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Anstoß - Die WM-Kolumne Kaffeeservice-Prämie 2.0

Das geblümte Kaffeeservice, das die deutsche Fußballfrauen als Belohnung für den EM-Titel 1989 bekamen, ist hinreichend diskutiert. Ausgerechnet Hersteller Villeroy & Boch wärmt sie nun wieder auf. Ein PR-Eigentor.
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Ein gutes Service - und dennoch das falsche Zeichen. Quelle: dpa

Ein gutes Service - und dennoch das falsche Zeichen.

(Foto: dpa)

Keramik kann richtig für den, Verzeihung, Arsch sein. Das gilt besonders für die Erzeugnisse von Villeroy & Boch. Das ist keineswegs auf die Qualität bezogen. Aber die Saarländer stellen nun mal unter anderem auch Toilettenschüsseln her. Und Kaffeeservice aus feinstem Porzellan. Das ist selbstverständlich in der Regel nicht für den heckwertigen Gebrauch gedacht - kann aber auch, richtig, für den Arsch sein. Und zwar als Erfolgsprämie.

So geschehen 1989, nach dem ersten EM-Titel der DFB-Frauen. Die Geschichte ist bis heute eine vielfach angeführte Anekdote, die die damalige Wertschätzung für den Damenfußball eindrucksvoll demonstriert. Villeroy & Boch kann ja eigentlich gar nichts dafür. Dennoch hat man im Saarland nun genug davon, diese Episode immer wieder aufs Brot geschmiert zu bekommen.

Was könnte da an der geschundenen weiblichen Fußballseele besser Wiedergutmachung leisten als – ein Kaffeeservice als Erfolgsprämie?

Ja, Villeroy & Boch wagt es erneut. Statt des geblümten „Mariposa“ gibt es nun das „New Wave“ – „elegant in weiß und in ausgefallen geschwungenem Wellen-Design“, wie es in der Pressemitteilung heißt. Als Dankeschön. Für das Erreichen des WM-Viertelfinals. Selbstironie oder Griff ins Klo?

Gedeckter Tisch mit dem Villeroy & Boch-Service NewWave. Quelle: Villeroy & Boch

Gedeckter Tisch mit dem Villeroy & Boch-Service NewWave.

(Foto: Villeroy & Boch)
„Ein ganz normaler Teil des Lebens“
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4 Kommentare zu "Anstoß - Die WM-Kolumne: Kaffeeservice-Prämie 2.0"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Es geht ja nicht um das schöne Geschirr, sondern die PR-Aufmachung seitens Villeroy & Boch. Die Herren haben sicher auch (vielleicht nicht immer alle) Tassen im Schrank. Aber ganz ehrlich: Hätten die Frauen 1989 pro Person einen Mercedes bekommen, müsste diese Kolumne nicht existieren. Natürlich ist die Einstellung zu dem Thema die Sache jeder/jedes Einzelnen, den Chauvinismus-Vorwurf empfinde ich aber als völlig haltlos.

  • So kann nur ein echter Macho kommentieren. Ich finde die Idee witzig. Ganz gleich, ob man sich für Familie oder Beruf und Familie entscheidet, Frauen messen ihre Wertigkeit nicht mehr am Geschirr, das in ihrem Schrank steht. Wer die Hausfrauen- oder auch Hausmännerrolle als eine von vielen gleichwertigen nebeneinander existierenden Rollen betrachtet, kann mit einem Lächeln den Tisch decken und sich auch an schön designtem Geschirr erfreuen, ohne sich minderwertig zu fühlen. Das wollen uns immer nur die Männer einreden - auch mit solchen Kommentaren. Und die Spielerinnen werden nach ihrer Karriere hoffentlich das Selbtstbewusstsein haben, einfach zu werden, was sie wollen: Hausfrau und Mutter oder auch Vorstandsvorsitzende. Darauf wird das Service im Schrank im besten Falle keinen Einfluss haben.

  • .... finde ein Kochtopfset von WMF passender! ;-)

  • Von dem Werbegag habe ich zwar bis gerade noch nichts gehört, finde ihn aber im Gegesatz zum Author eigentlich ganz gut. Meiner Meinung nach erkennt man schon das Augenzwinkern in der Geschichte.

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