Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Ex-DFB Trainer Gero Bisanz „Als Damentrainer belächelt“

Seite 3 von 5:
Nicht einmal Mädchenumkleiden gab es

Hatten Sie anfangs Schwierigkeiten, sich auf die Frauen umzustellen?

Ich denke, ich habe die Spielerinnen gut erreicht, sonst hätten wir die späteren Erfolge nicht einfahren können. Ich wurde akzeptiert als eine Art väterlicher Freund, der bemüht war, das Können der Spielerinnen zu verbessern. Das Weibliche hat bei mir keine Rolle gespielt. Ich habe genau so trainiert, wie ich vorher zehn Jahre mit Männern trainiert habe. Ich habe den Anspruch hoch gesetzt, den Leistungsgedanken in den Vordergrund gestellt.

Viele der Frauen waren damals Amateurfußballerinnen. Konnten die Spielerinnen Ihrem Leistungsanspruch von Anfang an überhaupt gerecht werden?

Zunächst habe ich die Spielerinnen auch erstmal unterschätzt. Ich musste erst lernen, sie ernst zu nehmen. Aber als ich merkte, dass sie unheimlich wissbegierig waren, dass sie Fußball aus Leidenschaft gespielt haben, habe ich das auch zu meiner Leidenschaft gemacht. Mein Ziel war es, sie in ihren Schwächen zu unterstützen und ihre Stärken zu verbessern. Und wir kamen dann technisch und taktisch auch auf ein gutes Niveau.

Das kann man wohl sagen. Im Jahr 1989 – nach nur sieben Jahren Aufbauarbeit – gewannen Sie die erste Europameisterschaft.

Wir schlugen den amtierenden Europameister Norwegen mit 4:1. Das war der Durchbruch.

Und dieser Erfolg rief nun endlich auch die Medien auf den Plan.

Ja, wir hatten ein volles Haus in Osnabrück mit über 23.000 Zuschauern. Wir sind während des ganzen Spiels angefeuert worden, durch das Stadion gingen die La-Ola-Wellen. Das hat die Medien aufmerksam gemacht.

Inwiefern war ihr erster persönlicher Erfolg auch ein Erfolg für den Frauenfußball in Deutschland?

Durch die höhere Aufmerksamkeit haben viele Eltern ihre Aversion gegen Frauenfußball abgelegt und haben ihre Mädchen spielen lassen. Es gab einen Zuwachs an Mädchen-Anmeldungen, den manche Vereine gar nicht bewältigen konnten, weil sie nur auf Jungenfußball ausgerichtet waren. Die hatten gar nicht genug Umkleiden und Sportplätze zur Verfügung.

Frauenfußball steckt noch in Kinderschuhen
Seite 12345Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "Ex-DFB Trainer Gero Bisanz: „Als Damentrainer belächelt“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote