am Wochenbeginn zu Hause zu bleiben. Der Nah- und Fernverkehr bleibt Montag eingeschränkt.
07.02.2021 Update: 08.02.2021 - 06:57 Uhr Kommentieren
Auch zum Wochenauftakt kommt es nach Angaben der Bahn zu massiven Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr. Quelle: AFP
Eingeschneiter ICE am Dortmunder Hauptbahnhof

Auch zum Wochenauftakt kommt es nach Angaben der Bahn zu massiven Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr.

(Foto: AFP)

Berlin, Düsseldorf Nach dem heftigen Wintereinbruch in vielen Regionen Deutschlands am Wochenende soll es auch am Montag mit Extremwetter weitergehen: Der Deutsche Wetterdienst warnte in der Nacht vor teils kräftigen Schneefällen mit meist zehn bis 25 Zentimetern Neuschnee in der ersten Tageshälfte in der Mitte Deutschlands – betroffen sein sollten vor allem Nordosthessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Auch in anderen Bundesländern müssen die Menschen weiter mit Einschränkungen durch den Wintereinbruch rechnen.

Für den Straßen-und Bahnverkehr wurden wieder Probleme erwartet. „Schnee und Eis werden den Nah- und Fernverkehr der DB in weiten Teilen des Landes auch am Montag beeinträchtigen“, teilte die Deutsche Bahn am Sonntagabend mit. Reisende wurden gebeten, „die zahlreichen Informationskanäle der DB zu nutzen, um sich vor Fahrtantritt über ihre Verbindung zu informieren“.

Aktuell kommt es nach Angaben der Bahn zu folgenden Einschränkungen im Fernverkehr:

  • Von Berlin aus verkehren bis auf weiteres keine Fernverkehrszüge mehr in Richtung Hannover/Köln, Erfurt, Frankfurt und München.
  • Von Hamburg aus verkehren bis auf weiteres keine Fernverkehrszüge mehr in Richtung Dortmund/Köln, Hannover, Frankfurt und München.
  • Von Dresden aus verkehren bis auf weiteres keine Fernverkehrszüge mehr in Richtung Leipzig, Frankfurt, Hannover und Köln.
  • Der Fernverkehr nördlich von Frankfurt, zum Beispiel in Richtung Leipzig, Dresden, Berlin, Hannover und Hamburg ist bis auf weiteres eingestellt.
  • Der Fernverkehr zwischen Deutschland und den Niederlanden ist bis auf weiteres eingestellt. Die ICE-Züge zwischen Frankfurt und Amsterdam, sowie die Intercity-Züge zwischen Berlin und Amsterdam entfallen auf dem gesamten Laufweg.
  • Es verkehren keine Fernverkehrszüge zwischen Hamburg und Kiel, Hamburg und Lübeck sowie zwischen Hamburg und Westerland.
  • Es verkehren keine Intercity-Züge zwischen Hannover und Norddeich Mole sowie zwischen Münster (Westfalen) und Norddeich Mole.
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    Ein heftiger Schneesturm hatte in Teilen Deutschlands am Sonntag ein Verkehrschaos verursacht. Es fielen mancherorts mehr als 30 Zentimeter Schnee, dazu kamen meterhohe Verwehungen. Polizei und Feuerwehr fuhren zahllose Einsätze. Bei der Bahn kam es im Regional- und Fernverkehr zu großen Einschränkungen. Bundesliga-Fußballspiele wurden abgesagt.

    Räumdienste im Dauereinsatz

    Der heftige Wintereinbruch brachte die Räumdienste etwa in Nordrhein-Westfalen an ihre Grenzen. Die Polizei musste spiegelglatte Autobahnen sperren, es gab Hunderte Unfälle, bei der Bahn fielen Züge wegen vereister Oberleitungen aus. Nach Angaben der Polizei in Nordrhein-Westfalen kam es innerhalb von 24 Stunden zu insgesamt 720 Einsätzen.

    Autos blieben in tiefen Schneewehen stecken. Bei Göttingen brachte der Schneefall den Verkehr auf der A7 fast vollständig zum Erliegen. Auf anderen Autobahnen stauten sich in der Nacht zum Montag Lastwagen, die im Schnee nicht vorankamen.

    Blick auf verschneite Gleise, die zum Leipziger Hauptbahnhof führen. Durch den Wintereinbruch ist es zu Ausfällen und Einschränkungen bei der Bahn gekommen. Quelle: dpa
    Winterwetter in Sachsen

    Blick auf verschneite Gleise, die zum Leipziger Hauptbahnhof führen. Durch den Wintereinbruch ist es zu Ausfällen und Einschränkungen bei der Bahn gekommen.

    (Foto: dpa)

    In Braunschweig barg die Feuerwehr einen Straßenbahn-Waggon, der aufgrund des Schnees aus den Schienen gesprungen war. Der Waggon gehörte zu einem Sonderfahrzeug mit Schneepflug, mit dem die Verkehrsgesellschaft eigentlich unterwegs war, um Schienen von den Schneemassen zu befreien, wie ein Feuerwehrsprecher am Sonntag sagte. Rettungskräfte hoben den tonnenschweren Wagen mit einem Autokran zurück in die Spur. Laut Feuerwehr türmten sich im Braunschweiger Stadtgebiet Schneeverwehungen mit bis zu 70 Zentimetern Höhe.

    In Duisburg musste die Feuerwehr anrücken, weil fünf Häuser direkt am Rhein durch die Schneeverwehungen von der Außenwelt abgeschnitten worden waren. Räumfahrzeuge waren in den teils 1,50 Meter hohen Schneeverwehungen stecken geblieben, wie die Polizei mitteilte.

    Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) riet den vom Schneechaos betroffenen Menschen in Deutschland, am Wochenbeginn besser zu Hause zu bleiben. Man könne nicht garantieren, im Laufe des Montags den Bahnverkehr wieder zum Laufen zu bekommen, sagte Scheuer nach einer Lagebesprechung am Sonntag bei „Bild live“.

    Tief „Tristan“ über Mitteleuropa und dem zentralen Mittelmeer bringt im Zusammenspiel mit Hoch „Gisela“ über Skandinavien weitere eisige Luft. „Nach dem schnee- und windreichen Wochenende kommt nun aus Osten die große Kälte auf uns zu“, sagte Meteorologe Simon Trippler vom DWD am Sonntag. Mit Schnee muss weiterhin gerechnet werden, allerdings fällt dieser nicht mehr so intensiv wie am Wochenende. Am Dienstag lassen die Schneefälle dann größtenteils nach, außer an der Küste.

    Mehr: Wintersport im Lockdown: Unternehmen fürchten den Komplettausfall der diesjährigen Skisaison

    • dpa
    • HB
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