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Merkel und der Germanwings-Absturz „In Krisenzeiten zeigt sich die Stärke von Social Media“

Der Germanwings-Absturz hält die Bundesregierung in Atem – auch via Facebook. Sie nutzt die Plattform, um über die Ereignisse zu informieren. Wie ihr das gelingt, sagt der Politikberater Martin Fuchs im Interview.
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Martin Fuchs: „Der starke dialogorientierte Ansatz der Bundesregierung ist in solchen  Momenten, glaube ich, der Richtige.“ (Foto: privat)
Martin Fuchs.

Martin Fuchs: „Der starke dialogorientierte Ansatz der Bundesregierung ist in solchen  Momenten, glaube ich, der Richtige.“ (Foto: privat)

Berlin Martin Fuchs ist Digital- und Politikberater in Hamburg. Er analysiert soziale Medien auf der Seite Pluragraph.de und betreibt den Blog „Hamburger Wahlbeobachter“.  Der Name entstand, als er bei der Bürgerschaftswahl 2011 die inoffizielle Beobachtung übernahm, weil die OSZE, wie er auf seiner Webseite schreibt, nicht nach Hamburg gekommen war. Seitdem beobachtet Fuchs die Europa-, Bundes- und Landespolitik im Netz - mit Fokus auf Social Media. Für das Handelsblatt hat er die Facebook-Seite der Bundesregierung unter die Lupe genommen - vor allem, weil Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über diese Plattform Regierungskommentare über die Ereignisse nach dem Germanwings-Absturz veröffentlichen lässt. Mit nicht immer positivem Echo. Fuchs allerdings findet im Interview, dass die Regierung ihre Sache bei Facebook ziemlich gut macht.

Herr Fuchs, wie bewerten Sie die Kommunikation der Bundesregierung über soziale Netzwerke wie Facebook?

Martin Fuchs: Grundsätzlich habe ich in den vergangenen Monaten einen  Professionalisierungsschub in der Kommunikation der einzelnen Bundesministerien wahrgenommen. Und dies nicht erst seit dem erfolgreichen Start der Bundesregierung-Facebook-Seite vor einem Monat. Wobei die Seite des Bundespresseamtes die Kommunikation der anderen Häuser nochmal um einiges überragt.

Inwiefern?

Hier erkennt man eine klare Strategie mit einem klaren Fokus auf dem Bürgerdialog, man merkt das die Prozesse vorher klar definiert wurden, das Team wirkt zudem eingespielt und erfahren und man hat verstanden dass eine gute Facebook-Kommunikation mehr ist, als bestehende Inhalte nochmal in einem anderen Kanal zu veröffentlichen. Und das hierfür zusätzliche Ressourcen benötigt werden.

Und bei den Ministerien?

Vieles was in den Fachministerien läuft, ist solide Kommunikationsarbeit, aber ich vermisse eine klare Linie. Wen wollen die Ministerien über diese Kanäle erreichen - es fehlt eine Zielgruppendefinition -  und welche Themen wollen sie eigentlich transportieren? Vieles wirkt reaktiv und nicht dramaturgisch durchdacht, zudem fehlt mir manchmal eine gewisse Lockerheit. Am besten bekommen das noch das Auswärtige Amt, das Justizministerium und auch das Entwicklungshilfeministerium hin, das innerhalb der Bundesregierung zu den Vorreitern gehörte.

Welche Bedeutung hat die Facebook-Kommunikation vor allem in Krisenzeiten - Stichwort: Germanwings-Absturz?

Insbesondere in Krisenzeiten zeigt sich die Stärke von Social Media. Im Gegensatz zu einer Pressekonferenz oder einer Pressemitteilung ermöglicht Social Media kurze reaktive Statements, die keine lange Vorbereitung und Abstimmung benötigen. Lange vor dem offiziellen Live-Statement der Kanzlerin zum Absturz hatten bereits eine Reihe von Ministern und Ministerien ihre Trauer und ihr Beileid via Facebook oder Twitter kund getan und somit ihre Anteilnahme mit den Opfern und Opferfamilien bekundet.

„Der starke dialogorientierte Ansatz ist richtig“
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