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Ex-DFB Trainer Gero Bisanz „Als Damentrainer belächelt“

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Zwanziger wichtigster Entwicklungshelfer
Jubelempfang: In Frankfurt werden Gero Bisanz und die Nationalmannschaft (mit Silvia Neid, links) für die Vize-Weltmeisterschaft gefeiert. Quelle: picture-alliance

Jubelempfang: In Frankfurt werden Gero Bisanz und die Nationalmannschaft (mit Silvia Neid, links) für die Vize-Weltmeisterschaft gefeiert.

(Foto: picture-alliance)

Zu den Sondertrainingseinheiten reisten Spielerinnen aus ganz Deutschland an. Wie waren ihre ersten Eindrücke von den damaligen Nachwuchskickerinnen?

Ich habe gemerkt, dass diese jungen Spielerinnen unheimlich begeisterungsfähig sind, dass sie Fußball spielten aus Liebe zum Sport selbst. Sie haben viele Opfer gebracht. Das Training begann um 18 Uhr und viele sind nachts wieder 100, 200 Kilometer nach Hause gefahren.

Jetzt hatten Sie zwar junge Spielerinnen im Kader, aber es fehlte trotzdem noch an medialer Aufmerksamkeit und – vor allem – an Geld.

Natürlich gab es auch finanzielle Probleme. Wenn ich Geld für Lehrgänge beantragt habe, um meine Mannschaft mal eine Woche oder nur mehrere Tage zusammen zu haben, musste ich den damaligen Männer-Bundestrainer fragen. Dazu kamen dann noch andere Trainerkollegen, die sagten, das Geld dürfe aber bloß nicht unserer männlichen Jugend weggenommen werden. Diese Schwierigkeiten konnten wir überwinden, weil der damalige Generalsekretär Horst R. Schmidt half, unsere Forderungen beim Präsidium durchzudrücken.

Das Präsidium war also nicht immer begeistert davon, Geld in den Frauenfußball zu stecken?

Sagen wir es mal so: Der jetzige DFB-Präsident Theo Zwanziger ist ein Freund des Frauenfußballs. Das konnte man von anderen Präsidenten vorher eigentlich nicht sagen. Sie haben den Frauenfußball akzeptiert und unterstützt, aber als Freund hatte sich keiner geoutet. Heute ist der Präsident eine ganz wichtige Figur in der Entwicklung des Frauenfußballs. Theo Zwanziger fördert ihn ungemein.

Das klingt so, als wäre es früher in der Männerdomäne Fußball sehr schwierig gewesen, Unterstützung für die Frauen-Mannschaft zu finden. Fühlten Sie sich ernst genommen?

In den Anfangstagen mit Sicherheit nicht. Vom Generalsekretär schon, allerdings nicht von meinen Trainerkollegen. Ich glaube, die waren froh, dass sie das Amt nicht übernehmen mussten und man es mir aufgebürdet hatte. Damals wurde ich noch als „Damentrainer“ belächelt, aber das hat mir nichts ausgemacht.

Sie hatten damals bereits mit männlichen Profis gearbeitet, besaßen sogar die höchste Trainerlizenz. Was waren für Sie die größten Unterschiede zwischen Männer- und Frauenfußball?

Der wesentliche Unterschied ist die Physis. Männer-Fußball ist schneller, es gibt spannendere Momente. Frauen müssen technisch und taktisch sauberen Fußball spielen. Deshalb ist der Frauenfußball aber nicht unästhetischer. Wenn man das Champions-League-Finale gesehen hat, sah man vom FC Barcelona Spielkunst höchster Güte. Aber die hatten auch kaum Körperkontakt, weil sie es nicht zugelassen haben. So stell ich mir das – natürlich nicht auf dem Niveau – im Frauenfußball vor.

Nicht einmal Mädchenumkleiden gab es
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